Vulkane auf Bali

Die Vulkane auf Bali

Bali hat neben Stränden und Reisfeldern auch vulkanisches Hochland: Drei markante Berge – Agung, Batur und der Bergkomplex um den Bratansee – prägen Landschaft und Religion der Insel. Agung und Batur sind aktive Vulkane, die Caldera um den Bratansee gilt dagegen als erloschen beziehungsweise ruhend.

Agung

Mount Agung im Osten Balis ist der höchste Berg der Insel und ein aktiver Schichtvulkan. Die Höhenangaben schwanken je nach Quelle und Gipfelpunkt: Wikipedia führt 3.031 Meter, lokale Trekkinganbieter geben den über die Besakih-Route erreichbaren Hauptgipfel mit 3.142 Metern an, während der kürzere Pasar-Agung-Aufstieg an einem Vorgipfel auf rund 3.031 Metern endet.

Der bislang letzte große Ausbruch begann am 17. März 1963: Pyroklastische Ströme zerstörten zahlreiche Dörfer und töteten schätzungsweise 1.100 bis 1.500 Menschen, weitere rund 200 starben an Lahars (Schlammlawinen) durch die folgenden Regenfälle. Ein zweiter Ausbruch am 16. Mai 1963 forderte noch einmal etwa 200 Todesopfer. Insgesamt gehen Schätzungen von rund 1.100 bis 1.900 Toten aus.

Für die Balinesen gilt der Agung als heilig – er wird als irdisches Abbild des Weltenbergs Meru verehrt, an seinem Hang liegt mit Pura Besakih der bedeutendste Tempel der Insel. Die indonesische Vulkanbehörde PVMBG überwacht den Berg dauerhaft; seit Juli 2020 gilt die Alarmstufe „Waspada“ (Stufe 2 von 4) mit einer Sperrzone von zwei Kilometern um den Krater. Bei religiösen Großzeremonien in Besakih wird die Besteigung zusätzlich zeitweise vollständig gesperrt, 2026 etwa vom 28. März bis 24. April.

Batur

Der Mount Batur im Nordosten Balis ist mit 1.717 Metern deutlich niedriger als der Agung, aber ebenfalls aktiv. Der letzte Ausbruch datiert auf März 2000, als eine Explosion Material rund 200 Meter über den Krater schleuderte. Der Vulkan liegt inmitten zweier ineinanderliegender Calderas, die seit 2012 als UNESCO Global Geopark anerkannt sind; im südöstlichen Teil der äußeren Caldera liegt der Batur-See. Wegen des vergleichsweise kurzen Aufstiegs ist der Batur der meistbestiegene Vulkan Balis.

Bratan

Der Bratansee im Zentrum Balis liegt in einer erloschenen beziehungsweise ruhenden Vulkancaldera. Der Berg direkt über dem See heißt Gunung Catur und ist rund 2.096 Meter hoch, die Nummer vier unter Balis Bergen. Balis zweithöchster Berg, der 2.276 Meter hohe Batukau, gehört zwar geologisch zum selben Vulkansystem, liegt aber gut 10 Kilometer südwestlich des Sees und ist nicht mit dem Berg am Bratansee zu verwechseln. Für die Caldera sind keine historischen Ausbrüche überliefert, die jüngste bekannte Aktivität der Nachcaldera-Kegel liegt geologischen Untersuchungen zufolge mehr als 20.000 Jahre zurück.

Besteigung: praktische Infos

Mount Batur

Für die Besteigung des Batur ist ein lizenzierter Guide vorgeschrieben; die örtliche Trekking-Organisation lässt niemanden ohne Führer auf die Wege. Sonnenaufgangstouren starten meist gegen 2 bis 3 Uhr nachts mit Hotelabholung, der eigentliche Aufstieg dauert rund zwei Stunden, mit Abstieg und Pausen ist der gesamte Ausflug etwa 7 bis 8 Stunden lang. Die Tour gilt als für halbwegs fitte Einsteiger machbar, mit steileren Abschnitten kurz vor dem Gipfel. Gruppentouren mit Guide, Eintritt und leichtem Frühstück kosten üblicherweise umgerechnet rund 20 bis 35 US-Dollar pro Person, private Touren etwa 40 bis 55 US-Dollar; der separate Eintritt zum Vulkangebiet (rund 100.000 Rupiah) ist nicht immer im Tourpreis enthalten.

Mount Agung

Die Besteigung des Agung ist anspruchsvoller und seit 2025 ebenfalls nur mit lizenziertem Guide erlaubt. Zwei Routen sind gebräuchlich: Der längere Aufstieg ab Pura Besakih führt zum Hauptgipfel (3.142 m) und dauert für Hin- und Rückweg bis zu 12 Stunden, der kürzere Weg ab Pasar Agung endet an einem Vorgipfel (rund 3.031 m) und ist in etwa 8 Stunden zu schaffen. Wegen der Sperrzone um den Krater und gelegentlicher zeremonieller Sperrungen empfiehlt sich vor der Tour eine kurzfristige Statusabfrage bei einem lokalen Anbieter.

Gefahren und Überwachung

Ausbrüche der aktiven Vulkane Agung und Batur können pyroklastische Ströme, Ascheregen und Lahars auslösen, die Dörfer und Infrastruktur zerstören. Bei akuter Gefahr richtet die Regierung Sperrzonen ein und evakuiert die Bevölkerung aus den betroffenen Gebieten; das ist nicht immer einfach, weil viele Anwohner in abgelegenen Hangdörfern leben und eng mit ihrem Land verbunden sind.

Die Vulkanbehörde PVMBG überwacht beide aktiven Vulkane fortlaufend mit Seismographen sowie Messungen von Bodenverformung und Gasaustritt und stuft die Aktivität in vier Alarmstufen ein (Normal, Waspada, Siaga, Awas). Bei erhöhter Stufe gelten feste Sperrradien um die Krater, zusätzlich informiert die Behörde Anwohner und Reiseveranstalter über aktuelle Warnungen.

Mehr Infos:

Häufige Fragen

Kann man den Mount Batur ohne Guide besteigen?

Nein. Ein lizenzierter Guide ist Pflicht, ohne Führer wird niemand auf die Wege gelassen.

Wie viel kostet eine Sonnenaufgangstour auf den Mount Batur?

Gruppentouren mit Guide, Eintritt und Frühstück liegen meist bei umgerechnet 20 bis 35 US-Dollar pro Person, private Touren bei etwa 40 bis 55 US-Dollar. Der Eintritt zum Vulkangebiet von rund 100.000 Rupiah ist nicht immer eingeschlossen.

Ist der Mount Agung derzeit für Touristen zugänglich?

Grundsätzlich ja, mit lizenziertem Guide und außerhalb der Sperrzone von zwei Kilometern um den Krater. Bei religiösen Großzeremonien in Besakih oder einer erhöhten Vulkanwarnstufe wird die Besteigung zeitweise komplett gesperrt, deshalb lohnt sich eine kurzfristige Statusabfrage vor der Tour.

Wie lange dauert die Wanderung auf den Mount Batur?

Der Aufstieg zum Kraterrand dauert rund zwei Stunden, mit Abstieg, Pausen und Hotelabholung ist der gesamte Ausflug etwa 7 bis 8 Stunden lang.