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Bali zählt zu den meistbesuchten Reisezielen Südostasiens und empfängt jährlich Millionen ausländische Gäste. Wie in jedem stark frequentierten Urlaubsgebiet kommt es auch hier zu Straftaten gegen Touristen, vor allem Taschendiebstahl und Trickbetrug. Das Auswärtige Amt stuft weite Teile Indonesiens, einschließlich Bali, insgesamt als relativ sicher ein, weist aber auf einzelne wiederkehrende Kriminalitätsprobleme hin, etwa Taschendiebstahl und Auseinandersetzungen im Nachtleben.
Ein größeres Risiko als Kriminalität geht nach Einschätzung des Auswärtigen Amts vom Straßenverkehr aus: Unfälle mit gemieteten Motorrollern zählen zu den häufigsten Ursachen für schwere Verletzungen und Todesfälle unter ausländischen Reisenden auf Bali. Dieser Beitrag ordnet die tatsächliche Sicherheitslage ein, beschreibt die häufigsten Delikte und nennt konkrete, belegte Vorsichtsmaßnahmen.
Wie sicher ist Bali? Die aktuelle Kriminalitätslage
Nach Angaben des Auswärtigen Amts gilt Bali im landesweiten Vergleich als relativ sicher, allerdings häufen sich Meldungen zu Taschendiebstahl und zu gewalttätigen Vorfällen in Nachtclubs. Zu den regelmäßig gemeldeten Delikten zählen Taschendiebstähle sowie, seltener, bewaffnete Überfälle und Handtaschen- oder Mobiltelefonraub, die in öffentlichen Verkehrsmitteln, an belebten Plätzen sowie in Cafés und Restaurants touristisch geprägter Orte vorkommen.
Eine ergänzende Einordnung liefert das Nutzerportal Numbeo: Für Bali weist es einen Kriminalitäts-Index von rund 51 und einen Sicherheits-Index von rund 49 aus (Skala 0 bis 100, Stand Oktober 2025, Basis 93 Nutzerbewertungen). Das entspricht einem moderaten Niveau. Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um subjektive Umfragewerte, keine polizeilichen Fallzahlen. Eine amtliche, öffentlich einsehbare Kriminalstatistik speziell für Bali, vergleichbar mit der deutschen Polizeilichen Kriminalstatistik, existiert nicht.
Häufige Delikte gegen Touristen
Die folgenden Deliktarten werden in den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts und in Erfahrungsberichten von Reisenden regelmäßig für Bali genannt.
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Mehr InformationenTaschendiebstahl und Trickbetrug
Taschendiebstahl ist die mit Abstand häufigste Deliktform gegen Touristen. Betroffen sind vor allem belebte Orte wie Strände, Märkte, öffentliche Verkehrsmittel sowie Cafés und Restaurants in touristischen Zentren. Zusätzlich warnt das Auswärtige Amt vor Falschspielerbanden, die Reisende auf Bali gezielt zu verbotenen, manipulierten Glücksspielen verleiten.
Betrug beim Geldwechsel
Ein auf Bali immer wieder gemeldetes Problem sind unlizenzierte Wechselstuben, bei denen Reisende beim Umtausch von Bargeld um einen Teil der Summe gebracht werden, etwa durch schnelles Nachzählen mit versteckten Handgriffen. Die indonesische Zentralbank Bank Indonesia betreibt über ihre Bali-Vertretung ein eigenes Verzeichnis lizenzierter Wechselstuben („PVA Berizin“) und rät, ausschließlich Anbieter mit offizieller BI-Zertifizierung, klar ausgeschilderten Kursen und Quittung zu nutzen sowie das erhaltene Geld direkt am Schalter nachzuzählen. Verdachtsfälle können über die Meldestelle BI-PATROL angezeigt werden. Alternativ liefern Geldautomaten von Banken meist verlässlichere Kurse als freie Wechselstuben.
Taxi- und Transportbetrug
Wegen der Konkurrenz zwischen Transportanbietern kommt es auf Bali häufiger zu überhöhten Fahrpreisen; Reisende zahlen im ungünstigsten Fall ein Vielfaches des üblichen Preises. Empfohlen werden offizielle Taxiunternehmen mit Taxameter (etwa Blue Bird) oder Vermittlungs-Apps wie Grab oder Gojek, bei denen der Preis vorab feststeht.
Überfälle und erzwungene Geldabhebungen
Auch motorradfahrende Touristen können Opfer von Überfällen werden; vereinzelt kommt es zu erzwungenen Bargeldabhebungen an Geldautomaten. Wertsachen sollten deshalb nicht offen sichtbar am Körper getragen werden, besonders nicht während der Fahrt.
Belastbare, nach Alter, Geschlecht oder Nationalität aufgeschlüsselte Opferstatistiken speziell für Bali sind öffentlich nicht zugänglich; entsprechende, im Umlauf befindliche Prozentangaben lassen sich nicht auf eine verlässliche Quelle zurückführen und werden hier deshalb bewusst nicht wiedergegeben. Aus den Sicherheitshinweisen lässt sich vor allem ableiten, dass Gelegenheitsdelikte überwiegend dort auftreten, wo viele Touristen mit Wertsachen unterwegs sind: in Ausgehvierteln, an Stränden und beim Roller- oder Autoverleih.
Vergiftete Getränke: das Methanol-Risiko
Ein wiederkehrendes, ernstes Problem sind mit Methanol verunreinigte alkoholische Getränke. Das Auswärtige Amt verweist auf mehrere Kranken- und Todesfälle auf Bali und Lombok nach dem Genuss solcher Getränke. Betroffen sind meist selbstgebrannte oder gepanschte Spirituosen wie lokaler Arak, teils auch in Cocktails gemischt. Sicherer sind versiegelte Markenprodukte; bei sehr günstigen Spirituosen-Angeboten oder offen ausgeschenkten Cocktails aus unbekannter Quelle ist Zurückhaltung ratsam.
Verkehrsunfälle mit Motorrädern
Aufgrund der für ausländische Fahrerinnen und Fahrer ungewohnten Verkehrssituation kommt es auf Bali und Lombok häufig zu Unfällen mit Krafträdern, nicht selten mit Todesfolge unter Ausländern. Der Reiseführer Wikivoyage formuliert es deutlich: Bali sei kein Ort, um das Motorradfahren erst zu erlernen. Rechtlich vorgeschrieben ist ein internationaler Führerschein (International Driving Permit) mit der passenden Fahrzeugklasse; die Helmpflicht wird kontrolliert, Verstöße können vor Ort mit Bußgeld geahndet werden. Ein kurzer Check des Mietrollers vor Fahrtantritt (Bremsen, Reifen, Beleuchtung) reduziert das Risiko zusätzlich.
Drogen: keine Toleranz, keine Ausnahmen
Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Bereits der Besitz geringster Mengen, auch im Transitbereich von Flughäfen, kann zu langjährigen Freiheitsstrafen oder im Extremfall zur Todesstrafe führen. Eine Grauzone für Touristen gibt es nicht; das gilt ausdrücklich auch für vermeintlich weiche Drogen.
Weitere Risiken: Naturgefahren, Bootsfahrten und erhöhte Wachsamkeit
Indonesien liegt im pazifischen Feuerring, einer seismisch sehr aktiven Zone. Vulkanische Aktivität sowie Erd- und Seebeben kommen häufig vor, wodurch auch Tsunamis ausgelöst werden können. In der Regenzeit führen Starkregenereignisse regelmäßig zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen mit Auswirkungen auf die Infrastruktur.
Bei Bootstouren, etwa zu den Nusa-Inseln, gilt laut den Sicherheitshinweisen der Botschaft: Bei hohem Wellengang sollte die Tour nicht angetreten werden. Wetter- und Seegangswarnungen der Betreiber sollten ernst genommen werden, auch wenn das eine Verschiebung der geplanten Tour bedeutet.
Das Auswärtige Amt weist zudem auf ein landesweit erhöhtes Terroranschlagsrisiko hin. Als besonders anschlagsgefährdet gelten unter anderem internationale Hotels, Einkaufszentren, Diskotheken, Flughäfen und christliche Kirchen, ausdrücklich auch auf Bali. Hintergrund sind die Anschläge von Kuta im Oktober 2002 mit 202 Todesopfern sowie ein zweiter Anschlag 2005 mit 20 Todesopfern. Für den Alltag von Reisenden heute bedeutet das vor allem allgemeine Wachsamkeit an belebten, stark frequentierten Orten, keine akute, spezifische Bedrohung im Einzelfall.
Praktische Sicherheitstipps
- Wertsachen (Pass, Kreditkarten, Bargeld) getrennt aufbewahren und nicht offen sichtbar tragen, besonders an Stränden, in Nachtclubs und in öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Für Fahrten etablierte Taxi- oder Fahrdienst-Anbieter nutzen statt spontan angebotener, nicht lizenzierter Fahrzeuge.
- Nachts nach Möglichkeit in Gruppen unterwegs sein und belebte, beleuchtete Wege bevorzugen.
- Beim Rollerverleih auf den Fahrzeugzustand achten, Helm tragen und einen internationalen Führerschein mitführen.
- Bei Spirituosen auf versiegelte Markenware setzen und bei sehr günstigen oder offen ausgeschenkten Angeboten vorsichtig sein (Methanol-Risiko).
- Bootstouren nur bei ruhiger See und mit etablierten Anbietern antreten, Wetterwarnungen ernst nehmen.
- Bargeld möglichst an belebten, gut einsehbaren Geldautomaten abheben.
- Wichtige Dokumente (Reisepass, Versicherungsunterlagen, Notrufnummern) zusätzlich digital und in Kopie griffbereit halten.
- Eine lokale SIM-Karte oder mobiles Datenvolumen bereithalten, um im Ernstfall schnell Polizei, Vermieter oder Versicherung erreichen zu können.
Medizinische Versorgung und Auslandskrankenversicherung
Die medizinische Versorgung in Privatkliniken und größeren öffentlichen Kliniken ist grundsätzlich gegeben, außerhalb der Ballungsräume aber teils deutlich eingeschränkt. Für Bali empfiehlt sich deshalb dringend eine Reisekrankenversicherung, die auch einen Rücktransport beziehungsweise eine medizinische Evakuierung abdeckt, etwa bei einem schweren Verkehrsunfall oder einer Methanolvergiftung, die unter Umständen eine Behandlung außerhalb Balis nötig macht.
Im Notfall: Nummern und Anlaufstellen
Für Indonesien gelten landesweit einheitliche Notrufnummern:
- Polizei: 110 oder 112
- Ambulanz/Rettungsdienst: 118 oder 119
- Feuerwehr: 113
- Seenot- und Bergrettung (Basarnas): 115
Deutsche Staatsangehörige erreichen außerhalb der Dienstzeiten der Botschaft Jakarta den Bereitschaftsdienst für konsularische Notfälle (keine Visa-Anfragen) telefonisch und per SMS unter +62 811 152526.
Vor der Reise empfiehlt das Auswärtige Amt unabhängig vom Reiseziel und der Aufenthaltsdauer eine Eintragung in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland). Über die Liste beziehungsweise die zugehörige App kann die Botschaft registrierte Reisende bei Naturkatastrophen, Evakuierungen oder anderen Krisen gezielt kontaktieren, etwa bei einem größeren Erdbeben oder Vulkanausbruch.
Häufige Fragen
Ist Bali für Touristen sicher?
Im landesweiten Vergleich stuft das Auswärtige Amt Bali als relativ sicher ein. Die reale Gefahr liegt weniger in Gewaltkriminalität als in Alltagsdelikten wie Taschendiebstahl sowie im Straßenverkehr, vor allem bei Fahrten mit gemieteten Motorrollern.
Welche Gegenden sollte man aus Sicherheitsgründen meiden?
Offizielle No-Go-Bereiche für ganz Bali nennt das Auswärtige Amt nicht. Erhöhte Vorsicht ist in belebten Ausgehvierteln mit Nachtclub-Szene nachts sowie beim Bargeldabheben an einsam gelegenen Geldautomaten sinnvoll.
Was tun bei Diebstahl oder Betrug während der Bali-Reise?
Den Vorfall bei der örtlichen Polizei anzeigen (Notruf 110 oder 112); die Anzeige wird meist auch für die Reiseversicherung benötigt. Bei Verlust von Reisepass oder Zahlungsmitteln zusätzlich Karten sperren lassen und Kontakt zur zuständigen Botschaft beziehungsweise zum Honorarkonsulat aufnehmen.
Welche Versicherung empfiehlt sich für eine Bali-Reise?
Eine Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung für Rücktransport beziehungsweise medizinische Evakuierung, da die medizinische Versorgung außerhalb der größeren Zentren eingeschränkt sein kann.
Wie gefährlich sind gepanschte Getränke mit Methanol wirklich?
Das Auswärtige Amt bestätigt wiederholte Kranken- und Todesfälle auf Bali und Lombok im Zusammenhang mit methanolhaltigen Getränken. Betroffen sind vor allem selbstgebrannte oder gepanschte Spirituosen; versiegelte Markenware gilt als deutlich sicherer.
Wie erkennt man einen unseriösen Geldwechsler auf Bali?
Lizenzierte Wechselstuben („PVA Berizin“) zeigen laut Bank Indonesia ein offizielles BI-Zertifikat, klar ausgeschilderte Kurse und stellen Quittungen aus. Sicherer ist es, das gewechselte Geld direkt am Schalter selbst nachzuzählen oder stattdessen einen Bankautomaten zu nutzen.
Weiterführende Links
- https://indojunkie.com/sicherheit-indonesien/
- https://de.numbeo.com/kriminalität/stadt/Bali
- https://kanzlei-steinhausen.de/rechtsgebiete/strafrecht/die-22-haeufigsten-delikte-im-deutschen-strafrecht/
- https://paffen-sicherheit.de/glossar/kriminalitaet/
- https://www.hessenschau.de/panorama/kriminalstatistik-2023-mehr-straftaten-in-frankfurt—bahnhofsviertel-als-hotspot-v2,frankfurt-2023-kriminalstatistik-100.html
- https://www.studysmarter.de/schule/englisch/landeskunde-englisch/kriminalitaet-usa/
- https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/pks-2023.pdf?__blob=publicationFile&v=4
- https://mediendienst-integration.de/desintegration/kriminalitaet.html
- https://www.bundespolizei.de/Web/DE/03Unsere-Aufgaben/08Kriminalitaetsbekaempfung/kriminalitaetsbekaempfung-hintergruende.html
- https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/nationale-und-internationale-zusammenarbeit/grenzueberschreitende-polizeiliche-zusammenarbeit/grenzueberschreitende-polizeiliche-zusammenarbeit-node.html
- https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/dossier-innere-sicherheit/77562/jugendkriminalitaet-tatsachen-und-oeffentliche-wahrnehmung/
- https://www.wbs.legal/medienrecht/presserecht/persoenlichkeitsrecht/verdachtsberichterstattung/
- https://www.safercity.de/wie-medien-die-wahrnehmung/
- https://www.giz.de/de/weltweit/352.html