Nachhaltig reisen auf Bali: Öko-Tourismus, Dorfprojekte und Bio-Farmen

Bäuerin mit Hut pflanzt Reissetzlinge in überflutete, geschwungene Reisterrassen, im Hintergrund Palmen
Eine Bäuerin setzt Reissetzlinge in die gefluteten Terrassenfelder bei Soka im Regierungsbezirk Tabanan. Foto: Hariyono Suwardi, Lizenz CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Nachhaltig reisen auf Bali heißt vor allem: wissen, wer an einem Angebot verdient, welche Regeln die Provinz für Gäste aufgestellt hat und wie sich Werbeaussagen prüfen lassen. Öko-Tourismus auf Bali reicht von Dörfern, die ihre Touren selbst planen und führen, über kleine Projekte für biologischen Landbau bis zu Kochkursen mit Farmbesuch. Die Grundlage bildet das Subak, die genossenschaftliche Verteilung des Bewässerungswassers, die seit 2012 UNESCO-Welterbe ist.

Datenstand: 21. Oktober 2026. Quellen und Rechenweg stehen am Ende des Artikels.

Subak und Tri Hita Karana: Grundlage des Öko-Tourismus auf Bali

Das Subak ist ein genossenschaftliches System aus Kanälen und Wehren, mit dem Reisbauern das Wasser untereinander verteilen. Nach der Beschreibung der UNESCO reicht es bis ins 9. Jahrhundert zurück. Mittelpunkt sind Wassertempel, an denen die Gemeinschaften die Verteilung regeln. Auf Bali gibt es laut UNESCO rund 1.200 solcher Wassergemeinschaften; aus einer Quelle versorgen sich jeweils 50 bis 400 Bauern.

Seit 2012 steht die „Kulturlandschaft der Provinz Bali: das Subak-System als Ausdruck der Tri-Hita-Karana-Philosophie“ auf der Welterbeliste. Die Stätte umfasst 19.519,9 Hektar, dazu eine Pufferzone von 1.454,8 Hektar. Sie besteht aus fünf Teilgebieten: dem Wassertempel Pura Ulun Danu Batur, dem Batur-See, den Subak-Landschaften am Fluss Pakerisan und von Catur Angga Batukaru sowie dem Königstempel Pura Taman Ayun bei Mengwi. In diesen Gebieten bauen die Bauern laut UNESCO noch traditionellen balinesischen Reis ohne Kunstdünger und Pestizide an. Wie man die Reisfelder besucht, steht im Artikel über die Reisterrassen von Tegallalang und Jatiluwih.

Tri Hita Karana ist nach der Definition in der Verordnung der Provinz Bali über biologischen Landbau (Nr. 8/2019) die Lebensphilosophie der Balinesen: Gleichgewicht und Harmonie zwischen Mensch und Gott, zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Umwelt. Die UNESCO beschreibt sie als Verbindung von Geist, Menschenwelt und Natur. Mehr zum religiösen Hintergrund lesen Sie im Artikel über die Religion auf Bali. Für den Tourismus ist das Subak doppelt wichtig: Die Reisterrassen sind ein Hauptziel vieler Gäste, und jede Fläche, die für Villen oder Hotels verkauft wird, fehlt dem System. Im September 2025 kündigte der Gouverneur an, die Umwandlung von Reisfeldern in Hotels und Restaurants zu unterbinden.

Lokale Gemeinschaften im nachhaltigen Tourismus: Dörfer planen ihre Angebote selbst

Wie viel vom Geld der Gäste im Dorf bleibt, hängt davon ab, wer ein Angebot organisiert. Gut dokumentiert sind auf Bali zwei Wege: das Dorfnetzwerk Jaringan Ekowisata Desa (JED), in dem Dörfer ihre Touren selbst gestalten, und das Tourismusdorf Penglipuran, das Eintritt erhebt und die Einnahmen mit dem Regierungsbezirk teilt.

Dorfnetzwerk JED: Partizipation und Verteilung der Einkünfte

JED wurde 2002 von der balinesischen Umweltorganisation Yayasan Wisnu und vier Dörfern gegründet: Kiadan bei Pelaga, Dukuh bei Sibetan, Tenganan Pegringsingan und Nusa Ceningan. Heute gehören dem Netzwerk nach eigenen Angaben neun Dörfer an, darunter Perancak, Nyambu, Pedawa, Tanglad auf Nusa Penida und die Dorfgemeinschaft Dalem Tamblingan, dazu zwei Organisationen. Der Grundsatz lautet laut JED: Nicht der Tourismus kontrolliert das Dorf, sondern das Dorf den Tourismus. Die Dörfer besitzen die Ressourcen, organisieren die Aktivitäten selbst und entscheiden, wie die Einnahmen verteilt werden.

Nach Angaben des Netzwerks gehen die Einnahmen an Guides, Köchinnen und Köche, Handwerker, Gastfamilien und Bauern, in dörfliche Fonds für Naturschutz, in Zeremonien und in den Unterhalt gemeinsamer Einrichtungen. Eine unabhängig geprüfte Aufstellung dazu veröffentlicht JED nicht. Für Gäste gilt laut den Fragen und Antworten des Netzwerks: Die meisten Programme laufen als private Touren für mindestens zwei Personen, Alleinreisende zahlen einen Zuschlag, Kinder von 2 bis 11 Jahren die Hälfte. Angefragt wird direkt beim Netzwerk, mindestens drei Tage vorher; übernachtet wird, wo angeboten, in Gästehäusern der Dorfgemeinschaft.

Penglipuran: Arbeitsplätze, kulturelle Werte und Einnahmen im Tourismusdorf

Penglipuran im Regierungsbezirk Bangli ist seit dem 29. April 1993 per Beschluss des Landrats offiziell Tourismusdorf. Nach Angaben des Tourismusministeriums lebten dort im Januar 2021 1.111 Menschen in 277 Haushalten. Die Höfe folgen einem einheitlichen Grundriss; jeder Haushalt muss Hoftor, balinesische Küche und einen offenen Pavillon erhalten. Zum Dorf gehören 45 Hektar Bambuswald bei 112 Hektar Gesamtfläche. Das Zusammenleben regelt das überlieferte Gewohnheitsrecht awig-awig. 2023 zeichnete die Welttourismusorganisation UN Tourism Penglipuran als „Best Tourism Village“ aus, 2025 erhielt das Dorf vom indonesischen Umweltministerium die Würdigung „Apresiasi Kalpataru Lestari“.

Die Besuchszahlen sind stark gestiegen. 2024 zählte die Dorfverwaltung 1.023.143 Besuche, rund 3,9-mal so viele wie 2019. Im Mai 2026 kamen nach ihren Angaben im Schnitt rund 2.000 Besuche am Tag.

JahrBesuche gesamtdavon aus dem Ausland
2019262.40158.362
2021146.709565
2022608.13343.749
2023956.425keine Angabe
20241.023.143152.806
2025keine Angabe160.521
Besuche im Tourismusdorf Penglipuran. 2019 bis 2022: Dorfverwaltung, veröffentlicht in einer Studie der Universität Dhyana Pura (2025); 2023 und 2024: Dorfverwaltung nach ANTARA (4. Januar 2025); 2025: Tourismusbehörde der Provinz Bali, Jahresstatistik 2025. Gezählt werden Besuche, nicht Personen. Stand 21.10.2026.

Den Eintritt erhebt der Regierungsbezirk als Abgabe nach seiner Abgabensatzung (Perda Bangli Nr. 5/2023). Die Einnahmen teilen sich Dorf und Bezirk: 60 Prozent gehen an das Dorf, 40 Prozent an den Bezirk Bangli. An dieser Teilung hält der Bezirk nach einem Bericht von ANTARA vom Januar 2026 fest. Seit Mai 2026 ist im Ticket eine Unfallversicherung enthalten. Feste Öffnungszeiten hat die Dorfverwaltung nicht veröffentlicht; ruhiger ist es laut Tourismusministerium um 8 Uhr morgens.

GästeErwachseneKinder
aus dem Ausland50.000 Rp (2,48 €)30.000 Rp (1,49 €)
aus Indonesien25.000 Rp (1,24 €)15.000 Rp (0,74 €)
Eintritt Penglipuran laut Dorfverwaltung und Bezirk (ANTARA, 25. Januar und 20. Mai 2026). Euro nach dem EZB-Referenzkurs vom 20.10.2026 (1 € = 20.170,57 Rupiah). Stand 21.10.2026.

In Penglipuran wie in den JED-Dörfern sind die Häuser bewohnt. Betreten Sie Höfe nur, wenn Sie eingeladen werden, und bedecken Sie bei Tempelbesuchen Schultern und Knie. Müll in Seen, Quellen, Flüssen und im Meer zu hinterlassen, ist Gästen nach dem Rundschreiben des Gouverneurs Nr. 7/2025 ohnehin untersagt.

Wettbewerb ADWI: Wie der Staat Tourismusdörfer und lokale Produkte bewertet

Seit 2021 vergibt das indonesische Tourismusministerium den Preis Anugerah Desa Wisata Indonesia (ADWI). Im ersten Jahr nahmen 1.831 Dörfer aus 34 Provinzen teil. Bewertet wurden sieben Kategorien: Hygiene- und Sicherheitsstandards (CHSE), digitale Präsenz, Souvenirs aus Küche, Mode und Handwerk, Sehenswürdigkeiten, kreative Inhalte, Gästehäuser und Toiletten. 2023 meldeten sich 4.573 Dörfer an, 75 wurden ausgezeichnet. Der Preis ist ein Wettbewerb, kein Prüfsiegel; er bewertet aber, ob Dörfer einheimische Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Biologischer Anbau auf Bali: Hintergrund und Projekte

Neben dem Nassreisanbau gibt es auf Bali kleine Gruppen, die auf biologischen Landbau umstellen: Kompost statt Kunstdünger, organische statt chemischer Schädlingsbekämpfung. Die Provinz definiert biologischen Landbau in ihrer Verordnung Nr. 8/2019 als Anbau, der natürliche Stoffe nutzt, ohne synthetische Chemikalien und ohne gentechnisch veränderte Produkte. Zwei Projekte hat die Naturforschende Gesellschaft Luzern (NGL) aus der Schweiz in Projektberichten dokumentiert; der jüngste stammt vom April 2023.

Nawakerti und Pidpid sind zwei Dörfer am Hang des Vulkans Agung im Osten Balis. Während der Pandemie kehrten viele junge Männer, die auf Kreuzfahrtschiffen, im Ausland oder in Hotels gearbeitet hatten, in ihre Dörfer zurück. Seit etwa 2022 bietet die Initiatorin Ruth Schürmann dort mit lokalen Fachleuten Kurse in biologischem Landbau an, seit Januar 2023 nach einem neuen Konzept mit vertraglich gebundenen Lehrern. Gemeldet hatten sich rund 25 ältere Bauern und junge Männer; gut die Hälfte stieg später wieder aus.

Gelernt wurden unter anderem Kompostierung, Flüssigdünger durch Fermentation, organische Schädlingsbekämpfung, Wurmkulturen und Pflanzenkohle aus Reisspelzen und Kokosschalen. In Pidpid und Nawakerti entstand je ein kleines Gewächshaus aus Bambus mit Wänden aus Insektennetz. Eine Farm in Nawakerti dient als gemeinsames Zentrum: Dort stellt die Gruppe „Tani Nawakerti & Pidpid“ in abwechselnder freiwilliger Arbeit Flüssigdünger, Pflanzenschutzmittel und Setzlinge für alle Mitglieder her. Ziel ist die Eintragung als Bauernkollektiv, für die nach indonesischem Recht mindestens 20 Mitglieder nötig sind.

MadEfficient: Bioabfall und Insektenzucht in Baturiti

Ein zweites Projekt ist MadEfficient von Made Kusuma in Gunung Kangin bei Baturiti im Regierungsbezirk Tabanan. Larven der Schwarzen Soldatenfliege verwerten dort organische Abfälle. Übrig bleibt ein Kompost, der laut NGL reich an Phosphor und Kalium ist; die Larven selbst dienen als Eiweißfutter für Geflügel und Fische. Die NGL förderte den Aufbau von 2016 bis 2018. 2021 erhielt die NGL selbst den Umweltpreis der Albert-Köchlin-Stiftung, einen Teil des Preisgelds setzte sie im März 2023 für den Ausbau der Anlage ein. Beide Projekte richten sich an Bauern, ein Besuchsprogramm für Gäste beschreiben die Berichte nicht. Wie es seit April 2023 weiterging, ist öffentlich nicht dokumentiert.

Traditioneller Anbau und biologische Landwirtschaft in Bali
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Öko-Tourismus Bali: Bio-Läden und Zertifizierung

Bali Buda: Bio-Laden und Café in Ubud

Der Laden- und Cafébetrieb Bali Buda in Ubud verkauft seit Mitte der 1990er-Jahre Lebensmittel, die er als biologisch angebaut bewirbt. Nach Angaben der Gründer in einem Interview von 2020 entstand der erste Laden, um Bauern einer Gruppe, aus der später die Bali Organic Association hervorging, einen Absatzmarkt zu verschaffen. Damals arbeitete der Betrieb nach eigenen Angaben mit rund 30 Bauern auf Bali zusammen. Ein Bio-Zertifikat nennt er in diesem Interview nicht. Läden für Mode und Kosmetik stellt der Ratgeber Shopping auf Bali vor.

Bio-Zertifizierung auf Bali: Das Logo „Organik Indonesia“ ist Pflicht

Wer in Indonesien Lebensmittel als „organik“ verkauft, braucht ein Bio-Zertifikat. So regelt es die Verordnung des Landwirtschaftsministeriums Nr. 64/2013 über den biologischen Landbau. Alle Bio-Produkte im Handel, aus dem Inland wie aus dem Ausland, müssen das runde Logo „Organik Indonesia“ tragen; umgepackte Ware erst nach erneuter Zertifizierung. Zertifizieren dürfen nur Stellen, die von der nationalen Akkreditierungsstelle KAN anerkannt und bei der Bio-Behörde OKPO des Ministeriums registriert sind. Sie überwachen die Betriebe auch nach der Zertifizierung. Zu den indonesischen Stellen gehörten 2011 unter anderen BIOCert und LeSOS.

Die Provinz Bali hat die Regeln mit der Verordnung Nr. 8/2019 vom 18. Oktober 2019 übernommen und ergänzt. Das Logo muss zusammen mit der Registriernummer der Zertifizierungsstelle auf der Ware stehen. Flächen brauchen vor der Zertifizierung eine Umstellungszeit von zwei Jahren bei einjährigen und drei Jahren bei mehrjährigen Kulturen. Wer gegen die Kennzeichnungspflicht verstößt, riskiert bis zu sechs Monate Haft oder bis zu 50 Millionen Rupiah Geldstrafe. Stand 21. Oktober 2026; die Zusammenfassung ist keine Rechtsberatung, verbindlich ist der Wortlaut der Verordnungen.

In Cafés, Restaurants und auf Märkten steht „organic“ dagegen oft ohne Logo auf Karte oder Schild. Ob ein Zertifikat dahintersteht, erkennen Sie nur am Logo mit Registriernummer oder durch Nachfrage. Für Kleinbauern schuf der Bio-Verband Indonesia Organic Alliance 2008 außerdem PAMOR Indonesia, ein Garantiesystem, an dem die Erzeuger selbst beteiligt sind.

Bio-Farm besuchen: Touren und Kochkurse

Für Reisende ist ein Kochkurs mit Farmbesuch der einfachste Zugang zum Thema. Mehrere Kochschulen rund um Ubud verbinden einen Rundgang durch den Garten, Ernte und Kochen. Ein Beispiel ist die Kochschule Taman Dukuh im Dorf Taro (Unterbezirk Tegallalang, Regierungsbezirk Gianyar), nach Angaben des Betreibers 35 bis 40 Minuten nördlich von Ubud. Laut den Kursseiten vom 21. Oktober 2026 kostet der Vormittagskurs mit Marktbesuch 480.000 Rupiah (rund 23,80 Euro) und dauert etwa fünfeinhalb Stunden. Nachmittags- und Abendkurs kosten 450.000 Rupiah (rund 22,31 Euro) bei etwa fünf Stunden. Gekocht werden sechs Gerichte, der Shuttle ab einem Treffpunkt in Ubud ist inbegriffen. Der Betrieb bezeichnet seinen Hof als „organic farm“; ein Bio-Zertifikat nennt er nicht.

Programme und Preise wechseln häufig. Fragen Sie bei der Buchung, woher die Zutaten stammen und ob der Hof ein Zertifikat mit dem Logo „Organik Indonesia“ hat. Weitere Kochschulen und Kursformate stellt der Artikel über balinesische Kochkurse vor.

Was Reisende konkret tun können

Die wichtigsten Regeln und Möglichkeiten für Gäste, Stand 21. Oktober 2026:

  • Abgabe zahlen: Ausländische Gäste zahlen seit dem 14. Februar 2024 einmal je Reise 150.000 Rupiah (rund 7,44 Euro), bargeldlos über die Love-Bali-Seite der Provinz oder an Schaltern in Flughafen und Hafen. 2025 zahlten nach Angaben des Gouverneurs nur 34,8 Prozent. Das Geld soll in Kultur und Umwelt fließen; Hintergründe stehen im Artikel Bali überlaufen.
  • Einwegplastik meiden: Die Gouverneursverordnung Nr. 97/2018 schränkt Plastiktüten, Plastiktrinkhalme und Styropor ein. Das Rundschreiben Nr. 9/2025 verbietet, Trinkwasser in Einwegflaschen unter einem Liter herzustellen (ANTARA, April 2025). Das Rundschreiben Nr. 7/2025 untersagt Gästen Einwegplastik. Eine eigene Trinkflasche und eine Einkaufstasche gehören deshalb ins Gepäck.
  • Genehmigte Unterkünfte und lizenzierte Guides: Beides verlangt das Rundschreiben Nr. 7/2025 von ausländischen Gästen. Worauf Sie bei Umweltsiegeln von Hotels achten sollten, steht im Artikel über Öko-Hotels auf Bali.
  • Müll vermeiden: Ein Teil des Plastikmülls gelangt über die Flüsse ins Meer und wird in der Regenzeit an die Strände gespült. Die 2020 gegründete Organisation Sungai Watch hat nach einem Bericht von ANTARA vom Mai 2025 seitdem mehr als 3,2 Millionen Kilogramm Plastik gesammelt, mit rund 368 Netzsperren in mehreren Regionen Indonesiens.
  • Strände als öffentlichen Raum achten: Seit März 2026 schützt die Provinzverordnung Nr. 3/2026 Strände und Uferzonen und sichert den Zugang für Zeremonien und die Bevölkerung. Halten Sie bei Zeremonien am Strand Abstand.
  • Riffe schonen: Das Meer um Nusa Penida, Nusa Lembongan und Nusa Ceningan ist seit 2014 ein Meeresschutzgebiet mit 20.057 Hektar. Berühren Sie keine Korallen und stehen Sie nicht auf Riffen; mehr dazu im Inselguide Nusa Lembongan.
  • Wildtiere respektieren: Seit einem Rundschreiben der Naturschutzbehörde des Forstministeriums vom 18. Dezember 2025 sind Ritte auf Elefanten in Zoos und Tierparks landesweit untersagt (ANTARA, Februar 2026). Vom Bali-Star lebten 2001 nur noch sechs Tiere im Nationalpark, im November 2023 schätzte die Naturschutzbehörde BKSDA Bali den freilebenden Bestand nach Zucht und Auswilderung wieder auf rund 552 Tiere. Der Vogel ist die Leitart im West Bali Nationalpark.
  • Keine Souvenirs aus geschützten Arten: Für Andenken aus Schlangen- und Krokodilleder, Schildpatt, Korallen sowie Muschel- und Schneckenschalen verlangt der deutsche Zoll je nach Art Artenschutzdokumente; ohne sie drohen Beschlagnahme und Geldstrafe.
  • Gemeinschaftlich organisierte Angebote wählen: Bei Dorfnetzwerken wie JED und in Tourismusdörfern wie Penglipuran ist geregelt, welcher Teil des Geldes an die Dorfgemeinschaft geht.

Greenwashing erkennen: Werbeaussagen prüfen

„Eco“, „green“ oder „sustainable“ stehen auf Bali an vielen Hotels, Cafés und Touren. Geschützt sind diese Wörter dort nicht. Belastbar sind Angaben, die Sie nachprüfen können:

  • Konkrete Angabe statt Schlagwort: „Gemüse aus eigenem Anbau ohne Kunstdünger“ lässt sich erfragen, „eco“ nicht.
  • Siegel mit Namen und Nummer: Bei Lebensmitteln das Logo „Organik Indonesia“ mit Registriernummer, bei Hotels ein Siegel, das sich im Verzeichnis des Siegelgebers finden lässt.
  • Geld und Mitsprache: Fragen Sie, wer ein Dorfangebot organisiert und wer an den Einnahmen beteiligt ist.

In der EU dürfen Händler seit dem 27. September 2026 keine allgemeinen Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ mehr machen, wenn sie keine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachweisen können. So regelt es die Richtlinie (EU) 2024/825. Für Anbieter auf Bali gilt diese Regel nicht.

Häufige Fragen

Was bedeutet gemeinschaftsbasierter, nachhaltiger Tourismus konkret für Reisende auf Bali?

Dass ein Dorf sein Angebot selbst plant, führt und über die Einnahmen entscheidet, wie im Netzwerk JED. Für Gäste heißt das: direkt beim Dorf oder Netzwerk anfragen, Eintritt und Abgaben zahlen und die Regeln vor Ort einhalten.

Welche Bio-Farmen auf Bali kann man als Tourist besuchen?

Vor allem Kochschulen mit eigenem Garten rund um Ubud, etwa im Dorf Taro. Die dokumentierten Projekte in Nawakerti, Pidpid und Baturiti richten sich an Bauern; ein Besuchsprogramm ist dort nicht beschrieben.

Wie erkennt man auf Bali wirklich biologisch zertifizierte Produkte?

Am Logo „Organik Indonesia“ mit der Registriernummer der Zertifizierungsstelle. Es ist für zertifizierte Bio-Produkte Pflicht. Steht nur „organic“ auf Schild oder Karte, ist das eine Werbeaussage, die Sie beim Anbieter hinterfragen sollten.

Was kosten Besuche oder Kochkurse auf einer Bio-Farm in Ubud?

Bei der Kochschule in Taro laut Kursseiten 450.000 bis 480.000 Rupiah pro Person, also rund 22 bis 24 Euro, mit Shuttle ab Ubud (Stand 21. Oktober 2026). Andere Schulen verlangen andere Preise.

Wie kann ich als Tourist lokale Gemeinschaften auf Bali gezielt unterstützen?

Buchen Sie Dorfangebote direkt beim Netzwerk oder Dorf, nutzen Sie lokale Guides und Gästehäuser der Dorfgemeinschaft und zahlen Sie den Eintritt der Tourismusdörfer. In Penglipuran gehen 60 Prozent der Eintrittsgelder an das Dorf.

Gibt es zertifizierte nachhaltige Dörfer oder Touren auf Bali?

Orientierung geben das Netzwerk JED mit neun Mitgliedsdörfern sowie Auszeichnungen wie ADWI oder „Best Tourism Village“ von UN Tourism (Penglipuran, 2023). Das sind Wettbewerbe, keine Prüfsiegel für Touren.

Welche Rolle spielt das Subak-System für den nachhaltigen Tourismus auf Bali?

Die Subak-Kulturlandschaft ist UNESCO-Welterbe und prägt die Reisterrassen, die viele Gäste besuchen. Werden Reisfelder für Hotels oder Villen verkauft, fehlen dem gemeinschaftlichen Bewässerungssystem Flächen und Mitglieder.

Quellen und Methode

Stand aller Angaben: 21. Oktober 2026. Rechtliche Angaben stammen aus den Verordnungen, Zahlen zu Penglipuran aus Dorfverwaltung, ANTARA und Provinzstatistik mit unterschiedlicher Zählweise. Angaben von Betrieben und Netzwerken sind gekennzeichnet und nicht unabhängig geprüft. Euro nach EZB-Referenzkurs vom 20. Oktober 2026 (1 € = 20.170,57 Rupiah); das Verhältnis 2024 zu 2019 ist eigene Rechnung.