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Nusa Lembongan liegt rund 12 Kilometer südöstlich von Bali, getrennt durch die Badung-Straße, und gehört administrativ zum Distrikt Nusa Penida im Regierungsbezirk Klungkung. Mit knapp 8,7 Quadratkilometern Fläche ist die Insel deutlich kleiner als Bali und hat schätzungsweise 5.000 Einwohner. Verwaltet wird sie in zwei Dörfern, Jungutbatu im Norden und Lembongan im Süden. Wer dem Trubel Balis für ein paar Tage entkommen will, findet hier weniger Verkehr, weiße Sandstrände, Mangrovenwald und Wassersport in kurzer Fahrtdistanz von Sanur.
Die Anreise nach Nusa Lembongan
Nusa Lembongan ist nur mit dem Boot erreichbar, meist von Sanur an der Ostküste Balis aus. Dort legen über ein Dutzend Anbieter mehrmals täglich ab.
Speedboot von Sanur
Die Fahrt mit dem Speedboot dauert je nach Seegang etwa 30 bis 40 Minuten. Die Preise für die einfache Fahrt unterscheiden sich stark nach Betreiber und liegen ungefähr zwischen 100.000 und 300.000 IDR; ein Vergleich der Anbieter vor der Buchung lohnt sich. An vielen Stränden erfolgen Ein- und Ausstieg knietief im Wasser, ein trockener Ein- und Ausstieg ist nicht bei jedem Boot garantiert.
Langsamer und günstiger: das öffentliche Boot
Neben den Speedbooten verkehrt ein deutlich langsameres, traditionelles Holzboot zwischen Sanur und Jungutbatu. Die Überfahrt dauert rund anderthalb Stunden und ist spürbar günstiger als das Speedboot, dafür seltener und nicht immer zuverlässig getaktet. Für Reisende mit wenig Zeit oder empfindlichem Magen ist das Speedboot die praktikablere Wahl; wer sparen will und Zeit mitbringt, erkundigt sich am besten direkt am Kai in Sanur nach dem aktuellen Fahrplan.
Praktische Hinweise zur Überfahrt
Bei Wind und höherem Seegang kann die Fahrt ruppig werden – wer schnell seekrank wird, sollte ein Mittel dagegen griffbereit haben. Außerhalb der Hauptsaison fährt mancher Anbieter seltener; ein Blick auf den aktuellen Fahrplan vor der Buchung erspart böse Überraschungen bei der Rückfahrt. Größeres Gepäck lässt sich nicht bei jedem Boot problemlos verstauen – das vorab beim Betreiber klären. Eine Online-Buchung im Voraus sichert an belebten Tagen einen Platz auf der bevorzugten Abfahrtszeit, ist aber nicht zwingend nötig – an den Verkaufsständen in Sanur lässt sich meist auch kurzfristig ein Ticket kaufen.
Natur: Strände, Klippen und Mangrovenwald
Auf kurzer Strecke wechseln sich auf Nusa Lembongan weiße Sandstrände, Kalksteinklippen und dichter Mangrovenwald ab.
Weiße Sandstrände und Strömungen
Die bekanntesten Strände sind Mushroom Bay, Sandy Bay (auch Sunset Beach genannt) und Dream Beach. Mushroom Bay liegt geschützt in einer Bucht und eignet sich gut zum Baden, besonders am späten Nachmittag, wenn die Tagesausflügler abgereist sind. An Dream Beach warnt vor allem der östliche Abschnitt vor starken Unterströmungen; hier sollten nur sichere Schwimmer ins Wasser. Sandy Bay bei Devil’s Tear gilt als vergleichsweise ruhiger, bei Ebbe legt das Meer dort eine Höhle frei.
Kalksteinklippen und Mangrovenwald
An mehreren Küstenabschnitten fallen Kalksteinklippen steil zum Meer ab. Im Nordosten der Insel liegt ein rund 200 Hektar großer Mangrovenwald – eine der größeren zusammenhängenden Mangrovenflächen der Region. Mit einem traditionellen Auslegerboot (Jukung) lässt sich der Wald erkunden; bei Flut eignet sich die ruhige Lagune auch zum Schwimmen.
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Mehr InformationenWassersport: Tauchen, Schnorcheln, Surfen und SUP
Das klare Wasser rund um Nusa Lembongan zieht Taucher, Schnorchler und Surfer an. Mantarochen lassen sich ganzjährig beobachten, Mondfische (Mola-Mola) vor allem zwischen Juli und Oktober. Neben Riffhaien und gelegentlich Hammerhaien kommen mehrere Meeresschildkrötenarten in den Gewässern vor.
Zum Surfen bieten sich vor allem drei Riffbrüche vor der Westküste an: Playgrounds, Lacerations und Shipwrecks. Playgrounds eignet sich für Einsteiger bis Fortgeschrittene, die anderen beiden Spots verlangen mehr Erfahrung, da Strömung und Riff anspruchsvoll sind. Die besten Bedingungen herrschen bei Wind aus Südost, meist zwischen April und Oktober. Wer wenig Erfahrung hat, bucht besser eine geführte Session oder einen Kurs.
Für ruhigeres Wasser eignet sich SUP (Stand Up Paddling): Mehrere Verleih- und Kursanbieter, unter anderem am Jungutbatu Beach, vermieten Ausrüstung und bieten Einsteigerkurse an – etwa der „Rockys Beach Club“ oder „Eddy’s Surfboard Hire“.
- Anfänger finden an mehreren SUP- und Surfschulen auf der Insel Einsteigerkurse.
- Von Kursen bis zur Ausrüstungsvermietung wird ein breites Angebot bereitgestellt.
Für Taucher gibt es auf der Insel mehrere PADI-Tauchbasen, die Schnupperkurse, Open-Water-Zertifizierungen und Fun-Dives anbieten. Wegen teils stärkerer Strömungen rund um Nusa Lembongan, Nusa Ceningan und Nusa Penida empfiehlt sich der Tauchgang mit einer lokalen Basis, die die Gezeiten und Strömungsfenster der einzelnen Spots kennt – besonders bei Drift-Tauchgängen an Wänden wie in der Crystal Bay.
Übernachten auf Nusa Lembongan
Die meisten Unterkünfte liegen am Jungutbatu Beach im Norden der Insel, dem touristischen Hauptort mit direktem Strandzugang. Das Angebot reicht von einfachen Homestays und Gasthäusern – etwa dem Nyoman Guesthouse oder der Swara Homestay 2 – über Mittelklasse-Bungalows bis zu einzelnen Resorts im oberen Preissegment. In der Nebensaison findet sich meist kurzfristig ein Zimmer vor Ort; während der Hochsaison (Juli/August sowie um Weihnachten und Neujahr) lohnt sich eine Vorausbuchung.
Fließend warmes Wasser, WLAN und Klimaanlage sind mittlerweile auch in vielen einfacheren Unterkünften Standard, in abgelegeneren Homestays aber nicht garantiert – ein Blick in aktuelle Bewertungen vor der Buchung schafft Klarheit über Ausstattung und Lage zum Strand.

Essen und Trinken
Die Küche auf Nusa Lembongan ist überwiegend indonesisch geprägt. In den Warungs entlang der Hauptstraßen gibt es Nasi Goreng und Mie Goreng, dazu regionale Gerichte wie Babi Guling (gegrilltes Spanferkel) oder Bebek Betutu (gedünstete Ente in Bananenblatt) – beide meist nur auf Vorbestellung, da die Zubereitung mehrere Stunden dauert. Cafés am Strand verkaufen frische Kokosnüsse, Smoothies und Fruchtsäfte.
Die Preise liegen insgesamt unter Bali-Niveau der touristischen Zentren wie Seminyak oder Canggu, da auf Nusa Lembongan weniger internationale Restaurantketten vertreten sind. Wer flexibel bleiben will, probiert am besten mehrere Warungs entlang der Hauptstraße von Jungutbatu aus – die Auswahl wechselt je nach Tageszeit und Fang des Tages.
| Ort | Angebot | Lage |
|---|---|---|
| The Deck | Frische Kokosnüsse, Getränke | Blick auf die Bucht |
| Pisang-Pisang | Smoothies aus frischem Obst | Ruhige Lage |
| Lokale Warungs | Mie Goreng, Nasi Goreng, regionale Gerichte | Entlang der Hauptstraßen |
Kultur und Alltag
Hinduistische Tempel und Opfergaben
Wie auf Bali prägt der balinesische Hinduismus den Alltag: kleine Tempel und tägliche Opfergaben (Canang Sari) gehören zum Straßenbild. Bei Tempelbesuchen gilt die übliche Kleiderordnung – Schultern und Knie bedeckt, meist mit einem Sarong, der am Eingang oft verliehen wird.
Abendprogramm
Abends bietet die Insel ein überschaubares, aber eigenes Programm: Das Freiluftkino „Theatre Lembongan“ zeigt Filme unter freiem Himmel, mehrere Yogastudios am Jungutbatu Beach bieten Abendkurse an, und bei gelegentlichen „Marine Talks“ informieren lokale Meeresbiologen über das Ökosystem rund um die Insel. Verglichen mit den belebten Ausgehmeilen Balis geht es auf Nusa Lembongan insgesamt ruhiger zu – die meisten Restaurants und Bars schließen früher, was der Insel ihren entschleunigten Charakter gibt.
Aktivitäten an Land: Roller, Strände und Mangroven
Die Insel lässt sich mit dem gemieteten Roller in wenigen Stunden erkunden. Zu den Zielen zählen Paradise Beach und Dream Beach im Süden sowie Devil’s Tear, eine Felsformation an der Westküste, an der die Brandung durch einen schmalen Spalt im Fels hochschießt. Der Weg zu den Stränden führt teils über unbefestigte Abschnitte; festes Schuhwerk und vorsichtige Fahrweise sind ratsam.
- Paradise Beach: ruhiger Strand abseits der belebten Zentren.
- Dream Beach: bekannt für weißen Sand und klares Wasser – zum Baden nur der westliche Abschnitt empfehlenswert (siehe Abschnitt Strömungen).
Im Norden lässt sich der Mangrovenwald auch per geführter Bootstour erkunden, mit Einblicken in das Ökosystem, das für Fischerei und Küstenschutz der Insel wichtig ist.

Geheimtipps abseits der Hauptorte
Wer über die bekannten Strände hinaus will, findet an mehreren Stellen ruhigere Ecken abseits der Tagesausflugsrouten. Am Mangrove Beach lässt sich am Waldrand entlangspazieren oder mit dem Boot hineinfahren; von dort starten auch Schnorchel- und Tauchausflüge zu den umliegenden Riffen. Vor der Nachbarinsel Nusa Penida liegen die Tauchplätze Crystal Bay und Manta Point, die von Lembongan aus per Bootstour erreichbar sind – klares Wasser und gute Sicht auf Korallen und Fischschwärme. Einen Eindruck vom Alltag abseits des Tourismus vermitteln die Seegras-Algenfarmen der Insel und die lokalen Märkte, wo sich häufig ein kurzes Gespräch mit Einheimischen ergibt. Wer früh am Morgen unterwegs ist, erlebt zudem, wie die Fischer ihren Fang anlanden, bevor der Tag für die meisten Besucher überhaupt beginnt.
- Kajaktouren durch die Mangrovenwälder
- Beobachten der Flora und Fauna im Mangrovengebiet
- Schnorcheln in den Korallenriffen vor der Insel
- Tauchgänge zu den Riffen bei Crystal Bay und Manta Point
- Besuch des Marktplatzes und Austausch mit den Inselbewohnern
Nusa Ceningan und die Gelbe Brücke
Südlich von Nusa Lembongan liegt die kleinere Nachbarinsel Nusa Ceningan (rund 3,9 km lang, 1,1 km breit). Eine Hängebrücke verbindet beide Inseln; sie wurde 2017 eröffnet, nachdem die ursprüngliche Holzbrücke 2016 während einer religiösen Prozession eingestürzt war. Die heutige, gelb gestrichene Brücke darf nur von Fußgängern und Zweirädern (Roller/Fahrrad) überquert werden, Autos passen nicht durch.
Auf Nusa Ceningan prägt Seegras-Algenfarmen seit Mitte der 1980er-Jahre das Bild vieler Küstenabschnitte – ein wichtiger Erwerbszweig der Inselbewohner. Am Mahana Point an der Südspitze der Insel gibt es Klippensprünge von Plattformen in 5 und 13 Metern Höhe, dazu einen weiten Blick zurück über Nusa Lembongan bis nach Bali.
Weiterreise nach Nusa Penida
Nusa Penida, die größte der drei Inseln, liegt nur wenige Bootsminuten von Nusa Lembongan entfernt und lässt sich als Tagesausflug oder als weitere Station verbinden. Lokale Boote pendeln mehrmals täglich zwischen den Inseln, die Überfahrt dauert rund 15 bis 20 Minuten und kostet üblicherweise umgerechnet etwa 60.000 IDR pro Person und Richtung. Ein Roller-Verleih vor Ort ermöglicht eigenständige Erkundungstouren zu Zielen wie Angels Billabong und Broken Beach.
Nusa Penida ist deutlich größer und bergiger als Nusa Lembongan, die Straßen sind streckenweise unbefestigt und die Distanzen zwischen den Aussichtspunkten größer. Für einen Tagesausflug reicht die Zeit meist für zwei bis drei Stationen; wer mehrere der bekannten Aussichtspunkte sehen will, plant besser eine oder mehrere Übernachtungen auf der Insel ein.
- Erkundungsfahrten mit dem Roller auf eigene Faust
- Wenig erschlossene, naturbelassene Landschaft
- Tagesausflüge zu Angels Billabong und Broken Beach
- Tauchspots wie Crystal Bay und Manta Point
- Chance auf Mondfisch-Sichtungen zwischen Juli und Oktober
Beste Reisezeit
Die Trockenzeit von Mai bis September bietet die stabilsten Bedingungen für Überfahrt, Strand und Wassersport. Januar und Februar liegen im Höhepunkt der Regenzeit mit häufigeren Regenschauern und unruhigerer See – für die Bootsfahrt und Aktivitäten im Wasser weniger geeignet.
Praktische Tipps und Verhalten vor Ort
- Sonnenschutz mitbringen: Auf dem Wasser und beim Schnorcheln ist die Sonneneinstrahlung stärker als am Strand, ein langärmliges Shirt schützt zusätzlich zur Sonnencreme.
- Ausreichend trinken: Bei Aktivitäten am Wasser und auf Rollertouren ist die Insel wärmer und weniger schattig als das bewaldete Hochland Balis.
- Auf ausgewiesene Badebereiche achten und bei starker Strömung nicht allein schwimmen, insbesondere an Dream Beach.
- Korallen und Meerestiere nicht berühren oder stehen – die Riffe rund um die Insel sind ein empfindliches Ökosystem und Grundlage für Fischerei und Tourismus zugleich.
- Bei Tempelbesuchen Schultern und Knie bedecken, üblicherweise mit einem Sarong.
- Müll wieder mitnehmen, vor allem an abgelegeneren Stränden ohne Müllentsorgung.
Fazit
Nusa Lembongan verbindet auf kleiner Fläche ruhige Strände, Wassersport und einen spürbar langsameren Rhythmus als das belebtere Bali. Wer Tauchen, Surfen oder ein paar ruhige Tage am Strand sucht, findet auf der Insel eine kompakte Ergänzung zu einem Bali-Aufenthalt – mit Nusa Penida als naheliegender Erweiterung für alle, die noch weiterreisen möchten.
Häufige Fragen
Wie komme ich von Bali nach Nusa Lembongan und was kostet die Überfahrt?
Von Sanur aus verkehren mehrmals täglich Speedboote, die Fahrt dauert 30 bis 40 Minuten und kostet je nach Anbieter etwa 100.000 bis 300.000 IDR pro Person und Richtung. Daneben gibt es ein langsameres, günstigeres öffentliches Holzboot mit unregelmäßigerem Fahrplan.
Wie lange dauert die Bootsfahrt mit Speedboot bzw. Holzboot?
Das Speedboot braucht rund 30 bis 40 Minuten, das öffentliche Holzboot etwa anderthalb Stunden.
Welche Strände auf Nusa Lembongan sind zum Baden sicher?
Mushroom Bay gilt als geschützte, ruhige Bucht und eignet sich gut zum Baden. An Dream Beach warnt vor allem der östliche Abschnitt vor starken Unterströmungen, Sandy Bay bei Devil’s Tear ist vergleichsweise ruhiger. Bei Zweifeln oder auffälliger Wellenbewegung lohnt sich vor Ort eine kurze Nachfrage bei Einheimischen oder im Guesthouse nach der aktuellen Strömungslage.
Wie komme ich von Nusa Lembongan weiter nach Nusa Penida?
Lokale Boote pendeln mehrmals täglich zwischen den Inseln, die Überfahrt dauert etwa 15 bis 20 Minuten und kostet umgerechnet rund 60.000 IDR pro Person und Richtung. Ein Ausflug lässt sich auch mit der Nachbarinsel Nusa Ceningan verbinden, die über die Gelbe Brücke fußläufig oder mit dem Roller von Nusa Lembongan aus erreichbar ist.
Wann ist die beste Reisezeit für Nusa Lembongan?
Die Trockenzeit von Mai bis September bietet die stabilsten Bedingungen für Überfahrt und Wassersport. Januar und Februar als Höhepunkt der Regenzeit eignen sich weniger.