Drachen auf Bali

drachen auf bali
Rarioj at English Wikipedia, Bali Kite Festival (Padang Galak), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
bali kite festival
Johannnindito Adisuryo (Yohanes Nindito Adisuryo), Festival Layang-layang Internasional Pantai Mertasari, CC BY-SA 4.0

Das Bali Kite Festival gehört zu den bekanntesten Festen der Insel: Zwischen Ende Juni und September füllen tausende Drachen den Himmel über der Ostküste von Denpasar. Aus einem religiösen Erntedankritual ist im Lauf der Zeit ein internationaler Wettbewerb geworden, der bis heute von den Nachbarschaftsgemeinschaften (Banjar) der Region getragen wird.

Das Bali-Drachenfest

Das Bali Kite Festival findet an der Ostküste von Sanur statt, hauptsächlich am Strand von Padang Galak in Kesiman (Denpasar) und inzwischen auch am Mertasari Beach. Es fällt in die Trockenzeit, wenn beständiger Wind aus Ost bis West weht; das Hauptereignis liegt meist im Juli, die Eröffnungszeremonie üblicherweise Ende Juni. Die genauen Termine hängen vom Wind ab und werden jedes Jahr von der balinesischen Tourismusbehörde neu angekündigt.

Getragen wird das Festival von den Banjar, den traditionellen Nachbarschaftsgemeinschaften Balis. Ein Team umfasst 70 bis 80 Mitglieder, dazu gehören ein eigenes Gamelan-Orchester, Fahnenträger und mindestens zehn erwachsene Drachenflieger, die den riesigen Drachen gemeinsam steigen lassen. Neben den balinesischen Teams nehmen inzwischen auch ausländische Gruppen mit moderneren Drachen in unterschiedlichsten Formen und Farben teil.

Die traditionellen Drachen

drachen auf bali
Rarioj at English Wikipedia, Bali Kite Festival (Padang Galak), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Balis traditionelle Wettkampfdrachen sind riesig: Sie werden bis zu 4 Meter breit und rund 10 Meter lang gebaut. Bei der Drachenform Janggan, die einen Vogel oder Drachen darstellt, kann der flatternde Stoffschwanz mehr als 100 Meter erreichen.

Gebaut werden die Drachen von den Mitgliedern der Banjar-Gemeinschaften aus leichten Materialien:

  • Bambus (als Tragstruktur)
  • Leichte Stoffe beziehungsweise Segeltuch (für die Fläche des Drachens)
  • Schnüre und Seile (zum Verbinden der Bauteile und zum Steuern)

Traditionell dominieren die Farben Rot, Weiß und Schwarz, in den vergangenen Jahren kommen daneben zunehmend weitere Farben zum Einsatz.

Beim Wettbewerb treten drei traditionelle Drachenformen gegeneinander an: der fischförmige Bebean gilt als größte und am leichtesten zu fliegende Form, der Janggan mit seinem langen Schwanz stellt Vogel- oder Drachengestalten dar, und der blattförmige Pecukan ist wegen seiner instabilen Form am schwierigsten zu fliegen und stürzt häufig ab. Daneben gibt es eine offene Kategorie („Kreasi Baru“) für neue Kreationen, etwa dreidimensionale Figuren, hinduistische Gottheiten, Fahrzeuge oder auch bekannte Markennamen.

Weil vor allem der Pecukan wegen seiner Form leicht ins Trudeln gerät, müssen die Teams manchmal quer durchs Reisfeld rennen, um einen abgestürzten Drachen zu bergen, bevor er im Bewässerungswasser landet und beschädigt wird.

Geschichte und Spiritualität der Tradition

Drachen haben auf Bali eine spirituelle Bedeutung, die eng mit dem balinesischen Hinduismus verwoben ist. Für viele Balinesen stehen sie für die Verbindung zwischen Erde und Himmel und zwischen Mensch und Gott.

Die drei traditionellen Farben Rot, Weiß und Schwarz sind den drei Hauptgottheiten des balinesischen Hinduismus zugeordnet: Rot steht für Brahma, den Schöpfergott, Weiß für Vishnu, den Erhalter, und Schwarz für Shiva, den Zerstörer und Erneuerer.

Historisch wurde das Drachensteigen mit der Landwirtschaft verbunden: In der Trockenzeit von Juni bis September, wenn der Wind beständig weht, ließen Erwachsene und Kinder auf den abgeernteten Reisfeldern Drachen steigen, um eine gute Ernte zu sichern und Schädlinge von den Feldern fernzuhalten. Aus diesem dörflichen Brauch ist seit den späten 1970er-Jahren nach und nach das heutige internationale Festival gewachsen.

Die einfache Form der Tradition lebt bis heute weiter: Auch außerhalb der Festivalzeit lassen Kinder auf Bali kleine Drachen über den Reisfeldern steigen.

Praktische Infos für den Besuch

Padang Galak liegt an der Ostküste von Denpasar, wenige Kilometer nördlich von Sanur. Am einfachsten erreichen Sie das Gelände mit dem Taxi oder einer Ride-Hailing-App wie Grab oder Gojek; am Strand gibt es Parkplätze für Selbstfahrer. Der Eintritt zum Festival ist am öffentlichen Strand kostenlos, für Plätze auf einer Tribüne kann eine geringe Gebühr anfallen.

Wer die großen Wettkampfdrachen gut sehen möchte, kommt am besten am Vormittag, wenn die Teams bei auflandigem Wind starten. Bringen Sie Sonnenschutz und etwas zu trinken mit, und halten Sie Abstand zu den Startbereichen und den langen Steuerleinen im Sand.

Häufige Fragen

Wann findet das Bali Kite Festival statt?

Das Festival fällt in die Trockenzeit von Juni bis September, das Hauptereignis findet meist im Juli statt, mit einer Eröffnungszeremonie oft schon Ende Juni. Die genauen Wettkampftage hängen vom Wind ab und werden jährlich neu von der balinesischen Tourismusbehörde bekanntgegeben.

Wo genau findet das Festival statt?

Hauptaustragungsort ist der Strand von Padang Galak in Kesiman (Denpasar), nördlich von Sanur; einzelne Wettbewerbe finden inzwischen auch am Mertasari Beach in Sanur statt.

Ist der Eintritt zum Bali Kite Festival kostenlos?

Ja, der Zugang zum Strand und zum Festivalgelände ist kostenlos. Nur für reservierte Tribünenplätze wird mitunter eine geringe Gebühr erhoben.

Kann man als Tourist selbst einen Drachen steigen lassen?

Zuschauen und das Geschehen aus der Nähe verfolgen ist jederzeit möglich. Die riesigen Wettkampfdrachen werden ausschließlich von eingespielten Banjar-Teams geflogen; wer selbst einen kleinen Drachen steigen lassen möchte, sollte das abseits der Startbereiche, Stromleitungen und Tempelanlagen tun.

Was bedeuten die Farben der traditionellen Drachen?

Rot, Weiß und Schwarz stehen für die drei balinesisch-hinduistischen Hauptgottheiten: Rot für Brahma, Weiß für Vishnu, Schwarz für Shiva.