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Der Sarong gehört zur Alltagskleidung auf Bali und ist gleichzeitig ein praktisches Utensil für Reisende: Ohne Sarong und Schärpe kommt niemand durch das Tor eines balinesischen Tempels. Das rechteckige Tuch wird um die Hüfte gewickelt, unterscheidet sich stark in Material und Muster und wird sowohl von Balinesern im Alltag als auch von Besuchern am Strand getragen. Dieser Beitrag erklärt, was ein Bali Sarong ist, wann er vorgeschrieben ist, wie er sich binden lässt und worauf beim Kauf zu achten ist.
Was ist ein Bali Sarong?
Ein Sarong ist ein rechteckiges Stück Stoff, meist rund zwei Meter lang, das um die Hüfte gewickelt und an einer Seite festgesteckt oder verknotet wird. Der Begriff „Sarong“ stammt aus dem Malaiischen und bedeutet sinngemäß „Hülle“ oder „umhüllen“; erste schriftliche Belege der englischen Form „sarong“ reichen bis ins Jahr 1834 zurück. In Indonesien selbst ist die standardisierte Schreibweise „sarung“ gebräuchlich, im Deutschen und Englischen hat sich „Sarong“ durchgesetzt. Landesweit tragen vor allem muslimische Männer karierte Sarongs zum Gebet, während Batik-Varianten eher zu feierlichen Anlässen dienen. Auf Bali gehört das Tuch zur traditionellen Kleidung (Adat) und wird bei religiösen Zeremonien, Tempelbesuchen und im Alltag getragen – von Männern ebenso wie von Frauen.
Viele Sarongs sind im Batik-Verfahren gefärbt: Mit heißem Wachs werden Linien und Punkte auf den Stoff aufgetragen, die beim Färben unbehandelt bleiben; erst nach dem Entfernen des Wachses in kochendem Wasser wird das Muster sichtbar, der Vorgang lässt sich für mehrfarbige Muster wiederholen. Die UNESCO hat die indonesische Batik-Kunst 2009 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Songket, Endek und Gringsing – weitere balinesische Webtechniken
Neben Batik sind auf Bali weitere traditionelle Techniken verbreitet. Songket-Sarongs werden mit eingewebten Gold- oder Silberfäden gefertigt und vor allem zu Zeremonien getragen. Endek ist eine balinesische Ikat-Technik, bei der Fäden vor dem Weben gebündelt, abgebunden und gefärbt werden, sodass das Muster erst beim Weben entsteht; die ältesten bekannten Endek-Stoffe stammen aus dem späten 19. Jahrhundert aus dem Königreich Buleleng im Norden Balis und waren ursprünglich Familien mit hohem Kastenrang vorbehalten. Heute wird Endek unter anderem in Gianyar, Denpasar und Tabanan in Werkstätten gefertigt. Eine Sonderform ist der Gringsing, ein doppelter Ikat-Stoff, der ausschließlich im Dorf Tenganan im Osten Balis hergestellt wird. Beim Doppel-Ikat werden sowohl Kett- als auch Schussfäden vor dem Weben gefärbt – ein Verfahren, das in Indonesien nur dort praktiziert wird. Die Fertigstellung eines Gringsing-Tuchs kann zwei bis fünf Jahre dauern, entsprechend hochpreisig sind die Stücke.
Sarong-Pflicht beim Tempelbesuch
Für den Zutritt zu einem balinesischen Tempel sind Sarong und Schärpe vorgeschrieben, unabhängig vom Geschlecht. Zu den bekanntesten Tempeln, an denen die Regel gilt, zählen Uluwatu, Tanah Lot, Besakih und Tirta Empul. An diesen stark besuchten Anlagen ist der Verleih meist im Eintrittspreis enthalten oder kostet nur wenige Tausend Rupiah pro Set, direkt am Eingang ausgegeben. Wer während einer Reise mehrere Tempel besucht oder abseits der bekannten Anlagen unterwegs ist, kommt mit einem eigenen Sarong im Gepäck unabhängiger vom jeweiligen Verleih und muss nicht jedes Mal anstehen. Zusätzlich sollten Schultern und Rücken bedeckt sein; bei ärmellosen Oberteilen empfiehlt sich ein Tuch oder ein leichtes Hemd darüber. Bei religiösen Zeremonien gehört zur vollständigen Tracht balinesischer Frauen außerdem die Kebaya, eine traditionelle Bluse, oft in Weiß, mit einer Schärpe über dem Sarong; für einen kurzen Tempelbesuch als Reisender genügt dagegen in aller Regel Sarong und Schärpe über der eigenen Kleidung, wie es direkt am Eingang verlangt wird.
Sarong binden – gängige Wickelarten
Der Sarong lässt sich ohne Nähen in verschiedene Formen bringen. Grundtechnik für ein Wickelkleid:
- Sarong flach hinter dem Rücken halten, die oberen Ecken in beiden Händen.
- Die Enden auf einer Seite über der Brust oder an der Hüfte zusammenbinden.
- Stoff gleichmäßig verteilen, überschüssige Länge einschlagen oder raffen.
Wie gut ein Knoten hält, hängt vom Material ab: Baumwolle und Rayon lassen sich fest binden und rutschen kaum, glatte Seide dagegen löst sich leichter und braucht festeren Sitz oder eine zusätzliche Nadel. Je nach Bindeart entstehen unterschiedliche Kleidungsstücke:
| Bindeart | Ergebnis | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Enden über der Hüfte verknotet | Rock | Strand, Alltag, Markt |
| Enden über einer Schulter verknotet | Einschulter-Kleid | Abendessen, Ausgehen |
| Um die Hüfte gewickelt, dazu Schärpe | Zeremonielle Kleidung | Tempelbesuch, Zeremonie |
| Über eine Schulter oder den Kopf gelegt | Tuch/Kopfbedeckung | Sonnenschutz, kühle Abende |
Über die kulturelle Bedeutung hinaus lässt sich der Sarong auf Reisen praktisch einsetzen: als Handtuchersatz am Strand, als leichte Decke im Flugzeug oder Boot, als Sichtschutz beim Umziehen oder als zusätzliche Schulterbedeckung, wenn eine Unterkunft oder ein Restaurant bedeckte Kleidung verlangt.
Sarong kaufen – auf Bali und online
Auf Bali werden Sarongs auf Märkten, in Textilgeschäften und in kleinen Läden verkauft, etwa auf dem Kunstmarkt in Sukawati oder auf dem Markt in Ubud. Die Preise sind dort in aller Regel verhandelbar und hängen von Material, Musterung und Verkaufsort ab; in touristisch stark besuchten Gegenden liegen sie meist höher als abseits der Hauptstraßen. Wer handgewebte Spezialitäten wie Gringsing sucht, wird vor allem in Tenganan fündig, wo die Weberei bis heute betrieben wird; solche Stücke sind wegen der langen Herstellungszeit deutlich teurer als einfache Baumwoll- oder Rayon-Sarongs vom Markt. In Seminyak und Canggu gibt es zudem Boutiquen, die Sarongs und andere Batik- oder Ikat-Textilien in gehobener Verarbeitung anbieten, meist zu höheren, aber festen Preisen. Wer online kauft, sollte auf die Materialangabe, die Verarbeitung der Nähte, Kundenbewertungen des Shops und ein Rückgaberecht achten, falls Größe oder Passform nicht stimmen.
Material und Pflege
Für das feucht-heiße Klima Balis eignen sich atmungsaktive Naturfasern wie Baumwolle: Sie sind pflegeleicht und meist bei niedriger Temperatur maschinenwaschbar. Seide wirkt kühlend und hochwertiger, benötigt aber in der Regel Handwäsche und sollte nicht direkt in der Sonne getrocknet werden. Sarongs aus Rayon (Viskose) sind leicht und fließend, gelten jedoch als weniger strapazierfähig als Baumwolle. Batik-, Endek- und Songket-Stoffe mit aufwendiger Färbung sollten separat und möglichst kühl gewaschen werden, damit die Farben nicht ausbluten.
Für die Reisevorbereitung genügt in der Regel ein einfacher Baumwoll-Sarong in Batik-Muster oder Unifarbe: Er erfüllt die Kleiderordnung an Tempeln, lässt sich als Rock oder Kleid binden und dient unterwegs zusätzlich als Handtuch oder Decke. Aufwendige Techniken wie Songket, Endek oder Gringsing sind eher etwas für Sammler oder als besonderes Mitbringsel, weniger für den täglichen Gebrauch am Strand.
Häufige Fragen
Wo kann man auf Bali authentische Sarongs kaufen und was kosten sie?
Sarongs sind auf Märkten wie dem Kunstmarkt Sukawati oder dem Markt in Ubud sowie in Textilgeschäften erhältlich, handgewebte Gringsing-Stoffe speziell in Tenganan. Verlässliche Preisangaben lassen sich wegen der üblichen Verhandlung vor Ort und je nach Saison nicht pauschal nennen; einfache Markt-Sarongs sind deutlich günstiger als handgewebte Spezialitäten oder Boutique-Ware.
Wie bindet man einen Sarong als Rock oder Kleid?
Für ein einfaches Wickelkleid wird der Sarong hinter dem Rücken gehalten und die oberen Ecken über der Brust oder an einer Schulter zusammengebunden; für einen Rock genügt das Verknoten auf Hüfthöhe. Baumwolle und Rayon halten den Knoten dabei zuverlässiger als glatte Seide. Weitere Varianten stehen im Abschnitt „Sarong binden – gängige Wickelarten“.
Welche Materialien eignen sich für einen Sarong im tropischen Klima?
Atmungsaktive Naturfasern wie Baumwolle sind im feucht-heißen Klima Balis am angenehmsten zu tragen und pflegeleicht. Seide und Rayon sind leichter und fließender, gelten aber als empfindlicher in Pflege und Haltbarkeit.
Gibt es kulturelle Regeln für das Tragen eines Sarongs bei Tempelbesuchen auf Bali?
Ja: Für den Zutritt zu balinesischen Tempeln sind Sarong und Schärpe für alle Besucher vorgeschrieben, unabhängig vom Geschlecht. An größeren Tempeln wie Uluwatu, Tanah Lot, Besakih oder Tirta Empul wird beides meist gegen eine kleine Gebühr verliehen oder ist im Eintritt bereits enthalten; Schultern sollten zusätzlich bedeckt sein. Wer mehrere Tempel besucht, spart mit einem eigenen Sarong Zeit und Geld an jedem einzelnen Eingang.
Ist Batik dasselbe wie ein Sarong?
Nein. Sarong bezeichnet den Zuschnitt des Kleidungsstücks – ein rechteckiges, um die Hüfte gewickeltes Tuch. Batik ist dagegen eine Färbetechnik mit Wachsreserve, die auf Sarongs, aber auch auf anderen Textilien wie Hemden angewendet wird und 2009 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Auch Endek und Gringsing sind eigenständige Techniken und keine Batik.

