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Auf der indonesischen Insel Lombok hat sich in Banyumulek, rund 14 Kilometer südlich von Mataram, über Generationen eine eigenständige Töpfertradition erhalten. Zusammen mit den Dörfern Penujak und Masbagik zählt Banyumulek zu den drei wichtigsten Zentren der Keramikherstellung auf Lombok. Die Töpferei prägt bis heute den Alltag, die Wirtschaft und das Ortsbild.
Die Keramik wird überwiegend von Frauen von Hand geformt, ohne Töpferscheibe, und in offenen Feuerstellen gebrannt. Diese Herstellungsweise wird als „turun temurun“ bezeichnet – von Mutter zu Tochter weitergegeben – und gilt als eine der ältesten bis heute praktizierten Keramiktechniken.
Die Bedeutung der Töpferkunst in Banyumulek
In Banyumulek ist die Töpferei nicht nur Erwerbszweig, sondern zentraler Bestandteil der dörflichen Identität. Viele Haushalte im Ort sind direkt oder indirekt am Handwerk beteiligt – von der Tongewinnung über die Formgebung bis zum Verkauf.
Geschichte: Von der Tongrube zum Exportgut
Die Töpfertradition Banyumuleks reicht Berichten zufolge bis in die Zeit des Niedergangs des ostjavanischen Majapahit-Reiches im frühen 16. Jahrhundert zurück; seither wird das Handwerk von Mutter zu Tochter weitergegeben. Einen wichtigen Wendepunkt markierte 1988 das „Lombok Crafts Project“, eine Entwicklungszusammenarbeit zwischen den Regierungen Indonesiens und Neuseelands: Neuseeländische Berater unterstützten die Töpferinnen in Banyumulek und den Nachbardörfern bei Produktqualität, Haltbarkeit der Ware und Vermarktung, mit dem Ziel, die Einkommen und Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Werkstätten aus der Region exportieren heute unter anderem nach Malaysia, Singapur, Australien, in die USA und nach Europa.
Rolle der Töpferkunst in der Gesellschaft von Lombok
Das Formen der Gefäße gilt in Banyumulek traditionell als Frauenarbeit und wird von Mutter zu Tochter weitergegeben. Andere Arbeitsschritte – etwa das Sammeln des Tons oder die Fertigstellung der Stücke – übernehmen häufig andere Familienmitglieder.
- Weitergabe des Handwerks von Mutter zu Tochter über Generationen
- Töpferei als wichtige Einkommensquelle vieler Haushalte im Ort
- Gemeinsame Werkstätten als Treffpunkte der dörflichen Gemeinschaft
Traditionelle Herstellung: Handarbeit statt Töpferscheibe
Der Ton wird in der Umgebung des Dorfes von Hand gegraben. Anschließend formen die Töpferinnen die Gefäße mit einem runden Stein als Widerlager im Inneren und einem Holzpaddel, das die Wand von außen in Form bringt – eine Technik ohne Töpferscheibe. Nach dem Trocknen in der Sonne werden die Stücke in offenen, mit Reisspelzen und Holz befeuerten Feuerstellen gebrannt.
Die Formen reichen von einfachen Wasserkrügen bis zu großformatigen Zierstücken, die zunehmend auch nach Vorgaben internationaler Kundschaft gestaltet werden.
Töpferkunst als Kulturerbe und touristische Attraktion
Banyumulek ist neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung auch ein Ziel für Tagesausflüge von Mataram und den Stränden im Süden Lomboks aus. Besucher können den Töpferinnen bei der Arbeit zusehen; viele Werkstätten lassen Gäste unter Anleitung auch selbst Hand anlegen.
Verkauft wird direkt ab Werkstatt, viele Anbieter im Dorf bieten für größere Stücke auch einen internationalen Versand an.
Zum Sortiment gehören neben Gebrauchskeramik wie Krügen und Töpfen auch Lampen und Dekorobjekte sowie der „Kendi Maling“ – ein Krug mit doppeltem Boden, aus dem nur trinken kann, wer den richtigen Ausguss kennt, und der als eines der bekanntesten Souvenirs aus Banyumulek gilt.
- Kombination traditioneller Formen mit Designs für den Exportmarkt
- Handwerkliche Fertigung ohne industrielle Serienproduktion
- Direkter Verkauf ab Werkstatt, teils mit internationalem Versand
| Angebot | Was Sie erwartet | Hinweis |
|---|---|---|
| Töpferinnen bei der Arbeit beobachten | Formen mit Stein und Holzpaddel, ohne Töpferscheibe | Kostenlos, kein offizieller Eintritt |
| Selbst töpfern | Viele Werkstätten lassen Besucher unter Anleitung eigene Stücke formen | Preis wird vor Ort vereinbart |
| Keramik kaufen | Krüge, Lampen, Dekorobjekte, Kendi Maling | Von wenigen Zehntausend bis zu mehreren Millionen Rupiah, je nach Größe und Aufwand |
| Versand | Internationaler Versand für große oder zerbrechliche Stücke | Kosten und Dauer vor Ort erfragen |
Die Töpferei in Banyumulek zählt damit zu den festen Stationen für Lombok-Besucher, die sich für lokales Kunsthandwerk abseits der Strände interessieren.
Fazit
Die Töpferkunst in Banyumulek verbindet eine Jahrhunderte alte Handwerkstradition mit dem heutigen Export- und Tourismusgeschäft. Seit der Entwicklungszusammenarbeit mit Neuseeland ab 1988 hat sich das Angebot professionalisiert, ohne dass sich Technik und Herstellung grundlegend verändert hätten: Ton, Hände, Holzpaddel und offenes Feuer bilden nach wie vor die Grundlage.
Bewahrung der Tradition in der modernen Welt
Anders als bei industriell gefertigter Keramik hat sich in Banyumulek die handwerkliche Fertigung erhalten. Neue Formen und Designs für den Exportmarkt kamen hinzu, die Grundtechnik – Handformung ohne Töpferscheibe – blieb unverändert.
Die Bedeutung der Töpferkunst für die Zukunft Banyumuleks
Für viele Haushalte im Ort ist die Töpferei nach wie vor eine wichtige Einkommensquelle. Der Export nach Malaysia, Singapur, Australien, in die USA und nach Europa sowie der Tourismus vor Ort tragen dazu bei, dass das Handwerk wirtschaftlich tragfähig bleibt.
Praktische Reise-Infos
Anreise: Banyumulek liegt rund 14 Kilometer südlich von Mataram im Bezirk Kediri, West Lombok; die Fahrt dauert mit Auto oder Motorrad etwa 20 bis 30 Minuten. Von Senggigi aus sind es rund eine Stunde Fahrzeit.
Öffnungszeiten und Eintritt: Die Werkstätten sind in der Regel täglich von etwa 8 bis 17 Uhr geöffnet, ein offizieller Eintritt wird nicht erhoben.
Workshops: Mehrere Werkstätten lassen Besucher unter Anleitung einer Töpferin selbst Hand anlegen. Feste, allgemein gültige Preise dafür ließen sich nicht ermitteln – die Kosten werden meist direkt vor Ort vereinbart.
Einkauf: Die Preise richten sich nach Größe und Aufwand der Stücke und reichen von kleinen Souvenirs für wenige Zehntausend Rupiah bis zu aufwendigen Großstücken im Millionenbereich. Viele Werkstätten organisieren auf Wunsch den internationalen Versand.
Häufige Fragen
Wie kommt man am besten von Mataram oder Senggigi nach Banyumulek?
Von Mataram sind es rund 14 Kilometer beziehungsweise 20 bis 30 Autominuten nach Süden, von Senggigi etwa eine Stunde Fahrzeit. Mit dem Taxi, einem gemieteten Motorrad oder als Teil einer organisierten Tour ist das Dorf gut erreichbar.
Kann man in Banyumulek an einem Töpfer-Workshop teilnehmen und was kostet das?
Ja, viele Werkstätten lassen Besucher unter Anleitung selbst Ton formen. Feste, allgemein bekannte Preise gibt es nicht; die Kosten werden üblicherweise direkt vor Ort abgesprochen.
Welche Öffnungszeiten haben die Töpfereien und Werkstätten im Dorf?
Die meisten Werkstätten sind täglich von rund 8 bis 17 Uhr geöffnet. Ein offizieller Eintritt für das Dorf oder die Werkstätten wird nicht erhoben.
Kann man die Keramik aus Banyumulek kaufen und nach Hause versenden lassen?
Ja, Keramik kann direkt in den Werkstätten gekauft werden. Die Preise liegen je nach Größe und Aufwand zwischen wenigen Zehntausend und mehreren Millionen Rupiah. Für große oder zerbrechliche Stücke bieten viele Werkstätten einen internationalen Versand an.

