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Kintamani ist die Hochlandregion im Nordosten Balis rund um den Vulkan Mount Batur und den Kratersee Danau Batur. Die Gegend zählt zu den meistbesuchten Ausflugszielen der Insel und wird auf dem Weg dorthin meist mit einem Stopp in Ubud, den Reisterrassen von Tegallalang, dem Heiligen Affenwald und einer Kaffeeplantage kombiniert.
Kintamani im Hochland von Bali
Lage und Klima
Kintamani liegt am Rand der großen Caldera des Batur-Vulkans, deutlich höher als die Küstenregionen Balis. Die Lufttemperatur ist entsprechend kühler: Tagsüber liegt sie rund 15 Grad unter der Küstentemperatur, nachmittags bilden sich häufig Wolken und Nebel. Eine Jacke oder ein Pullover sind ratsam, nach Sonnenuntergang kühlt es spürbar ab.
Anreise und beste Reisezeit
Von Ubud aus ist Kintamani mit dem Auto in rund 45 Minuten zu erreichen, von Denpasar dauert die Fahrt über die Bergstraßen gut 90 Minuten oder länger, je nach Verkehr. Für die Aussicht auf den Mount Batur eignet sich der Vormittag am besten, bevor sich ab dem frühen Nachmittag Wolken und Nebel bilden. Für die Anreise insgesamt lohnt sich die Trockenzeit: In den Regenmonaten Dezember bis Februar sind Wege häufiger rutschig und die Sicht schlechter, ein Regenschirm oder eine Regenjacke gehören dann ins Gepäck.
Was es in Kintamani zu sehen gibt
Auf einem Ausflug nach Kintamani lassen sich mehrere Ziele rund um die Caldera verbinden:
- Penelokan: Aussichtspunkt am Kraterrand mit Blick auf Mount Batur und den Kratersee Danau Batur.
- Toya Bungkah: natürliche heiße Quelle am Fuß des Vulkans, direkt am Seeufer gelegen.
- Pura Ulun Danu Batur: der wichtigste Wassertempel Balis, gemeinsam mit dem Batur-See seit 2012 Teil der UNESCO-Welterbestätte zum balinesischen Subak-Bewässerungssystem.
- Toya Devasya: weiteres Thermalbad am Seeufer mit mehreren Becken.
- Danau Batur: der Kratersee der Caldera; von Kedisan aus werden Bootstouren zum Bali-Aga-Dorf Trunyan angeboten.
- Mount Batur: der aktive Vulkan der Region und Ziel des bekannten Sonnenaufgangstrekkings.
Die klassische Route nach Kintamani führt von Süden über Ubud und die umliegenden Kunsthandwerker-Dörfer, vorbei an Reisterrassen und Kaffeeplantagen bis zum Kraterrand. Entlang der Strecke verkaufen Werkstätten Holzschnitzereien, Silberschmuck und Textilien; ein Stopp beim Heiligen Affenwald gehört bei den meisten Tagestouren ebenfalls dazu.
Sehenswürdigkeiten in und um Kintamani
Heiliger Affenwald im Dorf Padangtegal
Der Heilige Affenwald (Mandala Suci Wenara Wana) im Dorf Padangtegal liegt am südlichen Ortsrand von Ubud und umfasst rund 12,5 Hektar bewaldetes, hügeliges Gelände mit einem kleinen Bach. Wanderwege führen zwischen Steinstatuen von Tieren aus der hinduistischen Mythologie hindurch.
Im Wald leben mehr als 1.000 Balinesische Langschwanzmakaken in mehreren Gruppen. Sie sind an Menschen gewöhnt und lassen sich am Eingang mit dort verkauften Bananen füttern; Taschen und lose Gegenstände sollten Besucher trotzdem gut sichern, da die Tiere danach greifen können. Der Park verfügt über Parkplätze, Toiletten und einen Erste-Hilfe-Posten.
Affen gelten im balinesischen Hinduismus als heilige Tiere, entsprechend hat der Wald eine religiöse Bedeutung. Auf dem Gelände stehen drei Tempel: Pura Dalem Agung Padangtegal als Haupttempel, Pura Beji für Reinigungszeremonien und Pura Prajapati als Kremationstempel. Für den Zutritt zu den Tempeln sind traditionelle Sarongs vorgeschrieben, die vor Ort verliehen werden.
Reisterrassen von Tegallalang

Die Reisterrassen sind stufenförmig angelegte Felder an den Hügeln nördlich von Ubud, bewässert über das balinesische Subak-System aus Kanälen und gemeinschaftlicher Wasserverteilung. Das Subak-System gehört seit 2012 zur UNESCO-Welterbestätte „Cultural Landscape of Bali Province“; einer ihrer zentralen Bestandteile ist der Wassertempel Pura Ulun Danu Batur am Kratersee bei Kintamani.
Die Landschaft ändert sich mit dem Reisanbauzyklus, der von Aussaat bis Ernte rund drei Monate dauert: Mit Wasser gefüllte Terrassen wirken wie Spiegel, junge Setzlinge lassen die Stufen smaragdgrün erscheinen, reife Ähren werden gelb. Nach der Ernte weiden hier oft Enten, die liegen gebliebene Körner und Schädlinge fressen; frisch gepflügte Felder wirken graubraun. Terrassencafés entlang des Rundwegs servieren Kaffee und Kokosnussgetränke, am Ausgang werden Hüte aus Kokosnussblättern und Korbwaren verkauft.
Kaffeeplantagen
Auf Bali wird seit Jahrzehnten überwiegend die robustere Robusta-Sorte angebaut, in kleineren Mengen auch Arabica. Bei einer Plantagenführung lässt sich der komplette Ablauf von Ernte über Trocknung und Reinigung bis zum Rösten verfolgen, größtenteils in Handarbeit.
Viele Plantagen halten zusätzlich Fleckenmusangs, deren teilweise verdaute Kaffeekirschen als Kopi Luwak verkauft werden – eine der teuersten Kaffeesorten der Welt. Am Ende der Führung steht meist eine Verkostung verschiedener Kaffee- und Teesorten, anschließend werden im angeschlossenen Laden Kaffee und Gewürzmischungen angeboten.
Mount Batur von der Aussichtsplattform

Mount Batur ist mit 1.717 Metern über dem Meeresspiegel deutlich niedriger als der höchste Ringwallgipfel der Caldera, der rund 2.150 Meter hohe Mount Abang. Der Vulkankegel trägt drei Krater und liegt innerhalb einer doppelten Caldera: Ein äußerer Ring bildete sich vor rund 29.000 Jahren, ein innerer vor gut 20.000 Jahren. In der Caldera liegen 15 Dörfer, darunter die vier Hauptorte Kedisan, Songan, Trunyan und Toya Bungkah, dazu der namensgebende Kratersee Danau Batur.
Batur ist weiterhin aktiv; der letzte Ausbruch datiert auf die Jahre 1999/2000, seither wurden mehrfach kleinere Ascheemissionen registriert. Trotzdem leben Menschen dauerhaft in der Caldera, darunter die Bewohner des Bali-Aga-Dorfs Trunyan am Seeufer. Das bekannte Sonnenaufgangstrekking auf den Gipfel startet vor Sonnenaufgang; der Aufstieg dauert rund zwei Stunden über unbefestigtes, teils steiles Gelände.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Eintritt für Mount Batur und die Umgebung von Kintamani?
Für die Einfahrt ins Kintamani-Gebiet wird pro Person eine allgemeine Gebietsgebühr erhoben, die für private Fahrzeuge bei rund 10.000 Rupiah liegt. Einzelne Ziele wie der Ulun-Danu-Batur-Tempel, die Thermalbäder oder das Vulkantrekking verlangen zusätzlich eigene, separat zu zahlende Eintritts- beziehungsweise Tourpreise. Diese ändern sich häufiger und sollten vor Ort oder beim Guide erfragt werden.
Wie kommt man am besten von Ubud oder Denpasar nach Kintamani?
Mit dem Auto oder Taxi dauert die Fahrt von Ubud rund 45 Minuten, von Denpasar über die kurvige Bergstraße mindestens 90 Minuten, je nach Verkehr auch länger. Die Strecke wird meist mit einem Fahrer oder als Teil einer organisierten Tagestour zurückgelegt; ein Mietwagen in Eigenregie ist wegen der Serpentinen anspruchsvoller.
Wann ist die beste Tageszeit und Jahreszeit für einen Besuch?
Am klarsten ist die Sicht auf den Vulkan meist am Vormittag, bevor sich ab dem frühen Nachmittag Wolken und Nebel bilden. Für die Anreise insgesamt eignet sich die Trockenzeit besser als die Regenmonate Dezember bis Februar, in denen Wege rutschiger und die Sicht schlechter sein können.
Ist die Besteigung des Mount Batur für Anfänger geeignet?
Der Aufstieg zum Sonnenaufgang gilt als konditionell machbar für halbwegs fitte Personen ohne Bergerfahrung, dauert aber rund zwei Stunden über unbefestigtes, teils steiles Gelände und beginnt lange vor Sonnenaufgang bei Dunkelheit. Festes Schuhwerk und eine Taschenlampe sind Grundvoraussetzung; wer unsicher ist, bucht die Tour mit lokalem Guide.