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Bali gehört zu den meistbesuchten Reisezielen Indonesiens. Wer die Insel besuchen möchte, sollte sich vor Reisebeginn über die passenden Visa-Anforderungen und die notwendigen Dokumente informieren. Die Bestimmungen wurden mehrfach angepasst, ältere Bezeichnungen wie B211A oder D212 sind nicht mehr aktuell. Der folgende Überblick (Stand August 2026) fasst die gängigen Kategorien zusammen – von touristischen Kurzaufenthalten bis zu Langzeitvisa für Remote-Arbeit oder den Ruhestand.
Visa on Arrival (VOA) und e-VOA für Bali: Kurzaufenthalte bis 30 Tage
Für touristische Kurzaufenthalte ist das Visa on Arrival (VOA) die gängigste Lösung. Es berechtigt zu bis zu 30 Tagen Aufenthalt und lässt sich einmalig um weitere 30 Tage verlängern. Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlen die Gebühr entweder am Flughafen oder beantragen das Visum vorab online als elektronisches e-VOA.
Die Gebühr liegt aktuell bei 500.000 IDR (Stand August 2026 rund 24 Euro, Kurs schwankt). Im August 2026 kündigte die Einwanderungsbehörde eine Staffelung an: 750.000 IDR für online vorab beantragte e-VOA, 1.000.000 IDR bei Beantragung nach Ankunft. Ein Inkrafttretungsdatum stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest.
Erforderliche Dokumente:
- Reisepass, mindestens 6 Monate über die Abreise aus Indonesien hinaus gültig
- Flugtickets oder Reiseroute mit Ein- und Ausreise
- Zahlung der Visumgebühr (500.000 IDR, Stand August 2026)
Die elektronische Beantragung läuft über das offizielle Portal evisa.imigrasi.go.id. Der früher verlinkte Anbieter (https://molina.imigrasi.go.id) ist nicht mehr erreichbar.
C1, C2 und C6: Visit-Visa für 60 bis 180 Tage
Für längere Aufenthalte ohne Erwerbstätigkeit gibt es drei Visit-Visa, die vorab online beantragt werden und die früheren Bezeichnungen wie 211A/B211 abgelöst haben. Alle drei gelten zunächst für eine einmalige Einreise mit 60 Tagen Aufenthalt, sind zweimal um je 60 Tage verlängerbar (max. 180 Tage) und werden bei Ausreise ungültig:
- C1 (Touristenvisum): für private Reisen. Kosten rund 1.000.000 IDR (ca. 45–55 Euro).
- C2 (Geschäftsvisum): für Meetings, Verhandlungen oder Marktrecherche ohne lokale Anstellung; nötig ist u. a. ein Einladungs- bzw. Sponsorschreiben der indonesischen Firma.
- C6 (Sozial- und Kulturvisum): für soziale, kulturelle oder Bildungszwecke, etwa Austauschstudierende oder Freiwillige; erforderlich ist ein Sponsorschreiben der einladenden Organisation bzw. Bildungseinrichtung.
Alle drei Visa lassen sich bei einer Auslandsvertretung oder online über evisa.imigrasi.go.id beantragen. Die früher verlinkte Adresse (https://visa-online.imigrasi.go.id/index.xhtml) ist nicht mehr erreichbar.
D1 und D2: Mehrfacheinreisevisa für häufige Reisen
Wer Indonesien innerhalb eines Jahres mehrfach besucht, kann auf die Mehrfacheinreisevisa D1 (touristisch) oder D2 (geschäftlich, z. B. Marktrecherche, technische Beratung) zurückgreifen. Beide gelten wahlweise ein, zwei oder fünf Jahre, erlauben unbegrenzt viele Ein- und Ausreisen und begrenzen den Aufenthalt pro Besuch auf 60 Tage. Eine reguläre Erwerbstätigkeit vor Ort ist mit beiden Visa nicht erlaubt.
Langzeitaufenthalt: Remote-Arbeit, Second Home und klassisches Arbeitsvisum
- E33G (Remote-Worker-Visum/KITAS): für Beschäftigte mit Arbeitgeber im Ausland. Gültig ein Jahr, online über evisa.imigrasi.go.id verlängerbar. Voraussetzung: Jahreseinkommen ab 60.000 US-Dollar aus dem Ausland, Kontostand ab 2.000 US-Dollar (3 Monate). Erwerbstätigkeit für indonesische Auftraggeber ist nicht erlaubt.
- E33 (Second-Home-Visum): für 5 oder 10 Jahre, ohne Arbeit oder Firmengründung vor Ort. Voraussetzung: Einlage von 2 Milliarden IDR (rund 130.000 US-Dollar) bei einer Staatsbank oder Immobilienbesitz ab 1 Million US-Dollar. Kein Sponsor nötig, keine Altersgrenze.
Für klassische Arbeitsverhältnisse, Investitionen, Familienzusammenführung oder den Ruhestand führt der Weg weiterhin über ein befristetes Aufenthaltsvisum (KITAS/ITAS), meist jährlich verlängert; nach mehreren Jahren durchgehenden Aufenthalts ist der Übergang in eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung (KITAP/ITAP) möglich. Die Voraussetzungen variieren je nach Visazweck – hier lohnt sich die Abstimmung mit einer Visaagentur.
Digitale Einreisekarte „All Indonesia“
Seit dem 1. Oktober 2025 ist für alle internationalen Reisenden zusätzlich zum Visum eine digitale Ankunftserklärung Pflicht. Die Plattform „All Indonesia“ bündelt Zoll- und Gesundheitserklärung in einem Online-Formular, ausfüllbar bis 72 Stunden vor Ankunft. Nach dem Absenden gibt es einen QR-Code, der bei Einreise und Zoll vorzuzeigen ist.
Visaverlängerung und Überziehung (Overstay)
Die meisten Visa für Bali lassen sich verlängern; die maximal mögliche Gesamtdauer hängt von der jeweiligen Kategorie ab (siehe oben) und der Antrag sollte rechtzeitig vor Ablauf gestellt werden. Wer die Gültigkeit überzieht, zahlt pro Tag eine Geldstrafe von 1.000.000 IDR; ab 60 Tagen Überziehung drohen Festnahme, Abschiebung und – je nach Schwere – eine Wiedereinreisesperre von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren.
Erforderliche Unterlagen für die Verlängerung:
- Ein gültiger Reisepass
- Nachweis des Verlängerungsgrunds
- Zahlung der entsprechenden Gebühr
Fazit
Die passende Visakategorie hängt vom Reisezweck und der geplanten Aufenthaltsdauer ab. Da sich Gebühren und Fristen – wie die angekündigte VOA-Gebührenerhöhung – kurzfristig ändern können, lohnt sich vor der Reise ein Blick auf evisa.imigrasi.go.id oder die Abstimmung mit einer Visaagentur.
Häufige Fragen
Wie lange im Voraus sollte ich das Visa on Arrival für Bali beantragen?
Das reguläre VOA wird direkt am Flughafen bezahlt. Wer Wartezeit sparen möchte, beantragt das e-VOA vorab online über evisa.imigrasi.go.id – am besten einige Tage vor Abflug, damit die Bestätigung rechtzeitig vorliegt.
Was passiert, wenn ich mein Visum in Bali überziehe?
Pro Tag Überziehung wird eine Geldstrafe von 1.000.000 IDR fällig. Ab 60 Tagen drohen Festnahme, Abschiebung und eine Wiedereinreisesperre von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren.
Kann ich das Visa on Arrival mehrfach verlängern?
Nein, das VOA/e-VOA lässt sich nur einmal um 30 Tage verlängern. Für längere touristische Aufenthalte bis zu 180 Tagen eignet sich stattdessen das C1-Visum, für häufige, wiederholte Kurzbesuche innerhalb eines Jahres das D1-Mehrfacheinreisevisum.
Welche Visa-Optionen gibt es für digitale Nomaden oder Langzeitaufenthalte auf Bali?
Für Remote-Arbeit mit ausländischem Arbeitgeber gibt es das E33G-Visum (1 Jahr, Mindesteinkommen 60.000 US-Dollar jährlich). Wer ohne Arbeit langfristig auf Bali leben möchte, kann das E33-Second-Home-Visum mit 5 oder 10 Jahren Gültigkeit beantragen.
Ist die digitale Einreisekarte „All Indonesia“ für Bali verpflichtend?
Ja. Seit dem 1. Oktober 2025 müssen alle internationalen Reisenden zusätzlich zum Visum die digitale Ankunftserklärung über die Plattform „All Indonesia“ ausfüllen, spätestens 72 Stunden vor Ankunft.