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Wo liegt Nusa Penida?
Die indonesische Insel Nusa Penida liegt rund 25 Kilometer südöstlich von Bali, getrennt durch die Badung-Straße. Verwaltungsmäßig bildet sie zusammen mit den beiden kleineren Nachbarinseln Nusa Lembongan und Nusa Ceningan einen eigenen Distrikt im Regierungsbezirk Klungkung. Mit rund 203 Quadratkilometern ist Nusa Penida deutlich größer als die Nachbarinseln und im Landesinneren hügelig. Sie lässt sich als Tagestrip von Bali aus besuchen oder für mehrere Tage bereisen und ist touristisch bislang weniger erschlossen als Bali selbst.
Anreise

Am besten erreicht man die Insel mit einem Schnellboot von Sanur oder Kusamba aus; die Überfahrt dauert je nach Anbieter und Hafen meist 30 bis 60 Minuten für die rund 25 Kilometer lange Strecke. Boote fahren mehrmals täglich, es gibt zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichen Anlegestellen auf Nusa Penida (unter anderem Banjar Nyuh, Buyuk und Toyapakeh). Bei rauer See in der Regenzeit kann die Überfahrt unruhiger ausfallen oder ganz entfallen.
Wissenswertes
Seit 2019 erhebt der Regierungsbezirk Klungkung eine Touristenabgabe für die Einreise auf die drei Nusa-Inseln: 25.000 IDR für Erwachsene und 15.000 IDR für Kinder, umgerechnet knapp 1,50 Euro beziehungsweise unter einem Euro. Die Einnahmen fließen in lokale Infrastruktur wie Straßen, Müllentsorgung und Toiletten an den Sehenswürdigkeiten. Die Bezahlung erfolgt zunehmend digital per Online-Voucher mit QR-Code statt bar am Hafen. Zusätzlich hat Klungkung für 2026 ein weiteres Gebührenmodell angekündigt, bei dem an einzelnen Sehenswürdigkeiten separate Eintrittsgebühren erhoben werden sollen; der Starttermin wurde wegen fehlender Infrastruktur und Protesten der Tourismusbranche bereits mehrfach verschoben. Reisende sollten sich kurz vor der Anreise über die dann aktuell gültigen Gebühren informieren.
Beim Geld gilt: Bargeld ist auf Nusa Penida weiterhin die Regel, Kartenzahlung ist außerhalb der größeren Orte selten. Mittlerweile gibt es einzelne Geldautomaten größerer indonesischer Banken, etwa in Toyapakeh und Sampalan, doch sie sind nicht überall verfügbar. Ausreichend Bargeld für mehrere Tage einzuplanen ist daher sinnvoll.
Sicherheit
Nusa Penida gilt allgemein als sicher, Kriminalität gegen Touristen ist selten. Die größeren Risiken sind praktischer Natur: steile, unbefestigte Klippenpfade ohne Geländer und starke Strömungen an mehreren Stränden. Festes Schuhwerk, Vorsicht bei den Gezeiten und respektvoller Umgang mit religiösen Stätten (Sarong-Pflicht in Tempeln) sind sinnvoll.
Beste Zeit, die Insel zu besuchen
Auf Nusa Penida wechseln sich wie im übrigen Bali eine Trockenzeit und eine Regenzeit ab. Die Regenzeit dauert etwa von November bis März: Es fallen häufiger kurze, teils kräftige Schauer, oft am Nachmittag oder in der Nacht, bei Temperaturen um 27 bis 31 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. In dieser Zeit sind weniger Touristen unterwegs, die See kann aber unruhiger sein, was die Bootsüberfahrt erschwert.
Die Trockenzeit reicht etwa von April bis Oktober, mit den geringsten Niederschlägen meist im Juli und August. Die See ist in dieser Zeit ruhiger, was die Überfahrt und Aktivitäten im Wasser erleichtert. Juli/August sowie Dezember/Januar sind gleichzeitig Hauptsaison mit entsprechend mehr Tagesbesuchern und teils höheren Preisen.
Für stabiles, trockenes Wetter mit ruhiger See eignet sich die Zeit von Mai bis August am besten. Wer dem größten Andrang ausweichen möchte, plant den Besuch außerhalb der Ferienmonate Juli/August und Dezember/Januar, etwa im April, September oder Oktober.
Transport innerhalb der Insel

Um die Insel zu erkunden, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:
- Mit dem Roller: Die Tagesmiete liegt meist bei 100.000 bis 200.000 IDR (umgerechnet etwa 6 bis 13 US-Dollar), oft inklusive vollem Tank. Vorteil ist der niedrige Preis und die Flexibilität, Nachteil sind die teils schmalen, kurvigen und schlecht ausgebauten Straßen, die Fahrerfahrung erfordern und für Anfänger riskant sein können. Tankstellen gibt es vor allem im Norden der Insel, im Süden meist nur kleine, teurere Straßenshops mit Benzin in Flaschen.
- Auto mit Fahrer mieten: Für einen vollen Tag liegt der Preis meist bei 700.000 bis 800.000 IDR (rund 45 bis 50 US-Dollar) für das ganze Fahrzeug mit bis zu sechs Personen, oft inklusive Benzin. Das ist sicherer und bequemer als der Roller, besonders auf den engen Straßen im Süden und Osten der Insel, wo es häufiger zu Stau kommt; dort kommt man mit dem Roller allerdings schneller vorbei.
Welche Aktivitäten bieten sich an?
Nusa Penida ist vor allem für seine Strände und die Aussichten auf das Meer bekannt. Entsprechend drehen sich die meisten Aktivitäten ums Wasser: Strände besuchen, Schnorcheln, Tauchen (unter anderem an mehreren Spots mit Mantarochen vor der Küste) sowie Bootsausflüge zu den vorgelagerten Klippen.
Viele der Highlights sind allerdings nur über eine mehr oder weniger anspruchsvolle Kletterpartie oder einen längeren Fußmarsch erreichbar, oft bei starker Hitze und ohne Schatten. Wasserfeste Rucksäcke oder Handyhüllen, feste Schuhe und ausreichend Trinkwasser sind für einen Tag auf Nusa Penida sinnvoll.
Was sind absolute Highlights / Sehenswürdigkeiten?
Entlang der Südküste liegen zahlreiche kleine Sandstrände und Buchten mit klarem Wasser, die meist nur über Treppen oder Klettersteige erreichbar sind. Daneben ist die Insel im Landesinneren grün und bewaldet, mit Reisfeldern, Palmen und dem weiter unten beschriebenen Tembeling Forest. Im Folgenden die wichtigsten Ziele im Überblick:
Schöne Aussichten und View Points

- Kelingking Beach ist bekannt für die Aussicht auf den Felsen, der in seiner Form an einen T-Rex-Kopf erinnert und weit ins Meer ragt; am Aussichtspunkt oben sammeln sich entsprechend viele Besucher. Am Strand selbst ist es deutlich leerer, da der Abstieg über einen steilen Klettersteig rund 30 bis 45 Minuten in der prallen Sonne dauert; feste Schuhe sind Pflicht. Unten gibt es keine Verkaufsstände, Getränke und Snacks müssen selbst mitgebracht werden.
- Der Banah Sunset/Cliff Point besteht aus einem knappen Dutzend Aussichtspunkten entlang der Klippen im Westen der Insel. Von dort blickt man senkrecht auf die Wellen in der Tiefe und kann bei guter Sicht Mantarochen sowie den Banah Rock beobachten, einen ringförmig durchbrochenen Felsen im Meer.
Wasserfall
- Der Peguyangan Wasserfall ist der anspruchsvollste Abstieg der Insel. Der Weg führt über rund 500 Stufen entlang der Steilküste hinunter, mit einzelnen sehr steilen, schmalen Abschnitten, an denen man sich mit den Händen festhalten muss; für Personen mit Höhenangst ist die Strecke nicht geeignet. Unten liegt kein großer Wasserfall, sondern ein kleiner Hindu-Tempel direkt am Meer, an dem Wasser über die Felsen läuft. Im Tempelbereich ist ein Sarong Pflicht, im angrenzenden Naturpool ist Badekleidung erlaubt.
Strände

- Angels Billabong ist ein natürliches Infinity-Pool-Becken direkt am Felsrand. Baden ist nur bei ruhiger See und Ebbe möglich und sollte vorsichtig erfolgen; bei Flut oder Wellengang besteht Lebensgefahr, da das Becken dann überspült wird.
- Broken Beach (Pasih Uug) liegt direkt neben Angels Billabong und besteht aus einer großen, kreisrunden Felsöffnung, durch die das Meer hindurchbricht. Baden ist hier nicht möglich, die Formation lässt sich aber von oben umrunden und von mehreren Seiten fotografieren.
- Suwehan Beach hat klares, türkises Wasser und weißen Sand. Er liegt abgelegener, ist mit dem Auto kaum erreichbar und erfordert einen rund 30-minütigen Fußmarsch, was die geringere Besucherzahl erklärt. Vor dem Strand ragt ein einzelner Felsen aus dem Wasser. Wegen wechselnder Gezeiten und Strömung ist beim Baden Vorsicht geboten.
- Atuh Beach am südlichen Ende der Insel liegt auf dem Weg zum Suwehan Beach. Der Abstieg führt über gut ausgebaute Stufen, am Eingang wird vor Ort eine kleine Gebühr erhoben. Dafür gibt es hier mehr Infrastruktur als an den meisten anderen Stränden, etwa Sonnenliegen und einfache Imbiss-Shops. Vom Strand aus sieht man den Atuh Rock, einen schlanken, hoch aufragenden Felsen im Meer.
- Crystal Bay im Westen der Insel ist für den Sonnenuntergang und zum Schnorcheln bekannt. Der Strand ist ohne Stufen erreichbar, entsprechend sind hier mehr Tagesbesucher unterwegs als an den meisten anderen Stränden. Liegen und Schnorchelausrüstung lassen sich vor Ort mieten, dazu gibt es mehrere kleine Shops. Die Strömung kann zeitweise stark sein, daher sollte man nicht zu weit hinausschwimmen.
- Der Nyanyad Beach im Süden der Insel wird deutlich seltener besucht als die bekannteren Strände. Der Zugang über eine gut ausgebaute Treppe dauert rund 15 Minuten, der Strand mit weißem Sand liegt zwischen zwei Tempeln und hohen Klippen.
Andere Sehenswürdigkeiten

- Im Tembeling Forest (teils auch „Tempeling“ geschrieben) liegt noch dichter Dschungel mit altem Baumbestand. Für den Zugang wird vor Ort eine kleine Gebühr oder Spende erhoben. Ein Weg aus Natursteinstufen führt an großen Bäumen vorbei zu einem Naturpool zum Baden und weiter zu einem kleinen Felsenstrand.
- Die Tempelhöhle Goa Giri Putri liegt hinter einem schmalen Felsspalt, durch den man in eine große Höhle hinabsteigt. Der Weg ist schwach beleuchtet und stellenweise stickig, da die Belüftung nur an einzelnen Stellen erfolgt. In der Höhle befinden sich mehrere Hindu-Schreine; gelegentlich finden dort Zeremonien statt. Im Zentrum führt eine Treppe hinauf, die nur barfuß betreten werden darf. Am Höhleneingang leben mehrere frei laufende Affen, Handys und Kameras sollten daher gut festgehalten werden.
- Die Teletubby-Hügel in der Inselmitte haben ihren inoffiziellen Namen wegen der Ähnlichkeit mit der Kulisse der bekannten Kinderserie erhalten. Am grünsten sind sie während und kurz nach der Regenzeit (etwa Dezember bis April); in der Trockenzeit verfärbt sich das Gras eher gelb-braun.
Lokale Besonderheiten
Für lokales Essen eignet sich der abendliche Night Market in Sampalan, auf dem Garküchen und kleine Stände Snacks und warme Gerichte anbieten.
Am Atuh Beach gibt es zudem mehrere kleine Warungs für ein einfaches lokales Mittagessen; einer davon ist der Warung Nengah Mesin, der für seine hausgemachte, familiär gekochte Küche bekannt ist.
Für wen eignet sich Nusa Penida?
Das hängt davon ab, was geplant ist. Wer Strände wie Kelingking Beach oder Suwehan Beach besuchen möchte, sollte trittsicher sein und keine Höhenangst haben; für kleine Kinder oder Personen mit Gehbehinderung sind diese Abschnitte nicht geeignet. Strände wie Crystal Bay oder Nyanyad Beach sind dagegen über normale Treppen beziehungsweise stufenlos erreichbar und damit auch für Familien mit Kindern eine Option.
Besondere Übernachtungsmöglichkeiten

Neben zahlreichen Hotels und Hostels gibt es auf Nusa Penida auch einige ungewöhnlichere Unterkünfte, zum Beispiel:
- Das Baumhaus Rumah Pohon am Aussichtspunkt oberhalb von Atuh Beach bietet einen freien Blick aufs Meer und die vorgelagerten Felsen; der Sonnenaufgang ist von dort aus direkt sichtbar.
- Das Green Palm Homestay liegt nicht am Strand, sondern im Grünen in traditioneller balinesischer Bauweise, mit kurzem Weg zum Night Market in Sampalan.
- Der Angels Bungalow ist überwiegend aus natürlichen Materialien wie Holz und Bambus gebaut.
- Die Namaste Bungalows liegen in Fußnähe zur Crystal Bay, umgeben von Grün, und bieten damit eine ruhigere Alternative zu den Unterkünften direkt an der Hauptstraße.
Infos / Weblinks zum Weiterlesen
Fazit
Nusa Penida bietet auf vergleichsweise kleinem Raum Tempel, Klippen, Strände und Wanderwege und ist touristisch weniger erschlossen als das benachbarte Bali. Wer bereit ist, für die schönsten Aussichten Treppen zu steigen oder Fußmärsche in der Sonne in Kauf zu nehmen, findet hier eine Mischung aus Natur und Kultur zu vergleichsweise niedrigen Preisen.
Häufige Fragen
Wie kommt man am schnellsten von Bali nach Nusa Penida?
Am schnellsten geht es mit dem Schnellboot von Sanur oder Kusamba, die Überfahrt dauert meist 30 bis 60 Minuten. Boote fahren mehrmals täglich.
Wie viel kostet die Touristengebühr für Nusa Penida?
Seit 2019 gelten 25.000 IDR für Erwachsene und 15.000 IDR für Kinder, gültig für alle drei Nusa-Inseln. Für 2026 ist zusätzlich eine separate Gebühr an einzelnen Sehenswürdigkeiten angekündigt, deren Starttermin mehrfach verschoben wurde; aktuelle Beträge vor der Reise prüfen.
Welche Strände auf Nusa Penida sind auch für Familien mit Kindern geeignet?
Crystal Bay und Nyanyad Beach sind über Treppen beziehungsweise stufenlos erreichbar. Kelingking Beach oder Suwehan Beach erfordern dagegen längere, steile Ab- und Aufstiege und eignen sich eher für ältere Kinder und Erwachsene.
Wann ist die beste Reisezeit für Nusa Penida?
Am stabilsten ist das Wetter in der Trockenzeit von April bis Oktober, besonders Mai bis August. Wer Andrang meiden will, reist außerhalb von Juli/August und Weihnachten/Neujahr.