Mangrovenwälder Bali: Ökosysteme, Bedeutung und Besucherinfos

Mangrovenbäume mit gebogenen Stelzwurzeln und aufragenden Atemwurzeln im Sand an der Küste von Westbali
Mangroven mit Stelzwurzeln und Atemwurzeln an der Küste des Nationalparks Bali Barat. Foto: Ron, Lizenz CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Mangrovenwälder zählen zu den wichtigsten Küstenökosystemen Balis. Sie bilden einen natürlichen Puffer für die Meeresvielfalt und filtern Flusswasser, bevor es das Meer erreicht – eine Funktion, die sich direkt auf den Zustand von Riffen und Stränden auswirkt.

Gleichzeitig geraten die Wälder unter Druck: Abholzung sowie die Umwandlung von Flächen für Landwirtschaft, Aquakultur und Bebauung verringern ihre Ausdehnung Jahr für Jahr. Wissenschaftliche Untersuchungen und die Einbindung der lokalen Bevölkerung sollen den Bestand langfristig sichern.

Bedeutung der Mangrovenwälder auf Bali

Mangrovenwälder erfüllen mehrere ökologische Funktionen gleichzeitig: Sie reinigen Wasser, stabilisieren die Küstenlinie und bieten zahlreichen Arten Lebensraum. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie diese Funktionen im Einzelnen wirken.

Ökologische Funktionen der Mangroven

Mangroven filtern Sedimente und Nährstoffe aus dem Wasser, bevor es das offene Meer erreicht, und schützen so vorgelagerte Korallenriffe und Seegraswiesen. In ihren Wurzeln und Böden speichern sie zudem über lange Zeiträume Kohlenstoff – die sogenannte Blue-Carbon-Speicherung, die ihren Erhalt auch für den globalen Klimaschutz relevant macht.

Natürliche Barrieren gegen Erosion und Sturmfluten

Das dichte Wurzelgeflecht der Mangroven stabilisiert den Küstenboden und bremst die Energie von Wellen und Sturmfluten. Dadurch verringert sich die Erosion, und die dahinterliegenden Flächen werden vor Überflutung geschützt.

Zwei Boote am Ufer eines dichten Mangrovenwaldes mit sichtbarem Wurzelgeflecht
Boote liegen im dichten Wurzelgeflecht eines Mangrovenwaldes am Ufer. Foto: rheins, Lizenz CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Artenvielfalt in Balis Mangroven

Im Tahura Ngurah Rai bei Denpasar, dem größten zusammenhängenden Mangrovengebiet Balis, sind rund 61 Vogelarten, vier Reptilienarten, 30 Krebstierarten und acht Fischarten dokumentiert, dazu mindestens 16 Mangrovenarten – vor allem aus den Gattungen Rhizophora, Bruguiera und Xylocarpus. Das Wurzelgeflecht bietet vielen dieser Arten Schutz, Nahrung und Rückzugsraum.

Bedrohung und Schutzprogramme

Indonesien beherbergt mit rund 3,44 Millionen Hektar etwa 20 Prozent der weltweiten Mangrovenfläche und damit die größte zusammenhängende Fläche aller Länder (National Mangrove Map 2024). Trotz dieser Bedeutung schrumpfen die Bestände weiter – Ursachen sind vor allem Abholzung, die Umwandlung in Aquakulturflächen und Landwirtschaft sowie Küstenbebauung.

Die indonesische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, landesweit 600.000 Hektar Mangrovenwald wiederherzustellen; die ursprünglich für 2024 vorgesehene Zielmarke wurde inzwischen auf 2029 verschoben. Die tatsächlich rehabilitierte Fläche ist zuletzt jedoch gesunken: 2021 wurden rund 37.563 Hektar bepflanzt, 2022 etwa 7.359 Hektar und 2023 nur noch rund 6.010 Hektar.

Mangrovenwald bei Benoa auf Bali, gesehen von der Schlickfläche aus
Mangrovenbestand bei Benoa auf Bali, vom Wattboden aus fotografiert. Foto: CEphoto, Uwe Aranas, Lizenz CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Speicherung von Kohlenstoff (Blue Carbon)
  • Schutz von Küstenhabitaten vor Erosion
  • Lebensraum für Vögel, Fische und Krebstiere
  • Grundlage für nachhaltigen Ökotourismus

Der Erhalt und die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern ist nicht nur ein lokales Anliegen, sondern von globaler Bedeutung für Klimaschutz und Artenvielfalt.

Naturschutz und Ökotourismus schließen sich dabei nicht aus: Einnahmen aus geführten Touren und Eintrittsgeldern können direkt in Pflege, Wiederaufforstung und Umweltbildung vor Ort zurückfließen.

Mangrovenwald besuchen: Praktische Infos

Der Tahura Ngurah Rai (Taman Hutan Raya Ngurah Rai) ist das größte und für Besucher am besten erschlossene Mangrovengebiet Balis. Er liegt zwischen Sanur, Kuta und Nusa Dua, unweit des Flughafens Ngurah Rai, mit Zugang über Suwung Kauh an der Jalan By Pass Ngurah Rai. Das Gebiet erstreckt sich über rund 1.373 Hektar auf dem Gebiet von Denpasar und dem Regierungsbezirk Badung, steht seit 1927 unter Schutz und wurde 1993 offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Der Ökotourismus-Bereich ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet umgerechnet rund 10.000 Rupiah pro Person, eine Bootsfahrt durch die Wasserwege zusätzlich etwa 25.000 Rupiah pro Person bei 25 bis 30 Minuten Fahrzeit. Ein rund 1,8 Kilometer langer Holzsteg mit mehreren Aussichtsplattformen führt zu Fuß durch den Wald.

Mehr Infos zum Thema

Häufige Fragen

Wo auf Bali kann man Mangrovenwälder besuchen?

Der Tahura Ngurah Rai zwischen Sanur, Kuta und Nusa Dua ist das größte und am besten für Besucher erschlossene Mangrovengebiet der Insel, mit Eingang in Suwung Kauh an der Jalan By Pass Ngurah Rai.

Gibt es geführte Boots- oder Kanutouren durch die Mangroven?

Ja, im Tahura Ngurah Rai werden Bootsfahrten durch die Wasserwege angeboten, rund 25 bis 30 Minuten lang, für etwa 25.000 Rupiah pro Person.

Welche Tiere kann man in den Mangrovenwäldern Balis beobachten?

Im Tahura Ngurah Rai sind rund 61 Vogelarten, vier Reptilienarten, 30 Krebstierarten und acht Fischarten dokumentiert, dazu mindestens 16 Mangrovenarten.

Was kostet der Eintritt zum Mangrove Forest bei Denpasar?

Der Eintritt zum Tahura Ngurah Rai kostet umgerechnet etwa 10.000 Rupiah pro Person, eine zusätzliche Bootsfahrt rund 25.000 Rupiah pro Person.

Warum sind Mangrovenwälder für den Klimaschutz wichtig?

Sie speichern über lange Zeiträume Kohlenstoff in Wurzeln und Boden (Blue Carbon) und schützen die Küste vor Erosion. Indonesien besitzt mit rund 20 Prozent der weltweiten Fläche die größten Mangrovenbestände.