Inhaltsverzeichnis:
Bali liegt im indonesischen Archipel, einer der artenreichsten Regionen der Erde. Auf der Insel selbst sehen Besucher vor allem Meerestiere: An den Riffen vor Nusa Penida und Menjangan leben Meeresschildkröten und Pygmäen-Seepferdchen, saisonal kommt der Mondfisch Mola Mola. An Land hat Bali mit dem Jalak Bali (Bali-Star) einen Vogel, den es nur hier gibt. Elefant, Tiger, Orang-Utan und Komodowaran kommen auf Bali dagegen nicht vor. Sie leben auf Sumatra, Borneo und den Inseln des Komodo-Nationalparks, die Koboldmakis auf Sulawesi. Von Bali aus erreichen Sie diese Gebiete nur mit Flugzeug oder Boot.
Datenstand: 15. Oktober 2026. Quellen und Rechenweg stehen am Ende des Artikels.
Die folgenden Abschnitte stellen beide Gruppen vor: die Tiere auf Bali und in seinen Gewässern und die bekannten Arten der Nachbarinseln. Dazu kommen Bestandszahlen der Nationalparkverwaltungen mit Datum, der Schutzstatus wichtiger Arten und die Entfernungen ab dem Flughafen Bali. Ergänzt wird der Überblick um Ayam, das Haushuhn, das im indonesischen Alltag eine feste Rolle hat.
Wie weit sind die Tiere von Bali entfernt?
Die Tabelle zeigt die Luftlinie vom Flughafen Bali (DPS) zu den Ausgangspunkten für die bekanntesten Tierbeobachtungen in Indonesien. Das Ergebnis ist eine Abschätzung: die Großkreis-Entfernung zwischen den Koordinaten der Flughäfen und Parkeingänge. Das ist keine Flug- oder Reisezeit. Flugzeiten und Direktverbindungen ändern sich; prüfen Sie sie im aktuellen Flugplan.
| Ziel | Tierart | Luftlinie ab DPS |
|---|---|---|
| Komodo (Loh Liang) | Komodowaran | ≈ 480 km |
| Labuan Bajo | Ausgangspunkt Komodo | ≈ 520 km |
| Pangkalan Bun | Orang-Utan (Borneo) | ≈ 780 km |
| Way Kambas | Sumatra-Elefant | ≈ 1.120 km |
| Manado | Koboldmaki | ≈ 1.580 km |
| Medan (Kualanamu) | Orang-Utan (Sumatra) | ≈ 2.270 km |
Tierwelt Bali im Überblick
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Indonesien als Biodiversitäts-Hotspot
Indonesien liegt an der Schnittstelle zwischen der asiatischen und der australischen biogeografischen Region. Den Übergang bezeichnen Fachleute als Wallace-Linie. Dort treffen zwei unterschiedliche Tier- und Pflanzenwelten aufeinander, deshalb gibt es viele endemische Arten, also Arten, die nur in einem bestimmten Gebiet vorkommen. Viele davon stehen unter Schutz, weil Abholzung und Landwirtschaft ihre Lebensräume verkleinern. Der Archipel besteht aus vielen tausend Inseln, auf denen sich teils eigenständige Arten entwickelt haben.
Bestandszahlen der Schutzgebiete
| Art | Gebiet | Bestand | Stand |
|---|---|---|---|
| Jalak Bali (Bali-Star) | West-Bali-Nationalpark | 552 Tiere (April 2023: 600) | Nov. 2023 |
| Komodowaran | Komodo-Nationalpark | 3.270 Tiere (2023: 3.396) | 2024 |
| Sumatra-Elefant, wild | Way Kambas | 160 bis 185 Tiere | 2026 |
| Sumatra-Elefant, in Obhut | Way Kambas | 61 Tiere | Aug. 2025 |
Die Zahlen sind Zählungen oder Schätzungen der jeweiligen Nationalparkverwaltung. Beim Komodowaran schwankt der Bestand: 2.897 Tiere (2018), 3.303 (2021), 3.156 (2022), 3.396 (2023), 3.270 (2024). Die oft zitierte Zahl von etwa 5.700 Waranen stammt aus der alten UNESCO-Beschreibung und ist überholt.
Balis Stellung im indonesischen Archipel
Bali ist dicht besiedelt und landwirtschaftlich geprägt. Große zusammenhängende Regenwaldgebiete gibt es auf der Insel kaum noch, Elefanten, Tiger oder Orang-Utans finden hier deshalb keinen Lebensraum. Ein großer Teil der Tierbeobachtungen findet auf Bali im Meer statt: an den Riffen der Nusa-Inseln, bei Menjangan im Westen und in der Meerenge zwischen Bali und Nusa Penida. An Land hat Bali aber eigene Arten, vor allem im Westen der Insel.
Balis eigene Landtiere: der West-Bali-Nationalpark
Ganz ohne eigene Wildtiere ist Bali nicht. Im Westen der Insel liegt der West-Bali-Nationalpark (Taman Nasional Bali Barat). Er ist der einzige Lebensraum des Jalak Bali (Leucopsar rothschildi), eines weißen Stars, den es nur auf Bali gibt.
Im Jahr 2001 zählte die Parkverwaltung nur 6 Tiere in freier Wildbahn. Nach Nachzucht und Auswilderung waren es im November 2023 552 Tiere. Den Rückgang gegenüber April 2023 mit 600 Tieren erklärt die Parkverwaltung vermutlich mit der langen Trockenzeit: Die Vögel suchten Wasser und Futter außerhalb des Parks.
Auch Makaken gehören zu Balis Tierwelt. Die meisten Besucher sehen sie im Affenwald in Ubud.
Meeresschildkröten an Balis Riffen und Stränden

Beim Tauchen oder Schnorcheln bei Menjangan im Westen Balis und rund um Nusa Penida begegnen Besucher regelmäßig Meeresschildkröten. Grüne Meeresschildkröten und Karettschildkröten nutzen die Riffe als Nahrungsgrund. Anders als beim saisonalen Mola Mola sind Sichtungen weitgehend ganzjährig möglich, weil sich die Tiere vor allem an flachen, geschützten Korallenabschnitten aufhalten. Auch beim Schnorcheln an den Gili-Inseln sind Schildkröten zu sehen. Die Gili-Inseln gehören allerdings zu Lombok (Provinz Nusa Tenggara Barat), nicht zu Bali.
Eier legt auf Bali vor allem die Oliv-Bastardschildkröte (indonesisch Penyu Lekang), zum Beispiel an den Stränden von Kuta und Biaung. Die Naturschutzbehörde BKSDA Bali hat 2021 in Sanur Jungtiere der Oliv-Bastardschildkröte und der Echten Karettschildkröte (Penyu Sisik) ausgesetzt.
Meeresschildkröten stehen unter internationalem Artenschutz. Lokale Initiativen wie die Bali Sea Turtle Society kümmern sich um Gelege und verletzte Tiere. Betreten Sie keine Nistplätze und benutzen Sie nachts keine Taschenlampen am Strand: Licht kann schlüpfende Jungtiere in die falsche Richtung locken. Wo die Korallen intakt sind, finden sich in der Regel auch die meisten Schildkröten.
Pygmäen-Seepferdchen an Gorgonien
Pygmäen-Seepferdchen gehören zu den kleinsten Seepferdchenarten. Sie leben getarnt an Gorgonien (Fächerkorallen) und übernehmen deren Farbe und Struktur. Selbst erfahrene Taucher finden sie deshalb nur schwer.
Fundorte in balinesischen Gewässern sind unter anderem die Riffe bei Amed, Tulamben und Menjangan, meist in 15 bis 25 Metern Tiefe. Tauchguides, die die Gorgonien im Riff kennen, erhöhen die Chance auf eine Sichtung deutlich; ohne Guide bleibt die Suche meist erfolglos. Die Suche an Gorgonien ist ein Riff- oder Steilwandtauchgang. Muck Diving meint dagegen das Tauchen über Sand- und Schlickgrund. Beides eignet sich für Unterwasserfotografie mit Makroobjektiv. Mehr zu Tauchplätzen steht im Artikel über das Tauchen auf Bali.
Weil Pygmäen-Seepferdchen empfindlich auf Blitzlicht reagieren, raten Tauchbasen, ohne Blitz zu fotografieren und einen Mindestabstand von etwa 30 Zentimetern einzuhalten.
Begegnungen mit dem Sumatra-Elefanten
Video von YouTube: Sumatra – Reise in den Norden von Indonesien – 4K + Dji Drohne
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Der Sumatra-Elefant lebt nicht auf Bali, sondern auf Sumatra. Vom Flughafen Bali bis zum Way-Kambas-Nationalpark sind es rund 1.120 Kilometer Luftlinie Richtung Westnordwest. Die Anreise führt über Umsteigeflughäfen wie Jakarta. Ein Tagesausflug ist nicht möglich, wohl aber eine mehrtägige Reise, die sich mit anderen Naturzielen Sumatras verbinden lässt.
Elefanten im Way-Kambas-Nationalpark
Der bekannteste Ort für Begegnungen ist der Way-Kambas-Nationalpark in der Provinz Lampung im Süden Sumatras. Die Parkverwaltung schätzt den wilden Bestand dort aktuell auf 160 bis 185 Elefanten (Stand 2026). Dazu kommen 61 Elefanten in Obhut, im Elephant Conservation Centre und bei den Elephant Response Units (Stand August 2025). Das Zentrum nimmt verwaiste Tiere und Tiere aus Konflikten mit Dörfern auf. Ob Besucher die Elefanten weiterhin beim Baden im Fluss beobachten können, erfragen Sie vor der Reise bei der Parkverwaltung.
Artenschutz und Tourismus
Die IUCN führt den Sumatra-Elefanten als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered), zuvor galt er als stark gefährdet. Hauptursachen sind Lebensraumverlust durch Abholzung und Konflikte mit der Landwirtschaft. Die Wildlife Conservation Society (WCS) hat den Bestand in Way Kambas mit DNA-Analysen von Kotproben erhoben: 2002 rund 180 Tiere, 2010 rund 247 (Spanne 220 bis 278). Die WCS wertete den Bestand damit als stabil oder steigend.
Ayam: mehr als eine Delikatesse

Ayam, das indonesische Wort für Huhn, ist auf Bali allgegenwärtig: als Nutztier in fast jedem Hof und als Zutat der indonesischen Küche. Gerichte wie Ayam Betutu (gewürztes, langsam gegartes Huhn) oder Sate Ayam gehören zu den bekanntesten balinesischen Spezialitäten. Wie die Betutu-Zubereitung funktioniert, steht in einem eigenen Artikel. Wer auf Bali Tiere im Freien sucht, begegnet also zuerst dem Haushuhn, am Straßenrand, auf Reisfeldern und in Tempelhöfen.
Die Rolle des Huhns in der indonesischen Kultur
Über die Küche hinaus spielt Ayam in religiösen Zeremonien und traditionellen Tänzen eine Rolle. Hähne gelten zudem als Statussymbol. Ihre Haltung und Pflege ist in manchen Dörfern ein Hobby, das über Generationen weitergegeben wird.
Hahnenkämpfe und verantwortungsvoller Tourismus
Traditionelle Hahnenkämpfe (Tajen) finden auf Bali teils im Rahmen religiöser Zeremonien statt, teils als illegales Glücksspiel. Wegen des Tierleids sind sie umstritten. Wenn Ihnen Tierwohl wichtig ist, besuchen Sie solche Veranstaltungen nicht und lernen Sie Ayam-Gerichte lieber auf Märkten oder in Warungs kennen.
Die nachtaktiven Koboldmakis
Koboldmakis (Tarsier) leben nicht auf Bali, sondern unter anderem im Norden Sulawesis. Vom Flughafen Bali nach Manado sind es rund 1.580 Kilometer Luftlinie. Ob es aktuell Direktflüge gibt, zeigt der Flugplan.
Seltene Primaten auf Sulawesi
Das bekannteste Rückzugsgebiet ist das Tangkoko-Naturreservat in Nord-Sulawesi, rund 40 Kilometer Luftlinie von Manado entfernt (Abschätzung). Die Koboldmakis in Tangkoko werden heute meist als eigene Art geführt (Tarsius spectrumgurskyae), früher galten sie als Spektral-Tarsiere.
Nächtliche Touren zu den Koboldmakis
Koboldmakis sind dämmerungs- und nachtaktiv. Kurz vor Sonnenuntergang verlassen sie ihre Schlafbäume und warten, bis es dunkel genug für die Insektenjagd ist. Geführte Touren im Tangkoko-Reservat beginnen deshalb am späten Nachmittag.
Wegen ihrer Lichtempfindlichkeit sollten Taschenlampen auf Rotlicht umgestellt und Blitzlicht ganz vermieden werden. Die großen Augen der Tarsier reagieren empfindlich auf helles Licht.
Der Lebensraum der Koboldmakis ist an intakten Wald gebunden. Außerhalb geschützter Reservate wie Tangkoko sind ihre Bestände durch Rodung gefährdet.
Mantarochen: im Komodo-Nationalpark und bei Nusa Penida

Der Komodo-Nationalpark, rund 480 bis 520 Kilometer Luftlinie östlich von Bali, zählt zu den bekanntesten Mantarochen-Gebieten Indonesiens. An Tauchplätzen wie Manta Alley treffen Taucher regelmäßig auf die Tiere. Der Riesenmanta erreicht laut der US-Fischereibehörde NOAA eine Spannweite von bis zu 26 Fuß, also rund 7,9 Meter.
Näher an Bali liegt der Manta Point vor der Südwestküste von Nusa Penida. Dort sind Mantarochen ganzjährig zu sehen, vor allem der kleinere Riffmanta. Tauchboote fahren unter anderem ab Sanur; die Fahrzeit nennen die Anbieter vor Ort.
Mantarochen sind durch Beifang in der Fischerei und den Handel mit ihren Kiemenreusen bedroht. Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) haben 2013 beschlossen, die Mantarochen in Anhang II aufzunehmen. Wirksam ist die Listung seit dem 14. September 2014. Seitdem ist der internationale Handel nur mit Genehmigung erlaubt.
Der gefährdete Sumatra-Tiger

Tiger kamen einst auch auf Bali und Java vor. Der Bali-Tiger und der Java-Tiger gelten heute als ausgestorben. Die einzige verbliebene indonesische Tiger-Unterart lebt auf Sumatra.
Der letzte indonesische Tiger
Der Sumatra-Tiger ist stark bedroht, der Bestand in freier Wildbahn ist klein. Sichtungen sind selbst in Sumatras Nationalparks wie Kerinci Seblat oder Gunung Leuser sehr selten.
Artenschutzmaßnahmen und Herausforderungen
Hauptbedrohungen sind Lebensraumverlust durch Palmöl- und Zellstoffplantagen, Wilderei und Konflikte mit der lokalen Bevölkerung. Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Gemeinden arbeiten an Wildtierkorridoren und Anti-Wilderei-Patrouillen. Für Reisende heißt das: Sumatra-Tiger sind kein realistisches Ziel für Beobachtungstouren.
Tierwelt Bali: der Mola Mola

Der Mola Mola (Mondfisch) ist eines der gefragtesten Fotomotive für Taucher auf Bali. Bei Nusa Penida ist meist die Art Mola alexandrini gemeint. Die besten Chancen bestehen in der Meerenge um Nusa Penida, an Tauchplätzen wie Crystal Bay, Gamat Bay, Manta Point, Sental, Ped und SD Point.
Die Saison läuft von Juli bis Oktober, mit den meisten Sichtungen im August und September. In dieser Zeit steigt kühleres, nährstoffreiches Tiefenwasser näher an die Oberfläche (Upwelling). Die Mondfische kommen dann in geringere Tiefe, um sich an Putzstationen von Parasiten befreien zu lassen.
Für Mola-Mola-Tauchgänge wird mindestens der Tauchschein Advanced Open Water empfohlen, da an den Tauchplätzen zeitweise starke Strömung herrscht.
Der Schutz des Mola Mola hängt eng mit dem Zustand der Riffe und der Fischerei in der Region zusammen. Als Beifang gerät er weltweit vergleichsweise häufig in Netze.
Die Komodowarane
Komodowarane leben laut IUCN World Heritage Outlook auf Komodo, Rinca, Gili Motang, Padar und Nusa Kode sowie an Küsten im Westen und Norden von Flores. Die Vorkommen auf Flores liegen zum Teil außerhalb des Nationalparks. Ausgangspunkt für Besuche ist Labuan Bajo auf Flores, rund 520 Kilometer Luftlinie vom Flughafen Bali. Von Denpasar gibt es Flüge nach Labuan Bajo, von dort geht es mit dem Boot weiter. Die aktuelle Flugzeit zeigt der Flugplan.
Komodowarane sind die größten lebenden Echsen. Ausgewachsene Tiere werden meist zwei bis drei Meter lang. Die Parkverwaltung zählte 2024 im Nationalpark 3.270 Tiere. Die IUCN stuft die Art seit 2021 als stark gefährdet (Endangered) ein, vorher als gefährdet (Vulnerable). Den Erhaltungszustand des Welterbes Komodo bewertet die IUCN 2025 mit „significant concern“.
- Lebensraum: Komodo, Rinca, Gili Motang, Padar, Nusa Kode und Küsten von West- und Nord-Flores
- Länge: meist zwei bis drei Meter
- Bestand im Nationalpark: 3.270 Tiere (2024)
- Lebensweise: tagaktiv, Fleischfresser (Jagd und Aas)
- Bissunfälle: 36 von 1974 bis 2023, fünf davon tödlich (Zählung der Parkverwaltung)
Die Nationalparkverwaltung regelt Besucherzahlen und Routen, um die auf wenige Inseln begrenzte Population zu schonen. Eintrittsregeln und mögliche saisonale Schließungen einzelner Bereiche ändern sich. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Reise bei der Parkverwaltung.
Das Leben der Orang-Utans
Orang-Utans kommen nicht auf Bali vor. Die beiden großen verbliebenen Arten leben auf Borneo (Borneo-Orang-Utan) und Sumatra (Sumatra-Orang-Utan). Als dritte, deutlich seltenere Art beschrieben Forscher den Tapanuli-Orang-Utan. Er kommt nur im Gebiet Batang Toru auf Sumatra vor, das sich über mehrere Tapanuli-Bezirke erstreckt.
Waldmenschen Indonesiens
Der Name „Orang Utan“ bedeutet wörtlich „Waldmensch“. Die Tiere verbringen den Großteil ihres Lebens in den Baumkronen, bauen sich jede Nacht ein neues Schlafnest und nutzen Werkzeuge.
Orang-Utans im Kontext des Naturschutzes
Alle drei Orang-Utan-Arten sind durch den Verlust des Regenwalds bedroht, vor allem durch Palmölplantagen und Abholzung. Rehabilitationszentren wie in Bukit Lawang (Sumatra) oder im Tanjung-Puting-Nationalpark (Borneo) ziehen verwaiste Tiere auf und wildern sie langfristig wieder aus. Ein Besuch von Bali aus erfordert mehrere Reisetage.
Bukit Lawang, das bekannteste Ausgangsdorf für Dschungeltrekking zu Sumatra-Orang-Utans, liegt nahe Medan in Nord-Sumatra. Vom Flughafen Bali bis Medan (Kualanamu) sind es rund 2.270 Kilometer Luftlinie; welche Verbindungen es gibt, zeigt der aktuelle Flugplan. Zum Tanjung-Puting-Nationalpark auf Borneo geht es über den Flughafen Iskandar in Pangkalan Bun, rund 780 Kilometer Luftlinie von Bali, mit Anschlussflügen ab Jakarta, Surabaya oder Semarang. Vom Hafen Kumai fahren traditionelle Klotok-Hausboote zu den Fütterungsstationen im Park.
Sicherheit und Respekt beim Beobachten von Wildtieren
Bei allen wildlebenden Tieren gilt dieselbe Grundregel: ausreichend Abstand halten, nicht füttern und sich an die Vorgaben lizenzierter Guides und Ranger halten. Tiere, die sich an Futter durch Menschen gewöhnen, verändern ihr Verhalten dauerhaft und werden für sich selbst und für Besucher unberechenbarer.
- Meeresschildkröten: Tauchbasen empfehlen mindestens drei Meter Abstand. Berühren Sie die Tiere nicht; Sonnencreme-Rückstände und Stress durch zu nahes Herandrängen schaden ihnen.
- Mantarochen: Divemaster raten, sich flach am Sandboden zu halten und hektische Bewegungen zu vermeiden. Die Tiere nähern sich den Putzstationen dann von selbst.
- Tauchgänge allgemein: Wer vereinbarte Tauchtiefen, Gruppengrößen und Guide-Anweisungen einhält, senkt das eigene Risiko und stört empfindliche Arten wie Mola Mola oder Pygmäen-Seepferdchen weniger.
- Nationalparks an Land: In Way Kambas, Tangkoko oder Komodo ist der Zugang nur mit Eintrittskarte und meist nur mit Ranger erlaubt. Das schützt die Tiere und die Besucher, etwa vor den schnellen Angriffsbewegungen von Komodowaranen oder Elefantenbullen.
Zu Tierbissen, Tollwut und Impfungen gibt dieser Artikel keine Ratschläge. Informieren Sie sich vor der Reise in den Gesundheitshinweisen des Auswärtigen Amts, bei einem Tropeninstitut oder bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Schutzprojekte und Schutzstatus
Der Erhalt von Lebensräumen ist für alle hier genannten Arten die zentrale Voraussetzung. Internationale und indonesische Organisationen finanzieren Forschung, Ranger-Patrouillen und Aufklärungsarbeit vor Ort, in Way Kambas etwa die Wildlife Conservation Society. Ein Teil der Eintrittsgelder und Tourgebühren in den Nationalparks fließt in diese Arbeit. Die Wahl offizieller, lizenzierter Anbieter wirkt sich deshalb auch finanziell auf den Artenschutz aus.
| Art | Status / Regel | seit | Quelle |
|---|---|---|---|
| Komodowaran | IUCN: stark gefährdet (EN), vorher gefährdet (VU) | 2021 | IUCN WH Outlook |
| Sumatra-Elefant | IUCN: vom Aussterben bedroht (CR) | 2011/12 | IUCN, über Mongabay |
| Mantarochen | CITES Anhang II, Handel nur mit Genehmigung | 14.09.2014 | cites.org |
Der Erfolg dieser Projekte hängt von der Zusammenarbeit zwischen Regierung, Nichtregierungsorganisationen, Gemeinden und Besuchern ab. Was Sie selbst tun können:
- Lokale Schutzprojekte finanziell oder durch Freiwilligenarbeit unterstützen.
- In Schutzgebieten auf ausgewiesenen Wegen bleiben.
- Anbieter wählen, die anerkannte Tierwohl- und Umweltstandards einhalten.
Welche Tiere Sie wo sehen
- Auf Bali und in Balis Gewässern: Meeresschildkröten, Pygmäen-Seepferdchen, Riffmantas bei Nusa Penida und von Juli bis Oktober der Mola Mola. An Land der Jalak Bali im West-Bali-Nationalpark und Makaken. Tagesausflüge nach Nusa Penida sind von Bali aus üblich.
- Komodo-Nationalpark: Komodowarane und Mantarochen, rund 480 bis 520 Kilometer Luftlinie entfernt, mit Flug nach Labuan Bajo und Bootsfahrt.
- Mehrtägige Reisen: Sumatra (Elefanten, Orang-Utans), Borneo (Orang-Utans) und Sulawesi (Koboldmakis).
Wer Begegnungen in Balis eigenen Gewässern mit ein bis zwei Reisen auf Nachbarinseln verbinden will, plant dafür besser mehrere Tage ein, statt alles an einem Reisetag zu versuchen. Mehr zu Tauchgebieten und Saisonzeiten steht im Artikel über das Tauchen auf Bali.
Häufige Fragen
Welche Tiere gibt es nur auf Bali?
Der bekannteste ist der Jalak Bali (Bali-Star). Er lebt in freier Wildbahn nur im West-Bali-Nationalpark. Im November 2023 zählte die Parkverwaltung dort 552 Tiere.
Wo sehe ich auf Bali Meeresschildkröten und den Mola Mola?
Schildkröten weitgehend ganzjährig an den Riffen bei Menjangan und rund um Nusa Penida. Den Mola Mola vor allem von Juli bis Oktober an Tauchplätzen wie Crystal Bay und Manta Point vor Nusa Penida. Die Gili-Inseln gehören zu Lombok, nicht zu Bali.
Wie weit ist der Komodo-Nationalpark von Bali entfernt?
Rund 480 Kilometer Luftlinie vom Flughafen Bali bis Loh Liang auf Komodo und rund 520 Kilometer bis Labuan Bajo. Die übliche Anreise führt per Flug nach Labuan Bajo und weiter mit dem Boot.
Wie viele Komodowarane gibt es?
Die Parkverwaltung zählte 2024 im Komodo-Nationalpark 3.270 Tiere. Die ältere Angabe von etwa 5.700 Waranen ist überholt.
Sind Sumatra-Elefanten oder Orang-Utans als Tagesausflug erreichbar?
Nein. Way Kambas liegt rund 1.120 Kilometer Luftlinie entfernt, Pangkalan Bun auf Borneo rund 780 Kilometer. Für einen Besuch brauchen Sie Umsteigeverbindungen und mehrere Reisetage.
Gibt es Mantarochen auch näher an Bali?
Ja, am Manta Point vor der Südwestküste von Nusa Penida. Dort leben vor allem Riffmantas, Tauchboote fahren unter anderem ab Sanur.
Quellen und Methode
Stand aller Angaben: 15. Oktober 2026. Die Bestandszahlen stammen von den Nationalparkverwaltungen; die Originalberichte waren nicht abrufbar, wir geben sie nach Medienberichten wieder. Die Entfernungen haben wir selbst als Großkreis-Entfernung (Haversine-Formel, Erdradius 6.371 km) zwischen ungefähren Koordinaten berechnet. Sie sind Abschätzungen, keine Reisezeiten.
- IUCN World Heritage Outlook, Komodo National Park (Verbreitung, Schutzstatus, Bewertung 2025): worldheritageoutlook.iucn.org
- CITES-Sekretariat, Listung der Mantarochen in Anhang II (wirksam 14.09.2014): cites.org
- Wildlife Conservation Society Indonesia, DNA-Erhebung der Elefanten in Way Kambas (2002 und 2010): indonesia.wcs.org
- NOAA Fisheries, Giant Manta Ray (Größe, Biologie), abgerufen 15.10.2026: fisheries.noaa.gov
- Medienberichte mit Zahlen der Behörden (ohne Link): detik.com, Monitoring der Balai TNBB zum Jalak Bali (16.01.2024); Bali Post vom 19.01.2024 (Bestand 2001); ANTARA, Zahlen der Balai TNK zum Komodowaran (2025); Mongabay Indonesia vom 10.10.2026 (Bissstatistik der Balai TNK, Größenangaben) und vom 12.08.2015 (IUCN-Status Sumatra-Elefant); Kompas, Leiter der Balai TNWK (2026); IDN Times Lampung, Balai TNWK (August 2025); ANTARA Bali, Mitteilung der BKSDA Bali zu Meeresschildkröten (2021).