Batursee – Danau Batur

batursee
William Cho, Bali – Lake Batur (2699184942), CC BY-SA 2.0

Der Batursee, auf Indonesisch Danau Batur, ist ein Kratersee im Nordosten Balis, in der Bangli-Regentschaft. Er liegt in der Kaldera des Mount Batur, mit rund 1.717 Metern der aktivste Vulkan der Insel, und wird von dessen Kraterwänden sowie vom benachbarten Mount Abang umschlossen. Für die einheimische Bevölkerung gilt der See als heilig.

Mit einer Fläche von knapp 16 Quadratkilometern und einer maximalen Tiefe von 88 Metern ist der Batursee kleiner, als in älteren Beschreibungen oft behauptet wurde – dennoch zählt er zu den größeren Kraterseen Südostasiens. Er liegt auf gut 1.030 Metern über dem Meeresspiegel, spürbar kühler als die Küste Balis, und zieht das ganze Jahr über Besucher an.

Das Wasser ist für balinesische Verhältnisse kühl – je nach Quelle und Jahreszeit werden Werte zwischen etwa 20 und 26 °C gemessen – und dient den umliegenden Dörfern als Trinkwasserquelle. Baden ist deshalb, und weil Teile des Sees als heilig gelten, nicht überall erlaubt. Wer schwimmen möchte, weicht besser auf eine heiße Quelle am Ufer aus, etwa in Toya Bungkah.

Entstehung und Legende des Batursees

lake batur
Photo by CEphoto, Uwe Aranas or alternatively © CEphoto, Uwe Aranas, Bangly-Regency Bali Indonesia Lake-Batur-01, CC BY-SA 3.0

Der See ist vulkanischen Ursprungs. Er liegt in der äußeren Kaldera des Mount Batur, die vor rund 29.000 Jahren beim Einsturz der Magmakammer nach einer gewaltigen Eruption entstand; ein späterer, kleinerer Ausbruch formte eine jüngere, innere Kaldera. Der heutige Vulkankegel wuchs anschließend in dieser Senke weiter – seit der ersten dokumentierten Eruption 1804 ist der Mount Batur mehrfach ausgebrochen, zuletzt im Jahr 2000.

Dazu passt eine lokale Legende: Ein gutmütiger Riese soll einst friedlich mit den Menschen der Region gelebt haben, bis er aus Hunger gegen sie vorging und ihre Dörfer zerstörte. Die Bewohner begruben ihn daraufhin in einer riesigen Grube, die sich mit Wasser füllte – der Legende nach der Ursprung des Batursees.

Sehenswertes rund um den Batursee

Neben dem Mount Batur selbst lohnt sich ein Ausflug an das Ostufer zum Dorf Trunyan, am Fuß des Mount Abang. Es ist nur mit dem Boot vom Anleger in Kedisan aus zu erreichen; die Überfahrt dauert je nach Wetter etwa 15 bis 30 Minuten.

In Trunyan lebt eine Bali-Aga-Gemeinschaft, deren Bräuche älter sind als die Einwanderungswelle aus dem javanischen Majapahit-Reich im 14. Jahrhundert. Bekannt ist das Dorf für seinen Friedhof: Wer eines natürlichen Todes starb, wird beim Ritual Mepasah weder verbrannt noch begraben, sondern unter freiem Himmel neben einem heiligen Taru-Menyan-Baum aufgebahrt und mit Bambuskäfigen bedeckt – der Duft des Baums soll den Verwesungsgeruch überdecken.

Verhaltensregeln und Respekt vor Ort

Kintamani
Jorge Franganillo, Kintamani – Danau Batur – 49818147221, CC BY 2.0

Die Menschen in der Region sind gastfreundlich, doch an bestimmten Tagen oder bei religiösen Zeremonien bleiben die Dörfer für Besucher geschlossen – das sollte respektiert werden. Beim Handschlag reicht ein sanfter Griff mit der rechten Hand; Frauen sollten, besonders von Männern, nicht ungefragt berührt werden. Beim Dorfbesuch empfiehlt sich zurückhaltende Kleidung.

Aktivitäten am Batursee und Mount Batur

Der Mount Batur ist vor allem für seinen Sonnenaufgangs-Trek bekannt: Der Aufstieg beginnt meist gegen 3 bis 4 Uhr morgens und dauert bis zum Gipfel rund zwei Stunden. Ein lizenzierter lokaler Guide ist inzwischen vorgeschrieben – Guide-Vereinigungen vor Ort kontrollieren das an Checkpoints am Fuß des Bergs.

Batur-Kaldera in Zahlen HÖHEN Mount Batur rund 1.717 m Seehöhe Batursee gut 1.030 m SEEFLÄCHE & TIEFE Seefläche knapp 16 km² Max. Tiefe 88 m ORTE Trunyan (Dorf) Boot ab Kedisan 15–30 Minuten Toya Bungkah Heiße Quellen am Seeufer
Schaubild: Kennzahlen zu Mount Batur und Batursee – Höhen, Seefläche und -tiefe sowie die Orte Trunyan und Toya Bungkah.

Wer den Sonnenaufgang auslässt, kann alternativ eine Kanu- oder Bootstour auf dem See unternehmen oder ihn vom Ufer aus in Ruhe betrachten. Wer es entspannter mag, badet in den heißen Quellen von Toya Bungkah am Seeufer oder bucht eine Massage vor Ort. Für die Mahlzeit danach gibt es zahlreiche Restaurants mit Blick auf See und Vulkan.

Unser Fazit

Der Batursee und seine Umgebung eignen sich für Naturfreunde, Wanderer und alle, die einen Tagesausflug abseits der Strände suchen – allein, zu zweit oder mit der Familie.

Häufige Fragen

Wie kommt man am besten zum Batursee und zum Mount Batur?

Von Ubud sind es etwa 1,5 bis 2 Autostunden nach Kintamani, von Denpasar rund 2 bis 2,5 Stunden – mit Mietwagen, Taxi oder als Teil einer Guide-Tour mit Hotelabholung. Der Zugang zur Sonderwirtschaftszone Kintamani am Kraterrand kostet 50.000 Rupiah für ausländische und 30.000 Rupiah für einheimische Gäste.

Was kostet eine geführte Sonnenaufgangstour auf den Mount Batur?

Gruppentouren mit Guide kosten meist zwischen 300.000 und 850.000 Rupiah (etwa 20 bis 55 US-Dollar), private Führungen entsprechend mehr. Hinzu kommt ein Trekking-Zutrittsbeitrag von rund 100.000 Rupiah, der oft bereits im Tourpreis enthalten ist.

Ist Schwimmen im Batursee erlaubt und wo genau?

Nur eingeschränkt: Weil der See als Trinkwasserquelle dient und Teile davon als heilig gelten, ist Baden nicht überall gestattet. Als Alternative bieten sich die heißen Quellen am Ufer an, etwa in Toya Bungkah.

Welche beste Reisezeit gibt es für eine Wanderung zum Batur-Vulkan?

Die Trockenzeit von April bis Oktober bietet die stabilsten Bedingungen, die höchste Wahrscheinlichkeit für einen klaren Sonnenaufgang liegt zwischen Mai und September. In der Regenzeit von November bis März sind die Pfade rutschiger und der Blick häufiger von Wolken verdeckt.

Wie erreicht man das Dorf Trunyan mit dem bekannten Friedhof?

Trunyan liegt am Ostufer des Batursees und ist nur per Boot erreichbar, meist ab dem Anleger in Kedisan. Die Überfahrt dauert je nach Wetter 15 bis 30 Minuten; Boote lassen sich vor Ort chartern.

Weiterführende Webseiten