Singapur Shopping: Die wichtigsten Einkaufsviertel im Überblick

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Singapur gehört zu den einkaufsfreundlichsten Städten Asiens. Auf der Orchard Road reihen sich Malls mit internationalen Luxusmarken, in Chinatown und Little India laufen traditionelle Märkte, und am Wasser liegt mit dem Marina Bay Sands eines der größten Einkaufszentren des Landes. Dazu kommen die Bugis Street mit günstiger Mode, die Suntec City Mall mit zusätzlichem Unterhaltungsangebot, Sim Lim Square für Elektronik und die Haji Lane mit unabhängigen Designerläden. Der folgende Überblick zeigt, was die einzelnen Viertel unterscheidet, welche Fakten zu den großen Malls tatsächlich stimmen – manche Zahlen aus älteren Beschreibungen kursieren nämlich fehlerhaft im Netz – und worauf es beim Singapur Shopping praktisch ankommt.

Singapur Shopping: Überblick über die wichtigsten Viertel

Wer in Singapur einkaufen möchte, wählt am besten nach Budget und Interesse: Die Orchard Road bündelt große Malls und internationale Marken auf rund zwei Kilometern Länge. Bugis Street und der dortige Nachtmarkt eignen sich für günstige Mode und Streetfood. Chinatown und Little India zeigen traditionelles Marktleben mit Gewürzen, Stoffen und Souvenirs. Das Marina Bay Sands und die Suntec City Mall stehen für große, architektonisch auffällige Einkaufszentren, Sim Lim Square für Elektronik zu Verhandlungspreisen, VivoCity am HarbourFront für die schiere Größe abseits der Touristenrouten, während Haji Lane und umliegende Concept Stores unabhängige, lokale Labels zeigen. Wer alle Viertel an einem Tag abklappern will, überschätzt sich meist: Orchard Road allein füllt einen halben Tag, Marina Bay Sands wegen der schieren Größe einen weiteren. Sinnvoller ist es, zwei oder drei Viertel je nach Interesse zu kombinieren, etwa Orchard Road mit Bugis Street oder Marina Bay Sands mit Chinatown.

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Schaubild: Die acht wichtigsten Einkaufsviertel Singapurs im Überblick – Orchard Road, Bugis Street, Chinatown/Little India, Marina Bay Sands, Suntec City, Sim Lim Square, VivoCity und Haji Lane mit je einem Kennfakt, plus GST-Rückerstattung für Touristen.

Orchard Road: Malls, Marken und Architektur

Die Orchard Road ist die zentrale Einkaufsstraße Singapurs. Auf gut zwei Kilometern reihen sich Malls, Kaufhäuser und Flagship-Stores internationaler Marken; abends sorgen Lichtinstallationen an mehreren Gebäuden für zusätzliches Flair, besonders ausgeprägt während der Weihnachtsbeleuchtung im Dezember. Die Malls sind über Fußgängerbrücken, Unterführungen und die MRT-Station Orchard vielfach direkt miteinander verbunden, sodass sich ein Bummel auch bei Regen oder tropischer Hitze klimatisiert zurücklegen lässt.

ION Orchard und TANGS

Das ION Orchard hat acht Einkaufsebenen mit rund 400 Geschäften, von Luxusmarken wie Prada bis zu Modeketten wie Zara. Auf Ebene 5 betreibt die Whisky Trust Group die Grande Whisky Collection, ein Museum und Geschäft mit mehr als 4.500 schottischen und japanischen Whisky-Etiketten, darunter seltene Abfüllungen. Das Kaufhaus TANGS mit seinem markanten, grün gekachelten Pagodendach geht auf den 1932 gegründeten Händler Tang Choon Keng zurück; der Flagship-Store an der Orchard Road eröffnete am 20. Oktober 1958 und gilt als einer der Auslöser für die Entwicklung der Straße zum heutigen Einkaufsviertel. Das Gebäude an der Ecke Orchard/Scotts Road wurde 1982 durch den heutigen Komplex Tang Plaza ersetzt, übernahm aber Dach und rote Säulen des Vorgängerbaus. Auf dem Dach des ION Orchard liegt zudem ION Sky, eine Aussichtsplattform auf der 55./56. Etage in gut 218 Metern Höhe; im Untergeschoss sorgt der Food Opera mit mehr als 125 Garküchen für eine große Auswahl an günstigem Essen zwischen den Einkaufstouren.

Ngee Ann City, Wisma Atria und Paragon

Direkt gegenüber liegt Ngee Ann City, seit dem 21. September 1993 geöffnet: Auf rund 110.000 Quadratmetern verteilen sich sieben Verkaufsebenen mit etwa 130 Geschäften, angeführt vom japanischen Kaufhaus Takashimaya und der Buchhandelskette Kinokuniya. Unterführungen verbinden den Komplex direkt mit Wisma Atria, ION Orchard, Wheelock Place, Isetan und Lucky Plaza. Wisma Atria liegt unmittelbar an der MRT-Station Orchard und mischt internationale Modeketten mit einem großen Food-Court; das gegenüber liegende Paragon setzt stärker auf Premium- und Luxusmode.

Design Orchard: Bühne für lokale Labels

Das Design Orchard bündelt Mode, Accessoires und Souvenirs mehrerer Dutzend lokaler Marken unter einem Dach und dient zugleich als Ausstellungsfläche für Singapurer Designer – eine Alternative zu den internationalen Ketten der umliegenden Malls. Das Gebäude liegt am südlichen Ende der Orchard Road, nahe der Somerset MRT-Station, und kombiniert Verkaufsflächen mit einem Foodcourt im obersten Stockwerk.

Bugis Street: Günstig einkaufen und Nachtmarkt

Die Bugis Street ist das Gegenstück zur Orchard Road: enge Gassen mit preiswerter Kleidung, Accessoires und Elektronik, dazu ein Nachtmarkt mit Streetfood-Ständen. Die Preise liegen spürbar unter denen der großen Malls, entsprechend jünger und lebhafter ist auch das Publikum vor Ort. Direkt angeschlossen ist die klimatisierte Bugis Junction, sodass sich ein Streifzug über den Straßenmarkt gut mit einer Mall-Pause kombinieren lässt, etwa bei Regen oder in der Mittagshitze.

Einen Eindruck der Atmosphäre vermittelt dieses Video: Bugis Street auf YouTube.

Chinatown und Little India: Traditionelle Märkte

Der Chinatown Complex Market bietet frische Ware – tropische Früchte wie Durian, Rambutan und Mangostan, Meeresfrüchte, Gewürze – sowie chinesisches Kunsthandwerk und Souvenirs. Im Erdgeschoss und im ersten Stock reihen sich Marktstände, im obersten Stockwerk befindet sich eines der bekanntesten Hawker-Center Singapurs mit einfachen, preiswerten Garküchen. Der heutige Marktstandort entstand allerdings erst Anfang der 1980er-Jahre, als Straßenhändler aus dem alten Chinatown dorthin verlegt wurden; er ist damit jünger als vielerorts behauptet und nicht der älteste Markt der Stadt. Diesen Titel trägt unter den erhaltenen Nassmärkten der Tiong Bahru Market, der bereits 1950 eröffnete.

Der Little India Market konzentriert sich auf indische Gewürze wie Kurkuma und Kardamom, bunte Stoffe und Goldschmuck; besonders dicht ist das Angebot in der Serangoon Road und den angrenzenden Gassen. Wer weitere Märkte sucht, wird auch am Geylang Serai Market (malaiische und indische Waren, besonders voll während des Ramadan) und am erwähnten Tiong Bahru Market (Frischware und angeschlossenes Hawker-Center) fündig. Alle genannten Märkte öffnen früh am Morgen und sind gegen Mittag am belebtesten; am späten Nachmittag schließen viele Stände bereits wieder.

Designerboutiquen und Concept Stores

Neben den großen Malls gibt es in Singapur zahlreiche kleinere Boutiquen und Concept Stores, die lokale Designer zeigen, statt nur internationale Ketten zu bündeln. Das Design Orchard und Teile des TANGS-Sortiments gehören dazu; solche Adressen liegen meist in kleineren Nebenstraßen der Orchard Road oder in Randbereichen der großen Malls und sind damit leicht zu übersehen, wenn man nur von Mall zu Mall läuft. Weitere Adressen sind:

Designerboutiquen in Singapur
  • Mandarin Gallery, mit einem der größten Victoria’s-Secret-Stores Asiens
  • Malmaison by The Hour Glass, spezialisiert auf Uhren und weitere Luxusartikel
  • ION Orchard, wo Luxusmarken wie Prada und Louis Vuitton neben Streetwear-Labels stehen

Wer gezielt nach unabhängigen Labels sucht, kombiniert diese Adressen am besten mit einem Abstecher in die Haji Lane, die weiter unten im Detail beschrieben wird.

Marina Bay Sands: Luxus-Shopping am Wasser

The Shoppes at Marina Bay Sands eröffneten 2011 und zählen mit knapp 93.000 Quadratmetern und über 300 Geschäften und Restaurants zu den größten Einkaufszentren Asiens. Durch die Mall führt ein künstlicher Kanal, auf dem sich Besucher gegen Gebühr mit einem Sampan-Boot vom einen Ende zum anderen staken lassen können – eine architektonische Anspielung auf venezianische Kanäle. Zu den bekanntesten Adressen gehört das Louis Vuitton Island Maison: Der Store liegt auf einer eigenen, ins Wasser gebauten Insel, ist über einen Unterwassertunnel mit der Mall verbunden und gilt mit rund 1.900 Quadratmetern als größte Louis-Vuitton-Boutique der Welt. Daneben führen Fendi, Chanel, Tiffany & Co., Cartier und Rolex Filialen in der Mall. Am 7. September 2020 eröffnete hier zudem Singapurs dritter Apple Store. Oberhalb der Mall liegen Hotel, Casino und der SkyPark mit Aussichtsplattform; ein Besuch der Shoppes lässt sich also gut mit anderen Programmpunkten im selben Gebäude verbinden.

Suntec City Mall

Die Suntec City Mall öffnete 1997 mit rund 360 Geschäften auf vier Ebenen, unterteilt in West Wing (internationale Marken), North Wing (gehobene Mieter), Fountain Terrace (Gastronomie) und East Wing (Unterhaltung und Technik). Zum Komplex gehören außerdem fünf Bürotürme – vier mit 45 und einer mit 18 Stockwerken –, in denen unter anderem ausländische Vertretungen untergebracht sind. Architekt I. M. Pei plante die fünf Türme ursprünglich als die Finger einer Hand, in deren Mitte der namensgebende Fountain of Wealth als Ring liegt: Der 1995 fertiggestellte, 13,8 Meter hohe Brunnen aus Silizium-Bronze mit 66 Metern Umfang wurde 1998 als größter Brunnen der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Die Mall liegt direkt an den MRT-Stationen Promenade und Esplanade.

Ein Rundgang durch die Anlage: Suntec City auf YouTube.

Sim Lim Square: Elektronik-Einkauf mit Vorsicht

Sim Lim Square nahe der MRT-Station Rochor gilt seit den 1980er-Jahren als zentraler Umschlagplatz für Computer, Kameras und andere Elektronik und entwickelte sich aus dem benachbarten Sim Lim Tower heraus zu einem eigenständigen IT-Einzelhandelszentrum mit vielen kleinen Fachgeschäften über mehrere Stockwerke. Die Auswahl ist groß und Verhandeln gehört zum Geschäft, allerdings hatte das Gebäude in der Vergangenheit auch mit unseriösen Händlern und Betrugsfällen zu kämpfen. Wer dort einkauft, sollte Preise vorher vergleichen, sich Rechnungen mit genauer Artikelbezeichnung geben lassen und im Zweifel lieber ein Geschäft mit sichtbarer Preisauszeichnung wählen.

VivoCity: Die größte Mall der Stadt

Abseits der klassischen Touristenroute liegt am HarbourFront die VivoCity, mit rund 100.000 Quadratmetern Nettovermietungsfläche die größte Shoppingmall Singapurs. Der 2006 eröffnete, vom japanischen Architekten Toyo Ito entworfene Bau vereint auf drei Ebenen und zwei Untergeschossen über 300 Geschäfte, dazu ein Kino und einen Wasserspielplatz auf dem Dach. VivoCity liegt direkt an der MRT-Station HarbourFront und an der Sentosa Express, der Hochbahn zur Insel Sentosa – praktisch, um einen Einkaufsbummel mit einem Strand- oder Freizeitparktag zu verbinden.

Haji Lane und Kampong Glam: Lokale Designer

Die Haji Lane im Stadtteil Kampong Glam ist das Gegenstück zu den großen Malls: schmale Gassen mit unabhängigen Boutiquen, Cafés und Street-Art, nur wenige Gehminuten von der Sultan-Moschee entfernt. Hier verkaufen unter anderem Bynd Artisan (Notizbücher und Lederwaren, seit 2014), SBTG (Sneaker-Design), In Good Company (Basics aus hochwertigen Stoffen), Aijek (Damenmode mit ungewöhnlichen Schnitten) und Beyond The Vines (femininer, unkomplizierter Stil). Die Gasse ist tagsüber für Shopping ausgelegt, abends übernehmen Cafés und kleine Bars die Straße. Wer weiterschlendert, findet in den umliegenden Gassen von Kampong Glam zusätzlich kleine Stoff- und Teppichläden sowie Parfümerien, die an die arabische Handelsgeschichte des Viertels erinnern.

Praktische Tipps fürs Shopping in Singapur

Beste Zeiten und Verhandeln auf Märkten

Wochentags vormittags und am frühen Nachmittag ist in den großen Malls am wenigsten los; am Wochenende füllen sich vor allem Orchard Road und Marina Bay Sands. Auf traditionellen Märkten wie in Chinatown, Little India und teilweise auch in Sim Lim Square ist Feilschen üblich, besonders bei Souvenirs, Textilien und Elektronik – auf festen Preisschildern in Kaufhäusern und Malls dagegen nicht.

Bezahlen: Karte und App weit verbreitet

In Malls, Kaufhäusern und den meisten Geschäften wird bargeldloses Bezahlen mit Kredit- oder Debitkarte sowie kontaktlos per Smartphone erwartet und akzeptiert. Auf traditionellen Märkten und bei kleineren Ständen lohnt sich dagegen etwas Bargeld in kleinen Scheinen, da Kartenzahlung dort nicht immer möglich ist.

GST-Rückerstattung für Touristen

Wer nicht in Singapur wohnt, kann sich die Goods and Services Tax (GST, aktuell 9 Prozent) auf Einkäufe ab 100 Singapur-Dollar pro Beleg bei teilnehmenden Händlern über das Tourist Refund Scheme zurückerstatten lassen; bis zu drei Belege desselben Händlers und Tages lassen sich dafür zusammenrechnen. Voraussetzung ist unter anderem, den Pass beim Bezahlen vorzulegen und mindestens 16 Jahre alt zu sein. Beantragt wird die Rückerstattung vor dem Abflug an einem eTRS-Kiosk – in der Check-in-Halle für aufgegebenes Gepäck, in der Transit Lounge für Handgepäck. Das Verfahren steht nur am Flughafen Changi und am Flughafen Seletar zur Verfügung; für Ausreisen auf dem Land- oder Seeweg gilt es nicht.

Einkaufstipps für Singapur

Fazit

Singapur deckt beim Shopping ein breites Spektrum ab: Luxusmarken auf der Orchard Road und im Marina Bay Sands, günstige Mode auf der Bugis Street, traditionelle Waren in Chinatown und Little India, Elektronik in Sim Lim Square, die schiere Größe der VivoCity sowie unabhängige Labels in der Haji Lane. Welches Viertel sich lohnt, hängt vor allem vom Budget und davon ab, ob eher Marken-Shopping oder Marktatmosphäre gefragt ist. Für Touristen kommt die GST-Rückerstattung als spürbarer Preisvorteil hinzu, sofern der Mindesteinkaufswert erreicht wird und die Belege bis zum Abflug aufbewahrt werden. Wer wenig Zeit hat, plant am besten vorab ein oder zwei Schwerpunkte statt eines hektischen, wenig ergiebigen Rundgangs durch möglichst viele Viertel an einem einzigen Tag.

Häufige Fragen

Welche Öffnungszeiten haben die großen Malls in Singapur?

Die großen Malls an der Orchard Road, im Marina Bay Sands und in der Suntec City haben in der Regel durchgehend geöffnet, üblich sind Ladenzeiten vom späten Vormittag bis in den Abend. Die genauen Zeiten variieren von Geschäft zu Geschäft, teils auch nach Wochentag, und stehen auf den Websites der jeweiligen Mall; Restaurants und Foodcourts haben häufig länger geöffnet als die Läden selbst.

Wie funktioniert die GST-Rückerstattung für Touristen genau?

Über das Tourist Refund Scheme lässt sich die aktuell 9 Prozent hohe GST auf Einkäufe ab 100 Singapur-Dollar pro Beleg bei teilnehmenden Händlern zurückholen. Der Pass wird beim Bezahlen vorgelegt, die Rückerstattung selbst erfolgt vor dem Abflug am eTRS-Kiosk in Changi oder Seletar Airport.

Ist Feilschen auf allen Märkten in Singapur üblich?

Nein. Auf traditionellen Märkten wie in Chinatown oder Little India, besonders bei Souvenirs und Textilien, wird häufig verhandelt. In Kaufhäusern, Malls und bei festen Preisschildern ist das dagegen unüblich.

Wie kommt man von Bali aus am besten nach Singapur zum Shoppen?

Zwischen Denpasar (DPS) und Singapur (SIN) gibt es mehrmals täglich Nonstop-Flüge, unter anderem mit AirAsia; die reine Flugzeit liegt bei rund zweieinhalb Stunden. Ein Shoppingtrip nach Singapur lässt sich damit auch als kurzer Abstecher von Bali aus planen, etwa als verlängertes Wochenende mit Schwerpunkt Orchard Road und Marina Bay Sands.

Welches Einkaufsviertel passt zu Luxus-Shopping, welches zu kleinem Budget?

Für Luxusmarken und Designerboutiquen eignen sich die Orchard Road und The Shoppes at Marina Bay Sands. Wer eher auf ein kleines Budget achtet, findet auf der Bugis Street und im dortigen Nachtmarkt günstigere Mode, Accessoires und Elektronik, und in Sim Lim Square verhandelbare Preise für Technik.

Quellen