Kriminalität und Sicherheit auf Bali: Lage, Betrugsmaschen, Notrufe

Auf Bali kamen 2025 knapp sieben Millionen Gäste direkt aus dem Ausland an. Die Polizei der Provinz zählte im selben Jahr 339 Ausländerinnen und Ausländer, die Opfer einer Straftat wurden, am häufigsten durch Diebstahl. Das Auswärtige Amt nennt für Indonesien vor allem Taschendiebstahl, Raub von Handtaschen und Mobiltelefonen, Falschspiel und erzwungene Abhebungen am Geldautomaten. Daneben weist es besonders auf Unfälle mit Motorrollern, auf Methanol in alkoholischen Getränken, auf die strengen Drogengesetze und auf Naturgefahren hin.

Datenstand: 21. Oktober 2026. Quellen und Rechenweg stehen am Ende des Artikels.

Dieser Überblick ordnet die Sicherheitslage mit amtlichen Zahlen ein: der Kriminalstatistik des indonesischen Statistikamts BPS, der Jahresbilanz der Polizei Bali und den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts. Er beschreibt die häufigsten Delikte, Betrugsmaschen beim Geldwechsel und im Taxi, das Verhalten bei Erdbeben und Tsunami-Warnungen und die wichtigsten Notrufnummern.

Polizeitransporter mit Blaulicht und bunter Folierung am Straßenrand auf Bali
Ein Polizeitransporter mit Blaulicht und bunter Beklebung parkt an einer Straße auf Bali. Foto: Andrew Thomas, Lizenz CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Wie sicher ist Bali? Kriminalität und Sicherheitslage in Zahlen

Eine Gesamtnote für Bali vergibt das Auswärtige Amt nicht. In seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Indonesien (Stand 21. Oktober 2026, unverändert gültig seit 15. Oktober 2026) beschreibt es die Kriminalität für das ganze Land: Taschendiebstähle, aber auch bewaffnete Überfälle sowie Handtaschen- und Mobiltelefonraub kommen regelmäßig in öffentlichen Verkehrsmitteln, an belebten Plätzen und in Cafés und Restaurants touristisch beliebter Orte vor. Auch motorradfahrende Touristen können überfallen werden, erzwungene Bargeldabhebungen an Geldautomaten kommen regelmäßig vor. Vereinzelt werden K.-o.-Tropfen eingesetzt, und es gibt Kreditkartenbetrug. Bali nennt das Amt ausdrücklich bei Falschspielerbanden, die Reisende zu verbotenen, manipulierten Glücksspielen verleiten.

Für die Provinz gibt es auch eine amtliche Kriminalstatistik. Das Statistikamt BPS veröffentlicht jedes Jahr die bei der Polizei registrierten Fälle je Polizeibezirk. Für die Polizei Bali (Polda Bali) waren es 2024 insgesamt 13.848 Fälle, 16 Prozent mehr als 2023 mit 11.916. Sechs von zehn Fällen waren Verkehrsunfälle, die in Indonesien in derselben Statistik geführt werden. Landesweit macht dieser Anteil gut ein Viertel aus.

ArtFälle 2024Anteil
Verkehrsunfälle8.30760,0 %
Diebstahl (einfacher 948, schwerer 448, Kfz und Roller 259, Raub 34)1.68912,2 %
Drogendelikte9977,2 %
Betrug und Unterschlagung8356,0 %
Körperverletzung6374,6 %
übrige1.38310,0 %
gesamt13.848100 %
Bei der Polizei Bali registrierte Fälle 2024 nach Art, alle Opfer einschließlich Einheimischer. Quelle: BPS, Statistik Kriminal 2024/2025 (Lampiran 3 und 11, Daten der Polizei), Anteile berechnet von bali.info. Stand 21.10.2026.

Auf die Einwohner bezogen ergibt das 343 Fälle je 100.000 Menschen, landesweit sind es 204. Damit lag Bali 2024 auf Rang fünf von 34 Polizeibezirken. Ein Maß für das Risiko im Urlaub ist diese Quote nicht: Die Verkehrsunfälle zählen mit, und Fälle mit Gästen gehen in die Zählung ein, die Gäste selbst aber nicht in die Einwohnerzahl. Aufgeklärt hat die Polizei Bali 2024 71,6 Prozent der Fälle, im Landesdurchschnitt 57,0 Prozent. Die Haushaltsbefragung Susenas, die nach selbst erlebten Straftaten fragt, zeigt ein anderes Bild: 2024 gaben auf Bali 0,27 Prozent der Einwohner an, Opfer einer Straftat geworden zu sein, landesweit 0,73 Prozent. Das war der zweitniedrigste Wert der 38 Provinzen.

Straftaten gegen ausländische Gäste: Bilanz der Polizei Bali 2025

Auf der Jahrespressekonferenz am 30. Dezember 2025 nannte der Polizeichef der Provinz, Daniel Adityajaya, Zahlen zu Ausländern. 2025 wurden 339 ausländische Staatsangehörige Opfer einer Straftat, 47 Prozent mehr als 2024 mit 230. Am häufigsten waren einfacher Diebstahl (104 Fälle), schwerer Diebstahl, etwa durch Einbruch (49), Körperverletzung (38) und Betrug (28). Die meisten Opfer kamen aus Australien (53), Indien (40), Russland (35), Frankreich (24) und China (21).

Umgerechnet auf die 6.948.754 Auslandsankünfte des Jahres 2025 sind das knapp fünf Opfer je 100.000 Ankünfte, etwa eines von 20.000. Das ist eine Abschätzung mit Grenzen: Erfasst sind nur Fälle, die bei der Polizei angezeigt und von ihr gezählt wurden. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die Polizei häufig nicht bereit ist, Anzeigen entgegenzunehmen.

Ausländische Tatverdächtige zählte die Polizei 2025 insgesamt 225, 2 Prozent weniger als im Vorjahr; häufigstes Delikt waren Drogen mit 107 Fällen. Nach ihrer eigenen Zählung, die sich von der BPS-Statistik unterscheidet, bearbeitete die Polizei Bali 2025 insgesamt 5.721 Fälle, 4,7 Prozent mehr als 2024, und klärte 60 Prozent davon auf. Für Januar bis April 2026 meldete die indonesische Polizei 23 Prozent weniger Straftaten mit ausländischer Beteiligung als im Vorjahreszeitraum.

Häufig zitiert wird das Nutzerportal Numbeo. Es weist für Bali einen Kriminalitätsindex von 51 und einen Sicherheitsindex von 49 auf einer Skala von 0 bis 100 aus (letzte Aktualisierung 29. Oktober 2025, 93 Beiträge aus den vergangenen fünf Jahren). Das sind subjektive Einschätzungen von Besuchern, keine polizeilichen Fallzahlen.

Häufige Delikte gegen Touristen: Was Reisende wissen müssen

Die folgenden Delikte nennen das Auswärtige Amt und die Polizei Bali. Wie oft sie vorkommen, zeigen die Zahlen oben.

Taschendiebstahl, Kartenbetrug und Falschspiel

Diebstahl ist das häufigste Delikt gegen ausländische Gäste. Gefährdet sind laut Auswärtigem Amt vor allem öffentliche Verkehrsmittel, belebte Plätze, Flughäfen sowie Cafés und Restaurants in touristischen Orten. Auf Bali verleiten zudem Falschspielerbanden Reisende zu verbotenen, manipulierten Glücksspielen. An Geldautomaten lohnt ein Blick auf Kartenschlitz und Tastatur: Die Polizei Bali hat wiederholt ausländische Täter festgenommen, die Automaten mit Lesegeräten für Kartendaten präpariert hatten, etwa 2019 in Karangasem. Beim Bezahlen sollten Sie die Kreditkarte nie aus den Augen lassen.

Betrug beim Geldwechsel

Ein bekanntes Problem sind Wechselstuben ohne Lizenz, bei denen beim schnellen Nachzählen Scheine verschwinden. Nach dem Rundschreiben des Gouverneurs Nr. 7/2025 sollen ausländische Gäste Geld nur bei lizenzierten Wechselstellen tauschen und in Rupiah bezahlen. Woran Sie eine lizenzierte Wechselstube erkennen, beschreibt die indonesische Zentralbank Bank Indonesia:

  • Am Geschäft hängen das Logo „KUPVA Berizin“ der Bank Indonesia, das Zulassungszertifikat und gut sichtbar das Schild „Authorized Money Changer“.
  • Alle lizenzierten Anbieter stehen in einer Liste der Bank Indonesia („Daftar Nama Penyelenggara KUPVA BB Berizin“), die auf derselben Seite verlinkt ist.
  • Warnzeichen sind laut Bank Indonesia auffällig bessere Kurse als bei anderen Anbietern, ausweichende Auskünfte und ein Stand ohne festen Geschäftsraum.
  • Beschwerden nimmt das Contact Center der Bank Indonesia unter der Nummer 131 und per E-Mail an bicara@bi.go.id entgegen, am besten mit Quittung.

Zählen Sie das gewechselte Geld direkt am Schalter selbst nach. Kurse, Gebühren und Kartenzahlung erklärt der Artikel Rupiah in Euro wechseln.

Taxi- und Transportbetrug

Eine Tariftabelle veröffentlichen weder der Flughafenbetreiber noch das größte Taxiunternehmen Blue Bird. Dessen Wagen fahren mit Taxameter; nach Angaben des Unternehmens sind auf Bali Nachahmer in ähnlichem Blau unterwegs, im Mai 2023 und im Januar 2024 kam es dabei zu Erpressungsfällen. Bei den Fahrdienst-Apps Grab und Gojek steht der Preis vor der Fahrt in der App. Wo zugelassene Taxistände bestehen, dürfen die Apps nach einer Verordnung der Provinz von 2019 keine Fahrgäste abholen. Für Fahrten mit Mietwagen rät das Auswärtige Amt, nur an sicher wirkenden Orten anzuhalten und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mehr zu Preisen und Apps steht im Überblick Transportmittel auf Bali.

Überfälle und erzwungene Geldabhebungen

Das Auswärtige Amt nennt ausdrücklich Überfälle auf motorradfahrende Touristen und erzwungene Bargeldabhebungen an Geldautomaten. Es rät, bargeldlos zu zahlen, nur das Bargeld für den Tag und keine unnötigen Wertsachen mitzunehmen und Geld, Ausweise und Führerschein sicher aufzubewahren, am besten zusätzlich als elektronische Kopie.

Reihe von Geldautomaten-Kabinen verschiedener Banken an einer Straße in Kuta, davor ein Motorroller
Geldautomaten mehrerer indonesischer Banken stehen in einer Reihe an einer Straße in Kuta. Foto: Christophe95, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Polizei Bali veröffentlicht Opferzahlen für Ausländer nach Delikt und Herkunft, aber nicht nach Alter oder Geschlecht. Prozentangaben dazu, die im Netz kursieren, lassen sich auf keine verlässliche Quelle zurückführen und werden hier nicht wiedergegeben.

Nachtleben: K.-o.-Tropfen und Schlägereien

Körperverletzungen, an denen Ausländer als Täter beteiligt sind, geschehen nach Angaben des Polizeichefs meist nach Alkoholkonsum in Vergnügungslokalen. Das Auswärtige Amt rät, Getränke nie unbeaufsichtigt zu lassen, weil vereinzelt K.-o.-Tropfen eingesetzt werden. Diskotheken zählt es außerdem zu den besonders anschlagsgefährdeten Orten. Hinweise zu Clubs, Öffnungszeiten und Einlass stehen im Artikel über Nachtclubs auf Bali.

Vergiftete Getränke: das Methanol-Risiko

Das Auswärtige Amt schreibt: Mehrere Kranken- und Todesfälle auf Bali und Lombok, etwa nach dem Genuss alkoholischer Getränke, lassen auf mit Methanol verunreinigte Getränke schließen. Methanolvergiftungen können schwere gesundheitliche Schäden verursachen und schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Das Amt rät, auf Alkohol unklaren Ursprungs zu verzichten. Die Hausregeln großer Clubs und die Hinweise des Amts zu Alkohol und Drogen fasst der Artikel über Strandclubs auf Bali zusammen.

Verkehrsunfälle mit Motorrollern

Wegen der für Ausländer ungewohnten Verkehrssituation kommt es laut Auswärtigem Amt vor allem auf Bali und Lombok häufig zu Unfällen mit Krafträdern, nicht selten mit Todesfolge. Das Amt rät: „Verzichten Sie auf die Anmietung von Motorrädern, Motorrollern und Quads und auf nächtliche Überlandfahrten.“ Im Jahr 2024 zählte die Polizei Bali 142 Verkehrsunfälle mit ausländischen Beteiligten, 35 Prozent mehr als 2023. Dabei starben 21 Ausländer, 3 wurden schwer und 171 leicht verletzt. Zum Vergleich: Opfer einer Straftat wurden im selben Jahr 230 Ausländer.

Wer trotzdem fährt, braucht nach Angaben des Auswärtigen Amts den internationalen Führerschein, der nur zusammen mit dem deutschen gilt, mit der passenden Fahrzeugklasse. Helm ist Pflicht; das Verkehrsgesetz nennt dafür eine Buße von bis zu 250.000 Rupiah, rund 12 Euro. Nach einem Unfall kann die Polizei Beteiligte vernehmen und einen sogenannten Peace Letter vorlegen, eine schriftliche Einigung. Das Amt rät, solche Schreiben nicht ohne ausreichende Sprach- und Rechtskenntnisse zu unterschreiben und sich anwaltlich beraten zu lassen. Klassen, Strafen und Antrag erklärt der Artikel Internationaler Führerschein für Bali, Kontrollen und Verkehrsregeln der Artikel Verkehr auf Bali.

Drogen und Strafrecht: keine Toleranz

Indonesien zählt laut Auswärtigem Amt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Schon der Besitz geringster Mengen, auch im Transitbereich von Flughäfen, führt oft zu hohen Freiheitsstrafen bis hin zur Todesstrafe, die auch an Ausländern vollstreckt wird. Das gilt für jede Art von Drogen. Vorsicht ist auch bei Medikamenten geboten: Betäubungsmittelhaltige Mittel und Psychopharmaka können ohne Verschreibung in passender Menge als Drogen gelten. Gegenstände für andere Personen sollten Sie nicht transportieren.

Drogendelikte registrierte die Polizei Bali 2024 insgesamt 997. Unter den ausländischen Tatverdächtigen waren Drogen 2025 das häufigste Delikt.

Seit Anfang Januar 2026 gilt in Indonesien ein neues Strafrecht. Danach kann unter anderem außerehelicher Geschlechtsverkehr auf Anzeige von Ehepartnern, Eltern oder Kindern mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden; auch die Beleidigung des Präsidenten, der Regierung oder staatlicher Institutionen, auch online, kann verfolgt werden. Nach Angaben des Auswärtigen Amts nimmt die Polizei Ausländer besonders auf Bali auch bei geringfügigen Vergehen wie Sachbeschädigung häufig in Untersuchungshaft.

Hinweis: Stand 21. Oktober 2026. Dies ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die indonesischen Gesetze und die Angaben der indonesischen Behörden. Eine Liste von Anwaltskanzleien, darunter mehrere auf Bali, führt die Deutsche Botschaft Jakarta.

Naturgefahren: Verhalten bei Erdbeben und Tsunami

Indonesien liegt im pazifischen Feuerring, einer seismisch sehr aktiven Zone. Vulkanausbrüche, Erd- und Seebeben kommen häufig vor und können Tsunamis auslösen. Das Auswärtige Amt rät, sich vor einem Aufenthalt in erdbeben- oder tsunamigefährdeten Gebieten und vor einer Vulkanwanderung mit den Gefahren und Verhaltenshinweisen vertraut zu machen, etwa mit den Merkblättern des Deutschen GeoForschungsZentrums, und die Hinweise der indonesischen Regierung zu beachten. Bei einem Beben gilt vor allem: den Anweisungen von Hotelpersonal und Behörden folgen.

Erdbeben und Vulkane: Gunung Agung und Batur

Die indonesische Regierung veröffentlicht auf ihrer Übersichtsseite MAGMA Indonesia die Gefährdungsstufen der insgesamt 127 Vulkane des Landes, darunter der Agung und der Batur auf Bali. Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich vor einer Tour nach der aktuellen Stufe zu erkundigen und ausgewiesene Sperrzonen weiträumig zu meiden. Mehr zum höchsten Berg der Insel steht im Artikel über den Gunung Agung.

Tsunami-Warnsysteme und Verhalten im Ernstfall

Der Wetter- und Erdbebendienst BMKG betreibt das Tsunami-Frühwarnsystem InaTEWS. Bei einer Warnung gilt: sofort landeinwärts oder auf höher gelegenes Gelände gehen und dort bleiben, bis Entwarnung gegeben wird. BMKG-Stationen vermitteln dazu die Faustregel 20-20-20: Dauert ein Beben länger als 20 Sekunden, bleiben bis zu einem nahen Tsunami etwa 20 Minuten, um Gelände mindestens 20 Meter über dem Meer zu erreichen. Fragen Sie bei der Ankunft nach Fluchtwegen und Sammelplätzen Ihrer Unterkunft.

Regenzeit: Überschwemmungen und Erdrutsche

In weiten Teilen Indonesiens ist laut Auswärtigem Amt ungefähr von November bis März Monsunregenzeit. Starkregen führt oft zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen und beeinträchtigt Straßen, Strom, Telefon und Internet. Auf Bali zählte der Katastrophenschutz BPBD allein im Januar 2026 495 Ereignisse, darunter 106 Erdrutsche und 11 Überschwemmungen; zwei Menschen starben. Wann die Regenzeit in welcher Region beginnt, steht im Artikel Regenzeit auf Bali.

Bootstouren

Bei Bootstouren kommt es laut Auswärtigem Amt immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen; auch größere Boote sind schon in Seenot geraten und gesunken. Das Amt rät, sich etablierte Anbieter empfehlen zu lassen, bei hohem Wellengang nicht abzufahren und vorab nach den Sicherheitsvorkehrungen an Bord und nach Rettungswesten zu fragen. Eine Wellenvorhersage veröffentlicht BMKG unter maritim.bmkg.go.id. Das betrifft vor allem Überfahrten nach Nusa Penida und zu den Nachbarinseln.

Terrorrisiko und persönliche Schutzmaßnahmen

Das Auswärtige Amt sieht in ganz Indonesien ein erhöhtes Risiko von Terroranschlägen. Als besonders gefährdet gelten internationale Hotels, Einkaufszentren, Diskotheken, Flugplätze, christliche Kirchen und westliche oder nicht-muslimische Einrichtungen, ausdrücklich auch auf Bali. Hintergrund sind zwei Anschläge: Am 12. Oktober 2002 starben bei Bombenanschlägen auf Paddy’s Bar und den Sari Club in Kuta 202 Menschen, darunter 88 Australier. Am 1. Oktober 2005 töteten drei Selbstmordattentäter in Restaurants in Kuta und an der Bucht von Jimbaran 20 Menschen.

Zur Einordnung schreibt das Amt in seinem weltweiten Sicherheitshinweis, die Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden, sei im Vergleich zu Unfällen, Erkrankungen oder gewöhnlicher Kriminalität vergleichsweise gering. Es rät, an belebten Orten und zu besonderen Anlässen aufmerksam zu sein, etwa zu Nyepi, an christlichen Feiertagen und im Umfeld von Wahlen. Größere Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten Sie weiträumig meiden, lokale Medien verfolgen und den Anweisungen der Sicherheitskräfte folgen. Verdächtige Gegenstände oder Vorgänge melden Sie der Polizei.

Praktische Sicherheitstipps

  • Bargeldlos zahlen, wo es geht, und nur das Bargeld für den Tag mitnehmen. Pass und Wertsachen im Hotelsafe lassen und elektronische Kopien der Dokumente speichern.
  • Die Kreditkarte beim Bezahlen nie aus den Augen lassen. An Geldautomaten auf Veränderungen an Kartenschlitz und Tastatur achten und belebte, gut einsehbare Automaten wählen.
  • Geld nur bei Wechselstuben mit dem Logo „KUPVA Berizin“ tauschen und am Schalter nachzählen.
  • Taxis mit Taxameter oder Fahrdienst-Apps nutzen, bei denen der Preis vorab in der App steht.
  • Getränke nie unbeaufsichtigt lassen und auf Alkohol unklaren Ursprungs verzichten.
  • Keine Drogen, keine Gegenstände für Fremde transportieren, Medikamente nur mit Verschreibung mitführen.
  • Auf Mietroller verzichten, wie es das Auswärtige Amt empfiehlt. Wer doch fährt, braucht den internationalen Führerschein und einen Helm.
  • Bootstouren nur mit etablierten Anbietern und nicht bei hohem Wellengang antreten, Rettungswesten prüfen.
  • Größere Menschenansammlungen und Demonstrationen meiden, Warnungen der Behörden verfolgen.
  • Bei ungewohnten E-Mails, Anrufen, Nachrichten und Gewinnmitteilungen skeptisch sein und keine persönlichen Daten weitergeben.
  • Eine lokale SIM-Karte oder eSIM bereithalten, um im Notfall Polizei, Vermieter oder Versicherung erreichen zu können.
Sicherheit in Bali
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Medizinische Versorgung und Auslandskrankenversicherung

Das Auswärtige Amt schreibt, die medizinische Versorgung sei in Privatkliniken und großen öffentlichen Kliniken in Jakarta vielfach gegeben; außerhalb Jakartas könne sie deutlich eingeschränkt sein. Bali nennt das Amt dabei nicht eigens. Es rät zu einer Auslandskrankenversicherung mit Evakuierungsversicherung. Ohne ausreichenden Schutz tragen Reisende die Kosten für Behandlung und Heimflug grundsätzlich selbst. Den medizinischen Notruf 119 und Hinweise zur Reiseapotheke beschreibt der Artikel Bali Belly. Für persönliche Gesundheitsfragen ist eine reisemedizinische Beratung bei Ärztin oder Arzt zuständig.

Im Notfall: Nummern und Anlaufstellen

Diese Notrufnummern nennt das indonesische Tourismusministerium für das ganze Land, die Nummern der deutschen Vertretungen stehen beim Auswärtigen Amt:

WofürNummer
Polizei und allgemeiner Notruf110 oder 112
Rettungsdienst, medizinischer Notfall118 oder 119
Feuerwehr113
Such- und Rettungsdienst Basarnas, auch Seenot115
Hilfe bei Naturkatastrophen129
Deutsche Botschaft Jakarta, Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten+62 811 152526
Honorarkonsul in Sanur (Bali und Lombok)+62 361 288 535
Quellen: Tourismusministerium der Republik Indonesien (indonesia.travel), Auswärtiges Amt (Deutsche Auslandsvertretungen in Indonesien). Stand 21.10.2026.

Die indonesische Polizei gibt an, dass der Notruf 110 rund um die Uhr mehrsprachig erreichbar ist. Ob im Einzelfall Englisch gesprochen wird, lässt sich nur vor Ort prüfen. Die Notfallnummer der Botschaft ist nicht für Fragen zu Visa oder regulären Konsulardiensten gedacht. Das Honorarkonsulat liegt in der Jl. Pantai Karang No. 17 in Sanur und ist montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet, Anträge nur mit Termin.

Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsangehörigen unabhängig von Reiseziel und Aufenthaltsdauer, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen. Über die Liste kann die Botschaft Registrierte in Krisenfällen erreichen, etwa nach einem größeren Erdbeben oder Vulkanausbruch.

Häufige Fragen

Ist Bali für Touristen sicher?

Eine Gesamtnote vergibt das Auswärtige Amt nicht. Für 2025 meldete die Polizei Bali 339 ausländische Opfer von Straftaten bei knapp sieben Millionen Auslandsankünften, vor allem Diebstähle. Ausdrücklich warnt das Amt außerdem vor Unfällen mit Motorrollern, vor Methanol in Getränken und vor den Folgen der strengen Drogengesetze.

Welche Gegenden auf Bali sind besonders anfällig für Kleinkriminalität?

Für Bali nennt das Auswärtige Amt keine Gebiete, von deren Besuch es abrät; das gilt nur für fünf Provinzen auf Neuguinea. Taschendiebstahl betrifft laut Amt vor allem belebte Orte, öffentliche Verkehrsmittel sowie Cafés und Restaurants in touristischen Orten. Eine amtliche Aufschlüsselung der Delikte nach Orten auf Bali ist nicht veröffentlicht.

Was tun bei Diebstahl oder Betrug während der Bali-Reise?

Zeigen Sie den Vorfall bei der Polizei an (110) und verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung für die Versicherung. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die Polizei Anzeigen häufig nicht entgegennehmen will. Lassen Sie Karten sofort sperren. Bei Verlust des Passes helfen die Botschaft in Jakarta und das Honorarkonsulat in Sanur. Betrug durch eine Wechselstube können Sie der Bank Indonesia unter 131 melden.

Wie verhalte ich mich bei einem Erdbeben oder einer Tsunami-Warnung auf Bali?

Folgen Sie den Anweisungen von Hotelpersonal und Behörden. Bei einer Tsunami-Warnung oder einem Beben, das länger als 20 Sekunden dauert, gehen Sie sofort landeinwärts oder auf Gelände mindestens 20 Meter über dem Meer und bleiben dort bis zur Entwarnung.

Wie gefährlich sind gepanschte Getränke mit Methanol wirklich?

Das Auswärtige Amt bestätigt mehrere Kranken- und Todesfälle auf Bali und Lombok, die auf mit Methanol verunreinigte Getränke schließen lassen, und rät, auf Alkohol unklaren Ursprungs zu verzichten.

Wie erkennt man einen seriösen Geldwechsler auf Bali?

Am Logo „KUPVA Berizin“ der Bank Indonesia, am Zulassungszertifikat und am Schild „Authorized Money Changer“. Ob ein Anbieter lizenziert ist, zeigt die Liste auf der Seite der Bank Indonesia.

Welche Versicherung empfiehlt sich für eine Bali-Reise?

Das Auswärtige Amt nennt eine Auslandskrankenversicherung mit Evakuierungsversicherung. Wer einen Wagen mit Fahrer mietet, sollte laut Amt auf ausreichenden Kasko- und Haftpflichtschutz achten. Welche Leistungen Ihr Vertrag abdeckt, klären Sie mit Ihrem Versicherer.

Sind Drogen auf Bali ein besonderes Risiko?

Ja. Schon geringste Mengen führen in Indonesien oft zu hohen Freiheitsstrafen bis hin zur Todesstrafe, auch für Ausländer und auch im Transitbereich von Flughäfen.

Quellen und Methode

Stand aller Angaben: 21. Oktober 2026. Die Fallzahlen der Polizei Bali für 2023 und 2024 stammen aus der Kriminalstatistik des Statistikamts BPS, die Registerdaten der indonesischen Polizei und die Haushaltsbefragung Susenas auswertet. Die Anteile in der Tabelle haben wir aus den Fallzahlen je Deliktart berechnet; „Diebstahl“ fasst einfachen, schweren, Fahrzeug- und Raubdiebstahl zusammen. Die Zahlen für 2025 nannte der Polizeichef auf der Jahrespressekonferenz am 30. Dezember 2025; wir geben sie nach zwei übereinstimmenden Medienberichten wieder. Die Quote je 100.000 Ankünfte ist eine eigene Abschätzung: 339 Opfer geteilt durch 6.948.754 direkte Auslandsankünfte 2025. Euro-Wert nach dem EZB-Referenzkurs vom 20. Oktober 2026 (1 Euro = 20.170,57 Rupiah).