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Amed liegt im Nordosten Balis und unterscheidet sich spürbar vom touristischen Süden der Insel. Statt Beachclubs, Einkaufszentren und dichtem Verkehr prägen ruhige Buchten, Tauchschulen, Yoga-Studios und kleine Warungs das Bild. Der Name Amed steht heute nicht nur für das gleichnamige Dorf, sondern für einen rund 14 Kilometer langen Küstenstreifen mit insgesamt acht Siedlungen – von Amed selbst über Jemeluk, Bunutan, Lipah, Selang und Lean bis Banyuning und Aas.
Wer Ruhe sucht, gute Tauch- und Schnorchelspots direkt vor der Unterkunft schätzt und kurze Wege zu Sehenswürdigkeiten wie dem Wassertempel Tirta Gangga oder dem Schiffswrack von Tulamben will, findet in Amed einen der ruhigeren Orte Balis – ohne die touristische Infrastruktur größerer Urlaubsorte wie Kuta oder Seminyak.
Amed im Nordosten Balis: die wichtigsten Fakten
Amed gehört administrativ zum Distrikt Abang im Regierungsbezirk Karangasem, im Osten Balis am Fuß des Vulkans Agung. Von Denpasar aus dauert die Fahrt etwa drei Stunden. Ab dem Flughafen ist man mit einem privaten Fahrer häufig gut zweieinhalb Stunden unterwegs, mit dem günstigeren Perama-Shuttlebus, der unterwegs mehrere Orte anfährt, meist deutlich länger.
Seit einigen Jahrzehnten hat sich in Amed ein Tauch- und Yogatourismus etabliert. Entlang der Küste gibt es inzwischen zahlreiche Tauchschulen, Yoga-Studios sowie Restaurants und kleine Läden mit internationalem Angebot. Große Hotelketten oder Einkaufszentren sucht man hier dagegen vergeblich.
Unterschiedliche Strände
Die Strände entlang des Küstenstreifens unterscheiden sich sichtbar voneinander. In einigen Buchten, etwa bei Jemeluk, liegt hellerer, feiner Sand, andere Abschnitte bestehen aus dunklem Vulkansand oder sind eher steinig. Wer von Bucht zu Bucht fährt, findet auf wenigen Kilometern damit mehr Abwechslung, als es viele klassische Ferienstrände bieten. Wer eine bestimmte Bucht sucht, informiert sich am besten vorab beim Vermieter oder in der Unterkunft, welcher Strandabschnitt in Gehweite liegt.
Fischerboote und Angeln

Fischerei prägt Amed bis heute. Entlang fast aller Strände liegen die traditionellen, schmalen Auslegerboote (Jukung), mit denen Fischer meist in den frühen Morgenstunden aufs Meer hinausfahren. Wer selbst angeln möchte, kann sich an vielen Stränden direkt an lokale Fischer wenden; informelle Bootsausflüge gegen Bezahlung sind üblich. Dabei lassen sich neben Fisch gelegentlich auch Delfine beobachten, die vor der Küste vorbeiziehen. Der Preis für eine solche Tour wird üblicherweise direkt mit dem Bootsführer vor Ort verhandelt und hängt von Dauer und Ziel der Fahrt ab.
Ruhige Atmosphäre

Anders als in den Partyorten im Süden Balis gibt es in Amed kaum Nachtleben und so gut wie keine großen Feiern. Der Ort ist vor allem bei Reisenden beliebt, die nach Ruhe suchen – häufig in Kombination mit einem Yoga-Aufenthalt oder einem mehrtägigen Tauchkurs. Wer stattdessen ein lebendigeres Nachtleben mit Bars und Clubs sucht, ist im Süden Balis, etwa in Kuta, Seminyak oder Canggu, besser aufgehoben.
Schnorcheln und Tauchen in Amed

Amed zählt zu den bekanntesten Tauch- und Schnorchelgebieten Balis. Viele Riffe liegen als Hausriffe direkt vor den Stränden von Jemeluk, Lipah oder Selang und sind ohne Boot erreichbar, was den Ort auch für Einsteiger attraktiv macht. Amed Beach und der Strand von Jemeluk gelten als vergleichsweise flach und ruhig und eignen sich gut für erste Schnorchelausflüge; die zahlreichen Tauchschulen vor Ort bieten daneben auch Kurse für Anfänger an.
Die Unterwasserwelt vor Amed gilt im Vergleich zu stärker frequentierten Tauchgebieten Balis als in gutem Zustand – auch weil sich viele Spots ohne Bootsanfahrt direkt vom Strand aus erreichen lassen.
Lokale und internationale Küche
In Amed haben sich zahlreiche Restaurants angesiedelt, die sowohl indonesische als auch westliche Küche anbieten; frischer Fisch gehört praktisch überall zum Angebot. Einige Adressen entlang der Küste:
- Warung Ole: einfaches Restaurant mit guter indonesischer Küche.
- Smiling Buddha: balinesische und organische Gerichte am Strand von Aas, dazu werden auch Kochkurse angeboten.
- Green Leaf: vielfältiges Angebot mit zahlreichen internationalen Gerichten.
- Blue Earth Village: überwiegend einheimische und vegetarische Küche mit Blick auf den Mount Agung, besonders zum Sonnenuntergang.
Tagesausflüge und Sehenswürdigkeiten rund um Amed
Von Amed aus lassen sich mehrere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung mit dem Roller, dem Auto oder einem gebuchten Fahrer erreichen.
Der Wassertempel Tirta Gangga

Rund eine halbe bis dreiviertel Stunde Fahrt südwestlich von Amed, etwa 15 Kilometer entfernt, liegt der Wasserpalast Tirta Gangga. Die rund ein Hektar große Anlage wurde 1946 von I Gusti Bagus Jelantik, dem letzten König von Karangasem, als königliche Garten- und Badeanlage errichtet. Die Wasserbecken, Teiche und Springbrunnen werden bis heute von einer heiligen Quelle gespeist.
1963 wurde die Anlage durch den Ausbruch des Mount Agung schwer beschädigt und in den folgenden Jahren wiederhergestellt; heute zählt Tirta Gangga zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Ost-Balis. Ausländische Erwachsene zahlen Stand 2026 umgerechnet rund 90.000 Rupiah Eintritt, geöffnet ist täglich etwa von 6 bis 19 Uhr. Da sich Preise und Öffnungszeiten ändern können, lohnt sich eine kurze Prüfung vor Ort oder online.
Japanisches Schiffswrack bei Banyuning
In der Bucht von Banyuning, rund 20 Fahrminuten südlich von Amed an der Küstenstraße, liegt ein japanisches Schiffswrack aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs nur etwa 20 Meter vor der Küste. Es liegt in einer Tiefe von rund zwei bis zwölf Metern und ist damit sowohl für Schnorchler als auch für Taucher gut erreichbar. Am Wrack lassen sich regelmäßig Fischschwärme und gelegentlich Meeresschildkröten beobachten.
Tulamben und das USAT-Liberty-Wrack
Rund 20 Fahrminuten nördlich von Amed liegt Tulamben mit dem USAT Liberty, dem bekanntesten Wracktauchplatz Balis. Das rund 120 Meter lange US-Frachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Ausbruch des Mount Agung 1963 endgültig ins Meer gespült und liegt seither in einer Tiefe von rund drei bis 27 Metern, nur wenige Meter vom Strand entfernt. Der Tauchplatz eignet sich für unterschiedliche Erfahrungsstufen und lässt sich gut als Tagesausflug mit einem Aufenthalt in Amed verbinden.
Fähren nach Lombok und Gili Trawangan
Vom Hafen in Amed verkehren Schnellboote nach Gili Trawangan und weiter nach Lombok. Wer die Inselgruppe der Gilis oder Lombok mit auf die Reiseroute nehmen möchte, kann so direkt ab Amed weiterreisen, ohne den Umweg über die größeren Häfen im Süden Balis zu machen. Aktuelle Abfahrtszeiten und Preise sollten direkt bei den Bootsbetreibern vor Ort erfragt werden, da sich Fahrpläne saisonal ändern.
Reisterrassen bei Tirta Gangga

Auf dem Weg zum Wassertempel führt die Straße an ausgedehnten Reisterrassen vorbei, die zu den bekannten Fotomotiven der Region zählen. Entlang der Strecke gibt es mehrere Stellen zum Anhalten mit freiem Blick auf die Felder, besonders in den frühen Morgenstunden, wenn dort gearbeitet wird.
Praktische Tipps
Für Tempelbesuche wie in Tirta Gangga gilt in Bali eine Kleiderordnung: Sarong und Schärpe (Selendang) sind Pflicht, Schultern und Beine sollten bedeckt sein. An touristisch erschlossenen Tempeln lassen sich beide meist vor Ort gegen eine kleine Gebühr ausleihen.
Die Küstenstraße nach und durch Amed gilt streckenweise als schlaglochig. Wer mit dem Roller unterwegs ist, sollte entsprechend vorsichtig fahren und grundsätzlich einen Helm tragen.
Weiterführende Webseiten
Häufige Fragen
Wie kommt man am besten von Denpasar oder dem Flughafen nach Amed?
Mit einem privaten Fahrer dauert die Fahrt ab dem Flughafen häufig gut zweieinhalb Stunden, ab Denpasar rund drei Stunden. Der Perama-Shuttlebus braucht durch Zwischenstopps meist deutlich länger.
Welche Tauch- und Schnorchelspots in Amed eignen sich für Einsteiger?
Amed Beach und der Strand von Jemeluk gelten mit ihren flachen Hausriffen als einsteigerfreundlich; auch das japanische Wrack bei Banyuning lässt sich wegen seiner geringen Tiefe schon von Anfängern gut erschnorcheln.
Wie viel kostet der Eintritt zum Wassertempel Tirta Gangga?
Ausländische Erwachsene zahlen Stand 2026 umgerechnet rund 90.000 Rupiah; Preise können sich ändern, eine Prüfung vor Ort ist ratsam.
Wann ist die beste Reisezeit für einen Aufenthalt in Amed?
Die Trockenzeit von etwa April/Mai bis Oktober gilt allgemein als beste Reisezeit für Bali. Amed liegt im Regenschatten der Berge und bekommt selbst in der Regenzeit weniger Niederschlag als der Süden der Insel; für Taucher und Schnorchler bietet die Zeit von Juni bis Oktober meist die beste Sicht.
Lässt sich ein Ausflug nach Tulamben mit einem Aufenthalt in Amed verbinden?
Ja, Tulamben mit dem USAT-Liberty-Wrack liegt nur rund 20 Fahrminuten nördlich von Amed und ist ein beliebtes Tagesausflugsziel für Taucher und Schnorchler.
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