Balis historische Sehenswürdigkeiten: Tempel und Naturdenkmäler im Überblick

Historische Orte Bali

Bali verbindet auf engem Raum eine vulkanische Landschaft mit einer jahrhundertealten hinduistisch-balinesischen Tempelkultur. Wer die Insel abseits der Strände erleben will, findet in den historischen Tempeln, Vulkanen und Reisterrassen die Grundlage der balinesischen Identität. Dieser Überblick stellt vier der bekanntesten Tempel sowie die wichtigsten Naturdenkmäler vor – mit Angaben zu Lage, Öffnungszeiten und Anreise.

Die meisten der genannten Orte sind aktive Kultstätten. Für den Zutritt gilt an balinesischen Tempeln eine einheitliche Kleiderordnung: Sarong und Schärpe sind Pflicht, an den großen Touristentempeln lassen sich beide vor Ort leihen.

Historische Tempel Balis als Zeugen der Vergangenheit

Der balinesische Hinduismus unterscheidet sich deutlich von seiner indischen Ausgangsform und ist eng mit lokalen Ahnen- und Naturkulten verwoben. Tanah Lot und Uluwatu zählen zu den neun Kahyangan-Jagat-Tempeln, die traditionell die Himmelsrichtungen der Insel schützen sollen. Die folgenden vier Anlagen zeigen unterschiedliche Seiten dieser Tempelkultur.

Tanah Lot: Meerestempel auf einem Felsen

Tanah Lot liegt bei Beraban im Regierungsbezirk Tabanan. Der Tempel steht auf einem Felsen vor der Küste und ist nur bei Ebbe zu Fuß erreichbar; bei Flut umschließt ihn das Meer. Der Überlieferung nach geht die Anlage auf den Priester Dang Hyang Nirartha im 16. Jahrhundert zurück und ist dem Meeresgott Dewa Baruna geweiht. Praktische Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintritt stehen in der Tabelle unten.

Pura Besakih: Muttertempel am Gunung Agung

Pura Besakih liegt auf rund 1.000 Metern Höhe am Hang des Gunung Agung und gilt als wichtigster Tempelkomplex des balinesischen Hinduismus. Die Anlage besteht aus 23 Einzeltempeln auf sechs terrassierten Ebenen, Pura Penataran Agung bildet das Zentrum. Für Gläubige ist Besakih rund um die Uhr geöffnet, der Tourismus-Eintritt schließt Sarong-Verleih, eine verpflichtende lokale Führung und einen Elektro-Shuttle vom Parkplatz ein.

Uluwatu: Tempel auf der Klippe

Der Tempel Pura Luhur Uluwatu steht auf einer rund 70 Meter hohen Klippe an der Südspitze der Bukit-Halbinsel. Ein Vorgängerbau soll bereits im 11. Jahrhundert unter dem Gelehrten Empu Kuturan entstanden sein, die heutige Form geht überwiegend auf Erweiterungen um das 16. Jahrhundert durch Dang Hyang Nirartha zurück. Uluwatu zählt ebenfalls zu den neun Kahyangan-Jagat-Tempeln. Täglich um 18 Uhr findet auf einer Klippenbühne eine Kecak-Tanzaufführung statt, deren Ticket separat vom Tempeleintritt gekauft wird. Am Tempel leben zahlreiche Langschwanzmakaken, die Besuchern gerne Gegenstände entwenden.

Goa Gajah: Unterirdische Meditationsräume bei Ubud

Goa Gajah, die „Elefantenhöhle“, liegt im Dorf Bedulu bei Ubud. Die Anlage stammt vermutlich aus dem 9. bis 11. Jahrhundert und wurde erst 1923 von niederländischen Archäologen wiederentdeckt; die Badebecken davor kamen erst in den 1950er-Jahren ans Licht. Im Inneren finden sich Meditationsnischen sowie ein Lingam-Yoni-Heiligtum und eine Ganesha-Figur, am Fluss dahinter zusätzlich buddhistische Stupa-Reliefs. Elefanten gab es hier nie – der Name geht vermutlich auf die geschnitzte Gesichtsmaske am Höhleneingang zurück.

Uluwatu Tempel über den Klippen
TempelLageFahrzeitÖffnungszeitenEintritt (ausl. Besucher)
Tanah LotFelsen vor der Küste, Tabananca. 20 Min. ab Denpasar7–19 Uhrca. 75.000 Rp
Pura BesakihHang des Gunung Agung, ca. 1.000 mgut 1 Std. ab Ubud7–18 Uhr (Touristen)ca. 150.000 Rp, inkl. Führung/Sarong/Shuttle
Uluwatu70 m hohe Klippe, Bukit-Halbinselca. 30 Min. ab Denpasar7–19 Uhrvor Ort, Beträge variieren je nach Quelle
Goa GajahBedulu bei Ubudca. 15 Min. ab Ubud8–17 Uhrca. 50.000 Rp

Alle vier Tempel sind aktive Kultstätten; bei religiösen Zeremonien können Teile der Anlagen zeitweise für Touristen gesperrt sein.

Vulkane und Reisterrassen als Naturdenkmäler

Der Gunung Batur (1.717 Meter) im Nordosten Balis liegt in einer doppelten Vulkan-Caldera, die auch den Kratersee Danau Batur einschließt. Bekannt ist der Vulkan für die Sonnenaufgangswanderung: Touren starten meist zwischen 2 und 4 Uhr nachts, der Aufstieg dauert je nach Route zwei bis vier Stunden und ist nur mit lokalem Guide erlaubt.

Der Gunung Agung ist mit 3.031 Metern die höchste Erhebung Balis und gilt den Balinesen als irdisches Abbild des heiligen Berges Meru. Der aktive Vulkan brach zuletzt 2017/2018 erneut aus; seither gilt um den Krater eine Sperrzone.

Die stufenförmigen Reisterrassen prägen daneben das Bild der Insel und sind Teil des traditionellen Bewässerungssystems Subak, das Landwirtschaft, Dorftempel und Wassertempel miteinander verbindet. Die Subak-Kulturlandschaft Balis steht seit 2012 auf der UNESCO-Welterbeliste.

Häufige Fragen

Was kostet der Eintritt zu Tanah Lot, Pura Besakih, Uluwatu und Goa Gajah?

Bar vor Ort in Rupiah, siehe Tabelle oben; für Uluwatu weichen die Angaben je Quelle voneinander ab. Preise ändern sich gelegentlich.

Wie lange dauert die Anreise von Ubud oder Denpasar zu diesen Tempeln?

Ab Denpasar rund 20 Minuten nach Tanah Lot und rund 30 Minuten nach Uluwatu; ab Ubud rund 15 Minuten nach Goa Gajah und gut eine Autostunde nach Besakih.

Welche Kleidung ist bei einem Tempelbesuch auf Bali vorgeschrieben?

Sarong und Schärpe sind Pflicht, Schultern sollten bedeckt sein. Beides ist an den Touristentempeln meist leihbar.

Wann ist die beste Zeit für die Sonnenaufgangswanderung auf den Gunung Batur?

Start meist zwischen 2 und 4 Uhr nachts mit Guide, Aufstieg zwei bis vier Stunden je nach Route und Tempo.

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