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Balinesischer Tanz und die Gamelan-Musik, die ihn begleitet, gehören zu den sichtbarsten Ausdrucksformen der balinesischen Kultur. Viele Tänze sind Teil religiöser Zeremonien im balinesischen Hinduismus, andere haben sich zu eigenständigen Bühnenformen für Besucher entwickelt. 2015 hat die UNESCO drei Gattungen des balinesischen Tanzes in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Balinesischer Tanz: Herkunft und die drei Gattungen
Der balinesische Tanz ist aus religiösen Ritualen hervorgegangen und bis heute eng mit dem balinesischen Hinduismus verbunden. Die Bewegungen folgen den Rhythmen des Gamelan-Orchesters: Tänzerinnen und Tänzer setzen Gesicht, Augen, Hände, Arme, Hüften und Füße zugleich ein, um die perkussiven Schichten der Musik sichtbar zu machen. Charakteristisch ist eine Grundhaltung mit nach außen gedrehten Knien und angespanntem Bauch.

Wali, Bebali und Balih-balihan
Die UNESCO unterscheidet drei Gattungen: sakrale Tänze (Wali), die nur im innersten Tempelhof gezeigt werden, halb-sakrale Tänze (Bebali) für den mittleren Tempelhof sowie weltliche Unterhaltungstänze (Balih-balihan), die auch außerhalb religiöser Anlässe aufgeführt werden. Diese Dreiteilung wurde 2015 in Windhoek als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.
Wie die Tänze weitergegeben werden
Kinder lernen die Choreografien meist informell innerhalb der Gemeinschaft, oft im Rahmen des Banjar, des balinesischen Nachbarschaftsverbands. Der Unterricht beginnt mit einfachen Grundhaltungen und steigert sich über wiederholtes Üben bis zu komplexen Sequenzen, die auswendig beherrscht werden. Nach Angaben der UNESCO benötigen die Tänzerinnen und Tänzer dafür neben technischem Können auch Ausstrahlung, Bescheidenheit und Disziplin.
Die wichtigsten Tanzstile: Kecak, Legong und Barong
Kecak
Beim Kecak sitzen bis zu 100 barfüßige Männer in konzentrischen Kreisen und begleiten die Handlung – meist eine Szene aus dem Ramayana-Epos – mit rhythmischem Ruf-Gesang, ohne Instrumentalbegleitung. Die bekannteste Aufführung findet bei Sonnenuntergang am Tempel Pura Luhur Uluwatu statt, täglich von 18 bis 19 Uhr. Der Tempeleintritt kostet 60.000 IDR für Erwachsene und 40.000 IDR für Kinder, ein Sarong ist darin enthalten; die Kecak-Vorführung selbst kostet zusätzlich 150.000 IDR pro Erwachsenem.
Legong
Legong gilt als der filigranste balinesische Tanzstil und wird traditionell von zwei bis drei jungen Tänzerinnen in kunstvollen Kostümen und Kopfschmuck getanzt. Eine feste Aufführung findet im Innenhof des Ubud Palace (Puri Saren Agung) statt, täglich ab 19:30 Uhr mit einer Dauer von rund 90 Minuten; der Eintritt liegt bei etwa 100.000 IDR.
Barong
Der Barong-Tanz erzählt vom Kampf zwischen dem Löwenwesen Barong, das für das Gute steht, und der Hexe Rangda als Verkörperung des Bösen. Aufführungen finden täglich von 9:30 bis 10:30 Uhr auf mehreren Bühnen im Dorf Batubulan in der Regentschaft Gianyar statt, der Eintritt beträgt 150.000 IDR für Erwachsene und 75.000 IDR für Kinder.
| Tanzstil | Ort | Zeit / Dauer | Eintritt (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Kecak | Pura Luhur Uluwatu | täglich 18–19 Uhr | Tempel 60.000 IDR + Vorführung 150.000 IDR (Erwachsene) |
| Legong | Ubud Palace (Puri Saren Agung) | täglich ab 19:30 Uhr, ca. 90 Min. | rund 100.000 IDR |
| Barong | Batubulan, Gianyar | täglich 9:30–10:30 Uhr | 150.000 IDR Erwachsene / 75.000 IDR Kinder |
Angaben Stand 2026. Preise und Zeiten werden vor Ort erhoben beziehungsweise angesagt und können sich ändern.
Balinesischer Tanz im Alltag und im Tourismus
Über die Bühnenaufführungen hinaus bleibt der Tanz Teil religiöser Praxis: Bei Tempelfesten (Odalan), Einweihungen oder Übergangsriten treten sakrale Tänze im Tempelinneren auf, meist ohne touristisches Publikum. Die für Besucher zugänglichen Aufführungen wie Kecak, Legong und Barong haben sich daneben zu einem eigenen Wirtschaftszweig entwickelt und tragen zur kulturellen Identität Indonesiens bei, indem sie balinesische Traditionen einem internationalen Publikum zugänglich machen.

Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf fließen häufig anteilig an die Tanzgruppen sowie an die Tempel- oder Dorfgemeinschaften zurück, die die Aufführungen organisieren. So trägt der Tourismus zum Erhalt der Tanztradition bei, auch wenn die für Zeremonien bestimmten sakralen Formen davon getrennt bleiben.
Praktische Hinweise fĂĽr den Besuch
- Bei Tempelbesuchen Schultern und Knie bedecken; ein Sarong wird oft gegen GebĂĽhr verliehen oder ist im Ticketpreis enthalten, etwa in Uluwatu.
- Für stark nachgefragte Vorführungen wie den Kecak-Tanz in Uluwatu 30 bis 45 Minuten vor Beginn einen Platz suchen, da die Sitzplätze begrenzt sind.
- Tickets werden meist bar direkt vor Ort verkauft; für die bekannten Bühnen ist zusätzlich ein Online-Vorverkauf möglich.
- Während religiöser Zeremonien in Tempeln Abstand halten und den inneren Tempelbereich nur mit Einladung betreten.
WeiterfĂĽhrende Links
- https://gingerberry-timeout.jimdofree.com/my-travel-journey/
- https://homepage.univie.ac.at/marianne.nuernberger/tanz-4.html
- https://www.kunstforum.de/artikel/dance-2000/
Häufige Fragen
Wo auf Bali kann man traditionelle Tänze wie Kecak oder Legong live sehen?
Kecak wird täglich bei Sonnenuntergang am Tempel Pura Luhur Uluwatu aufgeführt, Legong im Ubud Palace (Puri Saren Agung) und der Barong-Tanz im Dorf Batubulan bei Gianyar. Alle drei Orte bieten regelmäßige, für Besucher zugängliche Vorführungen.
Was kostet der Eintritt zu einer Kecak- oder Barong-TanzvorfĂĽhrung?
Für den Kecak-Tanz in Uluwatu fallen 60.000 IDR Tempeleintritt plus 150.000 IDR für die Vorführung an (Erwachsene). Der Barong-Tanz in Batubulan kostet 150.000 IDR für Erwachsene und 75.000 IDR für Kinder. Die Beträge werden vor Ort erhoben und können sich ändern.
Wie lange dauert eine typische balinesische TanzauffĂĽhrung?
Die meisten VorfĂĽhrungen dauern etwa eine bis anderthalb Stunden. Kecak und Barong laufen rund eine Stunde, die Legong-VorfĂĽhrung im Ubud Palace etwa 90 Minuten.
Muss man Tickets fĂĽr TanzvorfĂĽhrungen vorher reservieren?
Eine Reservierung ist in der Regel nicht zwingend, Tickets werden meist bar an der Kasse verkauft. Bei stark nachgefragten Terminen wie dem Kecak-Sonnenuntergang in Uluwatu lohnt sich frühzeitiges Erscheinen, da die Plätze begrenzt sind.