Pura Taman Ayun – Königstempel und Weltkulturerbe bei Mengwi

Pura Taman Ayun
Cindi CGJ, Pura Taman Ayun terletak di Mengwi, Bali, CC BY-SA 4.0

Pura Taman Ayun bei Mengwi

Auf einer künstlichen Flussinsel im Dorf Mengwi, rund 19 Kilometer nördlich von Denpasar, liegt die Tempelanlage Pura Taman Ayun. Nach ihrer Fläche gilt sie als zweitgrößte Tempelanlage Balis. Seit 2012 zählt sie als Teil der „Cultural Landscape of Bali Province: the Subak System as a Manifestation of the Tri Hita Karana Philosophy“ zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein breiter, mit Seerosen bewachsener Wassergraben umschließt die elfstöckige Kernanlage. Daraus leitet sich auch der Name ab: „Taman Ayun“ bedeutet sinngemäß „Tempel des schwimmenden Gartens“. Die Gebäude im Innenhof tragen aufwendige Schnitzereien; ringsum wachsen Frangipanibäume, Mango- und Durianbäume.

Rundgang durch die Tempelanlage

Der zentrale, innerste Bereich der Anlage ist ausschließlich gläubigen Hindus für Zeremonien vorbehalten. Besucher gehen auf einem gepflasterten Weg außen an der brusthohen Umfassungsmauer entlang, die den Blick auf den Innenhof freigibt. Auf die Mauer zu klettern, um zu fotografieren oder sich zu setzen, ist verboten.

In der weitläufigen Parkanlage rund um den Tempel ist Picknicken auf den Wiesen erlaubt und wird sowohl von Balinesen als auch von Touristen genutzt.

Tanzvorführungen und Gamelanorchester

taman ayun tempel
Grayswoodsurrey, Pura Taman Ayun, CC BY-SA 4.0

Von den Wiesen führt ein Steg zu einer offenen Halle, in der balinesische Tanzvorführungen stattfinden; sie bietet auch Platz für ein Gamelanorchester. Die Tempelanlage ist terrassenförmig angelegt. Anders als die meisten balinesischen Tempel, die sich am heiligen Berg Gunung Agung ausrichten, ist Pura Taman Ayun zum Vulkan Gunung Batukaru hin ausgerichtet (Hintergrund dazu im Abschnitt Architektur).

Neben dem Eingang zur Tempelanlage stehen zwei offene Hallen. In der einen zeigen Figuren einen rituellen Hahnenkampf, die andere ist der Reisgöttin Dewi Sri gewidmet. Sie ist dort als rund zwei Meter hohe Figur nachgebildet, deren Kleid, Krone und Schmuck aus bemalten Reiskörnern bestehen.

Praktische Infos für den Besuch

Kleiderordnung und Verhalten

Pura Taman Ayun ist ein aktiver Tempel, kein Museum. Knie und Schultern sollten bedeckt sein, ein Sarong ist üblich. Fotografieren ist erlaubt, aber nicht unmittelbar neben oder vor betenden Menschen. Opfergaben (Canang Sari) liegen häufig auf dem Boden und sollten nicht betreten werden. Die Anlage hat einen einzigen Eingang.

Anreise, Öffnungszeiten und Eintritt

Pura Taman Ayun lässt sich mit dem Auto oder Motorroller von Denpasar (rund 19 km) und von Ubud (rund 18 km, etwa 40 Fahrminuten) erreichen. Öffentliche Busverbindungen sind selten; die meisten Besucher kommen mit Mietwagen, Fahrer oder im Rahmen einer Tagestour, etwa in Kombination mit den Reisterrassen von Jatiluwih. Die Anlage ist täglich von rund 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt wird vor Ort erhoben, mit unterschiedlichen Tarifen für einheimische und ausländische Besucher; ein Sarong ist meist im Ticketpreis enthalten oder wird vor Ort gestellt. Für den Rundgang reichen in der Regel 30 bis 45 Minuten.

Die Geschichte des Pura Taman Ayun Tempels

Ältere Beschreibungen des Tempels widersprechen sich beim Baujahr. Nach heutigem Kenntnisstand ließ der erste Herrscher des Königreichs Mengwi den Tempel 1634 zunächst als Familien- und Ahnentempel errichten. Im Lauf des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage zum Staatstempel des Königreichs erweitert – daraus erklären sich die unterschiedlichen Datierungen in älteren Texten.

Die elfstöckigen Pagodentürme stehen als Sinnbild für den Berg Mahameru, der in der hinduistischen Kosmologie als Wohnort der Götter und als Ort für die Seelen der Verstorbenen gilt. Der gesamte Tempel soll den hinduistischen Kosmos widerspiegeln.

Architektur und Anlage des Pura Taman Ayun Tempels

tempelanlage bali
AdmiralHood, Храм Таман Аюн, ворота во внутренний двор, Бали, 2020-02-12, CC BY-SA 4.0

Die Anlage besteht aus 27 einzelnen Bauwerken auf einer rechteckigen Fläche, verteilt auf mehrere Höfe. Die Pagoden (Meru) sind sieben-, neun- oder elfstöckig; in ihnen werden die Schreine der Götter aufbewahrt. Verehrt werden die hinduistischen Gottheiten Shiva, Vishnu und Brahma ebenso wie die Gottheiten der Vulkane Batur, Agung und Batukaru. Zusätzlich stehen im Tempel Ahnenschreine der Herrscherfamilie von Mengwi. Die Ausrichtung zum Gunung Batukaru statt zum sonst üblichen Gunung Agung gilt als Besonderheit unter balinesischen Tempeln.

Traditionelle Merkmale der balinesischen Architektur

Der Komplex folgt den traditionellen Prinzipien balinesischer Tempelarchitektur: weitläufige Parkflächen, mehrere Lotusteiche, Fischteiche und Gehege. Nach balinesischem Glauben dient der Wassergraben rund um die Anlage den Himmelsnymphen (Widyadari) zum Baden; sie gelten als Vermittlerinnen zwischen Göttern und Menschen.

Moos und Algen haben sich im Lauf der Jahre in den Wasserbecken angesetzt. Nördlich des Glockenturms liegt der kleine Pavillon Bale Loji, in dem sich früher Priester und ihre Begleiter auf Zeremonien vorbereiteten oder eine Pause einlegten. Heute nutzen Kunsthandwerker den Pavillon, um dort ihre Arbeiten zu verkaufen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Eintrittspreis für den Pura Taman Ayun Tempel?

Der Eintritt wird direkt an der Kasse vor Ort bezahlt. Es gelten unterschiedliche Tarife für indonesische und ausländische Besucher, ein Sarong ist meist im Preis enthalten. Da sich Beträge ändern können, lohnt sich eine kurze Nachfrage vor Ort oder beim Reiseveranstalter.

Wie kommt man am besten von Denpasar oder Ubud zum Tempel?

Von Denpasar sind es rund 19 Kilometer, von Ubud rund 18 Kilometer (etwa 40 Fahrminuten), jeweils mit dem Auto, Motorroller oder privatem Fahrer erreichbar. Reguläre Buslinien gibt es kaum; viele Besucher verbinden den Ausflug mit einer Tagestour, etwa nach Jatiluwih.

Welche Kleidung ist beim Besuch des Tempels vorgeschrieben?

Knie und Schultern müssen bedeckt sein, ein Sarong ist Pflicht und wird am Eingang gestellt oder verliehen. Auffällige, aber nicht freizügige Kleidung ist unproblematisch.

Wie lange sollte man für einen Besuch des Tempels einplanen?

Für den Rundgang um die Anlage reichen in der Regel 30 bis 45 Minuten, je nachdem, ob gerade eine Tanzvorführung oder Zeremonie stattfindet.

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