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Wer sich in Indonesien länger aufhält, als es das Visum erlaubt, begeht einen sogenannten Overstay. Betroffen sind vor allem Touristen, die die Gültigkeitsdauer ihres Visa on Arrival falsch einschätzen oder eine fällige Verlängerung verpassen. Dieser Beitrag erklärt die gesetzliche Grundlage, die Strafen bei Overstay auf Bali und wie sich ein Overstay vermeiden lässt.
Gesetzliche Grundlage für Overstay auf Bali
Overstay ist in Artikel 78 des indonesischen Einwanderungsgesetzes (Undang-Undang Nomor 6 Tahun 2011 tentang Keimigrasian) geregelt und wird durch die Regierungsverordnung PP Nr. 28/2019 konkretisiert. Jeder Tag, den eine ausländische Person über die genehmigte Aufenthaltsdauer hinaus in Indonesien bleibt, gilt unabhängig vom Visumtyp als Verstoß.
Strafen für Overstay auf Bali
- Geldstrafe: Bis 60 Tage Overstay wird eine Gebühr von 1.000.000 Indonesische Rupiah pro Tag fällig, umgerechnet rund 48 Euro (Wechselkurs Stand August 2026). Bei fünf Tagen Overstay sind das bereits 5.000.000 IDR, also rund 240 Euro.
- Abschiebung oder Haft: Wer länger als 60 Tage überzieht, wird nicht mehr nur mit einer Geldstrafe belegt, sondern in Abschiebehaft genommen. Für Verstöße gegen die Einwanderungsbestimmungen sieht das Gesetz zudem Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vor.
Mögliche langfristige Konsequenzen
- Einreiseverbote: Nach einer Abschiebung verhängt die Einwanderungsbehörde ein Einreiseverbot. Die Dauer richtet sich nach Schwere und Häufigkeit des Verstoßes und reicht von befristet bis dauerhaft.
- Schwierigkeiten bei zukünftigen Visumanträgen: Ein dokumentierter Overstay wird bei späteren Anträgen für ein Indonesien-Visum in der Regel mitgeprüft und kann zu einer Ablehnung führen.
Overstay vermeiden
- Ablaufdatum des Visums regelmäßig prüfen – auf dem Einreisestempel im Reisepass oder im eVisa-Konto
- Eine Verlängerung rechtzeitig vor Ablauf online über evisa.imigrasi.go.id oder bei einer Imigrasi-Behörde vor Ort beantragen
- Sich vor der Einreise über die zulässige Höchstdauer des gewählten Visumtyps informieren
Legale Alternativen für einen längeren Aufenthalt
Wer länger als 30 Tage auf Bali bleiben möchte, muss keinen Overstay riskieren. Das Visa on Arrival – heute offiziell als B1-Visum geführt – gilt zunächst 30 Tage und lässt sich einmalig um weitere 30 Tage verlängern, insgesamt also maximal 60 Tage; die Erstausstellung kostet 500.000 IDR. Für längere Aufenthalte eignet sich das C1 Visit Visa, früher unter dem Namen B211 bekannt: Es wird für 60 Tage ausgestellt, kostet ebenfalls 1.000.000 IDR und lässt sich mehrfach verlängern, bis zu einer Gesamtaufenthaltsdauer von maximal 180 Tagen. Beide Visa werden online über das eVisa-Portal der indonesischen Einwanderungsbehörde beantragt und verlängert; das ausgestellte Visum ist ab Erteilung 90 Tage gültig und muss innerhalb dieser Frist für die Einreise genutzt werden.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich mein Bali-Visum nur einen Tag überziehe?
Auch ein einzelner Tag Overstay gilt als Verstoß und kostet 1.000.000 IDR, umgerechnet rund 48 Euro. Die Gebühr wird bei der Ausreise an der Grenzkontrolle in bar erhoben.
Kann ich die Overstay-Strafe direkt bei der Ausreise bezahlen?
Bei einem Overstay bis 60 Tage ja: Die Gebühr wird bar an der Immigrationskontrolle beim Verlassen Indonesiens beglichen. Bei mehr als 60 Tagen erfolgt stattdessen ein Abschiebeverfahren statt einer Zahlung an der Grenze.
Wie beantrage ich rechtzeitig eine Visumverlängerung auf Bali?
Anträge laufen online über evisa.imigrasi.go.id oder persönlich bei einer Imigrasi-Behörde. Die Verlängerung sollte mehrere Tage vor Ablauf des Visums gestellt werden, damit die Bearbeitung rechtzeitig abgeschlossen ist.